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  • ·         16.12.2012 - (fcs) „Befragung passiver NAK-Mitglieder“ Oder: Besucherakquise auf neuapostolisch
  • ·         10.12.2012 - (fcs) „Klein-Willi gibt ein Interview“ und CANITIES kommentiert seine Antworten

16.12.2012 - (fcs)

Befragung passiver NAK-Mitglieder

Oder: Besucherakquise auf neuapostolisch

Seit ein paar Tagen zwitschert es in der wunderbaren Welt der Foren und Diskussionsgruppen wegen der wahnsinnig tollen Idee, die die NRW-Naki-Führer hatten...

 

Nicht nur die NRW-NAK ist stolz auf die Aktion (siehe: http://www.nak-nrw.de/aktuelles/berichte/121213_mitgliederbefragung-in-nrw/)  auch die NAK-Kampfpresse berichtet in ihrer Online-Ausgabe darüber (siehe: http://www.bischoff-verlag.de/public_vfb/pages/de/family/news/121214befragungmitglieder.html): „Befragung passiver Mitglieder“

 

Eigentlich hat mich an der Meldung auf der NRW-NAK-Seite lediglich aufhorchen lassen, dass der, dessen Name nicht genannt werden darf, zum ersten Mal veröffentlicht hat, dass diese Sekte mehr als 35% "passive" Mitglieder hat.

 

Typisch für diese Leute: Es ist von "über 30.000" die Rede. Und da ich davon überzeugt bin, dass der Kriechensprecher der NRW-NAKis, wenn er nicht sogar lügt, stets die Wahrheit verschleiert, gehe ich einmal davon aus, dass es sich tatsächlich um mindestens 50% passive Mitglieder handelt... 42.000 sind schließlich auch "mehr als 30.000"...

 

Diese eingerechnet, ist der Mitgliederschwund also wesentlich höher, als die Neuapostoliken zuzugeben bereit waren. Es scheint sich die Zahlen zu bestätigen, die wir anhand der Spendeneinnahmen (im NAK-Jargon „Opfer“ genannt) hochgerechnet hatten. Die Lage der Neuapostolischen Gebietskirchen in Deutschland (mit Ausnahme des „Erzbistums“ Süddeutschland) ist dramatischer, als wir zu hoffen gewagt hatten.

 

Allerdings ist dem 10-Millionen-Euro-Mann und seinen Hofschranzen die Lage der NAK in Mitteleuropa bekannt. Auch die Gründe dafür, dieser faschistoiden Sekte den Rücken zu kehren sind bekannt, schließlich gibt es, um das herausfinden zu können, eine ausreichend große Zahl von Quellen (Internetforen, Blogs, Aussteigerseiten, …).

 

Die NAKler aus NRW müssen also etwas anderes bezwecken. Und einen wahrscheinlichen Grund sehen wir auf den Online-Veröffentlichungen dieser Leute… Das Bild auf U.F.online und Bild 3/8 auf der NAK-NRW-Seite:

 

Offensichtlich sind die Mitgliederstammdaten nicht mehr ganz aktuell. Und so lässt man sich die falsch adressierten Sendungen mit Anschriftenberichtigungskarte zurückschicken, und erhält aus den Rücksendungen, die den Vermerk „Empfänger verstorben“ tragen auch die Information über diejenigen, die es gewagt haben zu sterben, ohne ihren geliebten Bezirksapostel davon in Kenntnis zu setzen.

 

Einen weiteren wesentlichen Grund für dieses Mailing gibt der sogenannte Bezirksapostel Armin „Brinkusconi“ Brinkmann in der NAK-NRW-Veröffentlichung an: Seine Hoffnungen und Wünsche richten sich darauf,

(Zitat) „[…] dass hier und da durch die Befragung auch Impulse gesetzt werden, wieder mehr den Kontakt zur Gemeinde zu suchen und gegebenenfalls Missstimmungen aus der Vergangenheit hinter sich zu lassen. Dann hat die Aktion – neben der Befragung – ihren Sinn erfüllt. […]“ (Zitatende)

Fragepunkt 8 der Befragung (Der gesamte Fragebogen und das Anschreiben stehen am Ende dieses Artikels zum Download zur Verfügung)

Um diesen Sinn zu erfüllen, operieren die NRW-Neuapostoliken aber prompt wieder mit manipulativen Methoden. Man muss sich nur das Item 8 des Fragebogens (der hier vorliegt, weil wir ihn so quasi als Bonbon aus vollkommen unerwarteter Richtung erhalten haben – Herzlichen Dank dafür!) anschauen:

 

Jeder, der ein wenig Einblick in die offiziellen Verlautbarungen der NAKn hat, weiß, dass es Etikettenschwindel ist, wenn …

  • … eine NAK von Anerkennung anderer Kirchen spricht (Tatsache ist, dass lediglich die rite vollzogenen Taufen anderer christlicher Konfessionen anerkannt sind, ansonsten hält die NAK an der Exklusivität ihrer Heilsvermittlung fest. Und das durch Änderungen in den Glaubensartikeln der Exklusivismus der NAK festgeschrieben wurde, wird auch nicht erwähnt)
  • … eine NAK von geänderter Einstellung zur Ökumene spricht (Tatsache ist, dass die NAKn, wie erst jüngst aus dem Interview mit dem großen Vorsitzenden des Vereins sich Apostel nennen lassender Männer, NAKI e.V., Zürich, zu entnehmen war, ein vollkommen entstelltes Verhältnis zur Ökumene haben, und dass diese für die NAKn letztlich lediglich ein Marketinginstrument ist)
  • … eine NAK von sozialem und karitativem Engagement spricht. (Tatsache ist z.B., dass gerade die NAK-NRW unter Sozialausgaben 8-stellige Beträge führt, die in Wirklichkeit in ertragsorientierte Bauvorhaben geflossen sind)

 

Und die übrigen Änderungen?

 

Was soll der Gesangbuchwechsel, wenn ja doch immer noch die alten bösen Lieder gesungen werden?

 

Das man auf die deutschlandweit allgemein in den christlichen Kirchen zur Verwendung Bibel, nämlich die Lutherbibel in der überarbeiteten und revidierten Fassung von 1984 zurückgreift, ist selbstverständlich, wenn man von Christen anderer Konfessionen verstanden werden will.

 

Die „erweiterte“ Liturgie erschöpft sich in Marginalien, die auch einem NAK-Mitglied, das lediglich 3 Jahre nicht mehr in einem Gottesdienst war, nicht auffallen. Vielleicht ist die Lesung, die bei besonderen Anlässen/Feiertagen durchgeführt wird, fremd – das aber umso mehr, weil sie überhaupt nicht, wie z.B. in der RKK, in die sonstige Liturgie eingebettet ist, also als Fremdkörper wirkt…

Aber egal, was diese Leute unternehmen: Die Sekte „NAK“ ist dem Untergang geweiht... Die Naki-Führer in NRW werden ihren eigenen Absturz dokumentieren.

 

Und sie scheinen einigermaßen verzweifelt zu sein, sonst würden sie nicht riskieren, schlafende Hunde zu wecken. Denn eine erkleckliche Anzahl formeller Mitglieder hat ganz sicher schon lange nicht mehr an diese sogenannte Kirche gedacht und wird jetzt den konsequenten Schritt vollziehen, aus der NAK auszutreten.

 

Das hat mich auf einen Gedanken gebracht:

Was würde geschehen, wenn ein reicher Mann, dem die NAK so sehr am Herzen liegt, dass er sie von unnützem Ballast befreien möchte [ich denke da größenordnungsmäßig an eine Kragenweite wie die des ehemaligen NAK-Bezirksevangelisten Reinhold Würth] und einen Betrag von... nun sagen wir: 10 Mio Euro (das wäre weniger als 1% des Würth'schen Vermögens) in die Hand nehmen würde, um jedem passiven NAK-Mitglied, das den Austritt aus der Kirche vollzieht 50 Euro in die Hände drückt, damit es so die entstandenen Aufwändungen ersetzt bekommt?

 

Wie sähe wohl 6 Wochen nach Beginn einer solchen Aktion die Mitgliederstatistik aus? Wie schnell hätten sich die 200.000 gefunden?

 

Es ist ja doch immerhin mit Ausgaben und Lauferei verbunden, bis man die Bestätigung, kein NAK-Mitglied zu sein, in den Händen hat. Aber es ist auch ein wunderbar befreiendes Gefühl, wenn es denn soweit ist, und man sagen kann: "Mit denen habe ich nichts mehr gemein!"

 

Insofern wäre eine derartige Aktion nicht nur gut für die Verschlankung der NAK, sondern auch für das Wohlbefinden tausender Menschen...

Ein wahrer Philanthrop also, wer eine derartige Aktion startet.

Hier nun, wie oben angekündigt, der Fragebogen samt Anschreiben zum Download
Mailing und Fragebogen zur NAK-NRW-Aktion "Befragung passiver Mitglieder"
Umfrage NRW-1.pdf
PDF-Dokument [136.4 KB]

 

27.08.2013

 

Mittlerweile hat die NAK-NRW die Ergebnisse der Befragung veröffentlicht. CANITIES-News haben dazu ein Newsblog unter dem Titel „Statistikauswertung auf neuapostolisch“ (- klick) [bitte dort zum 27.08.2013 runtersrollen] veröffentlicht. Außerdem stellen wir nachfolgend die geschönte Statistik zum Download zur Verfügung…

10.12.2012 - (fcs)

Klein-Willi gibt ein Interview

und CANITIES kommentiert seine Antworten

 

Es war eine weltweit in den NAK-Medien vollmundig angekündigte Promotion-Aktion für die NAK-eigene Sektenplattform nacworld.net… User dieser Sozialplattform haben Fragen an den höchsten Führungsfunktionär der NAK, den Stammapostel genannten NAKI e.V.-Vorsitzenden Dr. Leber, eingereicht. Diese Fragen hat ihr geliebter Stammapostel dann ein paar Tage später in einem Live nach nacworld übertragenen Interview aus Hamburg beantwortet. Meiner Meinung nach waren die meisten Fragen leider furchtbar banal, und die meisten Antworten sind furchtbar nichtssagend. Canities-News hat deshalb hier lediglich die am wenigsten belanglosen Fragen, bzw. diejenigen Fragen mit denentlarvendsten Antworten, aufgegriffen kommentiert und veröffentlicht.

Für diejenigen, die gerne das gesamte Interview lesen möchten, stellen wir es im Anschluss an diesen Beitrag in Form von drei Datensätzen im PDF-Format zum Download zur Verfügung...

 Frage: Woher kam Gott?

 

Leber sagt dazu: Ja, Gott ist ein ewiges Wesen, das wir mit unserem menschlichen Verstand nicht beschreiben, nicht darstellen können. Und Gott ist also von jeher und ist ewig, allmächtig, unvergänglich … ist etwas, was nicht in unsere menschliche Erfahrungswelt hineinpasst. Aber wir sind auch dankbar dafür, dass es so ist, denn das ist gerade die Gewähr dafür, dass wir in der Verbindung zu ihm, die wir haben dürfen, gut aufgehoben sind und dort eben auch unseren Glauben fest verankern können.

 

Kommentar: Ist er nicht einfach umwerfend? Niemand weiß, wer oder was Gott sei - oder ob er überhaupt existiert, aber Leber sagt "Gott ist..." - Wenigstens räumt er ein, dass sein Verstand nicht in der Lage sei, Gott zu beschreiben oder darzustellen. Dabei hätte er ja durchaus sagen  können, dass man, von dem Gedanken ausgehend, dass Gott tatsächlich existiert und der Schöpfer allen Seins ist, sehr wohl Schlüsse auf das Wesen und die Natur dieses Wesens möglich sind. Allerdings hätte er dann auch einräumen müssen, dass das, was die abrahamitischen Religionen über Gott behaupten, schlicht falsch sein muss - weil es in sich unlogisch ist.

 

Was sich mir aber gar nicht erschließt, ist der unlogische Schluss, dass wir deshalb gut in der Verbindung (was für einer Verbindung?) zu Gott aufgehoben seien, weil wir keine Ahnung von ihm, bzw. über ihn, haben.

 

Man stelle sich nur einmal vor, Gott existierte wirklich und wäre das rachsüchtige, blutgierige und mordlüsterne Monster, als den Juden, Christen und Moslems ihn überliefern...  Also ich finde, in der Verbindung zu diesem viehischen Dämon sind wir überhaupt nicht gut aufgehoben!

 

 

Frage: Warum ist eine kontinental unterschiedliche Lösung bei der Frauenordination nicht möglich?

 

Leber sagt dazu: Ja, das ist sicherlich so, dass es gewisse Unterschiede gibt. Aber die beziehen sich eigentlich ja eher auf äußere Dinge. Wir halten schon hinsichtlich der Lehre, hinsichtlich grundlegender Fragen, daran fest, dass das einheitlich rund um die Welt sein muss. Und ich denke schon, dass das eine fundamentale Frage ist, ob nun Frauen auch im Amt tätig sein können und darum wäre es schon schwierig, das regional sehen zu wollen. Man muss auch daran denken, dass heute natürlich eine große Mobilität da ist und jemand aus Europa schnell mal nach Afrika fährt und umgekehrt und insofern müsste da schon ein einheitliches Verständnis dafür sein. Ich glaube, dass man sich dieser Frage sehr sorgfältig nähern muss.

 

Kommentar: Das Geschwafel ist einfach grauslich! - Welche äußerlichen Unterschiede meint dieser Mensch? Spielt er auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen Mann und Frau an, und will dezent andeuten, dass Frauen innerhalb eines gewissen Regelkreislaufs immer wieder für einige Tage unrein seien? - Ist es das, wovon er meint, dass es eine fundamentale Frage sei?

 

Warum sagt er nicht einfach, ob und warum nach der überlieferten jesuanischen Lehre - soweit sie als authentisch nachgewiesen ist - Frauen in einem priesterlichen Amt vorstellbar oder nicht vorstellbar sind?

 

Er übersieht eins: Die Tatsache, dass ein NAK-Mitglied, das einer anderen Ethnie zugehörig ist, von einer Frauenordination in Mitteleuropa erfahren könnte und darum verstört reagierte, kann kein Argument sein.

Entweder ist nach der Lehre die Frauenordination möglich, oder sie ist es nicht... Wenn sie es aber ist, dann ändern auch andere Kulturen, andere Völker und andere Sitten nichts daran und dann muss man die Frauenordination eben ohne Rücksicht auf Mitgliederverluste durchsetzen. - Alles andere ist unehrlich!

 

 

Frage: Hat die Formulierung „Apostellehre = Jesulehre und Jesulehre = Apostellehre“ heute noch uneingeschränkt Gültigkeit?

 

Leber sagt dazu: Bei solchen Fragen sollte man eigentlich immer so ein bisschen den biblischen Befund sehen. Da sind wir heute sehr darauf fixiert. Wir orientieren uns sehr stark an der Heiligen Schrift. Und auch in dieser Frage, meine ich, sollte man die Bibel vor allen Dingen zu Rate ziehen. Bezüglich der Apostellehre gibt es das bekannte Wort: „Sie blieben beständig in der Apostellehre, im Brotbrechen, in der Gemeinschaft, im Gebet.“ Was ist also die Apostellehre? Die Apostellehre kann nichts anderes sein, als auf Jesus hinzuweisen, ihn in den Mittelpunkt zu rücken, seine Botschaft zu propagieren. Das muss immer der Mittelpunkt, der zentrale Fokus sein. Insofern ist Apostellehre immer auch Jesulehre. Aber ich meine, man sollte eher den Sachverhalt klären und nicht solche Schlagworte nehmen, die unter Umständen auch missinterpretiert werden können. Der Sachverhalt ist ganz klar. Die Apostel haben ihren Auftrag vom Herrn und sind auf ihn hin ausgerichtet. Das muss so sein und bleiben. Darin gibt es nichts zu deuten.

 

Kommentar: Wieder das bekannte Muster: Leber sagt das eine, behauptet aber das andere! - Zunächst stimme ich ihm ja darin zu, dass das Wort Apostellehre in der Bibel vorkommt. Wenn wir aber nun Lebers Meinung, man müsse vor allem die Bibel zu Rate ziehen, für die Definition des Begriffs "Apostellehre" beherzigen, stellen wir sehr schnell fest, dass wir uns im Kreis bewegen. Apostellehre ist nach dem biblischen Befund schlicht das, was diejenigen, die Apostel genannt wurden (oder auch die sich, wie Paulus, selbst Apostel genannt haben) angeblich gelehrt haben. Mehr gibt die Bibel nicht her...

 

Es ist nun sicher richtig, dass das, von dem die Bibel überliefert, dass die Apostel es gelehrt haben, auf Jesus hinweist. Hätte Leber klar zum Ausdruck gebracht, dass die Lehre der Apostel insofern eine Jesulehre sei, wäre das korrekt.
Da er aber unterschwellig ausdrückt, dass die Lehre der Apostel identisch sei mit dem, was Jesus gelehrt hat, ist seine Antwort schlicht falsch!

 

Ebenso ist es aufgrund des biblischen Befundes falsch, zu behaupten, "die Apostel hätten ihren Auftrag vom Herrn"! Wäre Leber ehrlich, müsste er einräumen, dass der behauptete Missionsbefehl und der Auftrag zu lehren und zu taufen, wenn denn überhaupt (soweit die Inhalte der Evangelien als authentisch nachgewiesen sind, geben sie diesen Befund nämlich nicht her), dann an alle jesuanischen Jüngerinnen und Jünger ergangen ist.

 

Und Lebers ebenso unterschwellige Behauptung, dass die Männer, die sich heute Apostel nennen lassen, ihren Auftrag vom Herrn hätten, ist eine Frechheit! - Schließlich weiß er sehr genau, dass die sogenannten Apostel der Neuapostolischen Kirchen nicht die geringste Legitimation für ihr Amt nachweisen können.

 

Alles leere Behauptungen - alles Schall und Rauch!

 

 

Frage: Warum werden in den Gottesdiensten immer noch gewisse biblische Gestalten als wichtige Beispiele aufgeführt, obwohl sie aufgrund des heutigen Kirchenverständnisses nur symbolischen Charakter besitzen?

 

Leber sagt dazu: Zunächst einmal würde ich das nicht als Märchen so sehen. Inwieweit sie eben doch von den tatsächlichen Gegebenheiten abweichen, das sei einmal dahin gestellt. Aber es sind auf alle Fälle sehr lehrhafte Begebenheiten, die dort geschildert werden. Und ich meine, dass man daraus doch sehr typische Verhaltensweisen und Haltungen erkennen kann, die auch für uns sehr lehrhaft sind. Wenn ich daran denke – die ersten Menschen: Adam und Eva – wie Adam versucht hat, die Schuld auf Eva abzuwälzen, als sie gesündigt hatten, - typische Verhaltensweise für Menschen. Und man kann doch manches daraus lernen. Oder wenn ich an Hiob denke, dieser Mann, der fragte, wie kann er das Geschehene einordnen? Wie kann man das verstehen, dass es ihm plötzlich so schlecht ging und ihm alles genommen wurde, der nach Antworten rang, - das ist auch etwas, was jeden von uns irgendwo berührt und beschäftigt. Wenn man den Hintergrund versteht, wie er dort geschildert wird in der Heiligen Schrift, dann zeigt das doch, dass alles einen tieferen Zusammenhang hat. Und es ist äußerst lehrreich und äußerst interessant. Und ich meine, man kann aus vielen Dingen, die in der Heiligen Schrift geschildert werden, vieles lernen – unabhängig davon, ob sie so ganz wörtlich zu nehmen sind oder ob es mehr Bilder sind und Begebenheiten, die eben so lehrhaften Charakter haben.

 

Kommentar: Auweia... Dünnes Eis, gaaanz ganz dünnes Eis!

 

Zunächst einmal ist es ja wirklich so, dass der Pentateuch lediglich eine Sammlung identitätsstiftender Schriften für die Angehörigen des kanaanitischen Vielvölkerstaats, der sich aus Flüchtlingen aus den damals untergehenden Stadtstaaten rekrutiert hat, ist. Die verschiedenen Disziplinen der historisch-kritischen Bibelwissenschaften haben längst nachgewiesen, dass es sich durch die Bank um rein erfundene Geschichten handelt, die teilweise in den Köpfen der Redaktoren des Pentateuch entstanden sind, teilweise älteren Mythen entlehnt wurden … - Abraham zum Beispiel ist als Stammvater ein Archetypus, wie er in Mythen anderer Kulturkreise auch vorkommt, keinesfalls aber ist er eine reale historische Person, die außerhalb der biblischen Erzählungen und der davon abhängigen Traditionen nachgewiesen wäre. [Kleine Zwischenbemerkung: Damit sind auch die Erwähnungen Abrahams in den neutestamentarischen biblischen Schriften ad absurdum geführt. Der Stammbaum des Jesus von Nazareth (siehe Matth. 1, 1–17) ist ebenso falsch, wie einige Herleitungen der paulinischen Theologie (siehe Röm. 4, 1–25; Gal. 4, 21–31; Hebr. 11, 8-19)].

Ein wenig anders verhält es sich z.B. mit Mose, der zwar auch eine fiktive Person ist, eine Erfindung der Schreiber des Exodus (der übrigens, wie man heute weiß, nie stattgefunden hat) aber keine mythische Figur, sondern lediglich eine in einer romanhaften Erzählung handelnde Person.

 

In den weiteren geschichtlichen Bücher werden historische Tatsachen und fiktive Ereignisse sowie fiktive Personen munter gemischt.

 

Ich stimme Dr. Leber darin zu, dass diese Sammlung von den jeweiligen Autoren als erzieherische, als lehrhafte Erzählungen gedacht waren! - Aber sie weichen nicht nur von den tatsächlichen Gegebenheiten ab, sondern sind reine Fiktionen. Deshalb darf ich ehrlicherweise von Hiob oder von Adam und Eva nicht so sprechen, als handele es sich um reale Personen in einem realen Kontext. Aber genau das tut Dr. Leber, und das ist unredlich.

 

Und unredlich ist es auch, dass er den Vergleich zwischen der Bibel und einer Märchensammlung ablehnt. Alles das, was er von den biblischen Erzählungen behauptet, trifft ebenso auf alle bekannten Märchen und Fabeln zu.
Der Unterschied ist aber: Niemand käme auf die Idee, aufgrund des in jedem Märchen steckenden wahren Kerns, zu verlangen, dass Menschen diese Märchen als absolute Wahrheit betrachten und ihr gesamtes Leben danach ausrichten sollten. Aber genau das tut z.B. Dr. Leber!

 

Warum ist, wenn die biblischen Geschichten über Adam und Eva lediglich lehrhafte Erzählungen sind - diese Möglichkeit räumt Leber ja ein - denn z.B. die Kindstaufe notwendig? Ohne Adam und Eva kein Sündenfall, damit keine Erbsünde und damit ist die Kindstaufe schlicht Mumpitz!

 

 

Frage: Weshalb unternimmt die Neuapostolische Kirche in Afrika nicht mehr Anstrengungen, dass ihre Mitglieder die Bibel besser kennen lernen? Warum werden in der Neuapostolischen Kirche in Afrika keine christlichen Bücher kostenlos verteilt, wie es andere Kirchen tun?

 

Leber sagt dazu: Ja, das ist sicherlich so ein besonderes Problem in Afrika oder sonstigen Erdteilen – nicht so sehr in Europa. Wir machen schon so manche Anstrengung, um zunächst einmal, die Menschen mit der Bibel selbst in Berührung zu bringen oder bekannt zu machen. Es sind manche Programme gelaufen, gerade in den letzten Jahren, wo eben Bibeln auch an die Amtsträger zumindest ausgegeben worden sind, damit sie auch einmal eine Bibel in der Hand haben. Wenn es um christliche Literatur geht, dann ist natürlich klar, dass unsere eigene Literatur im Vordergrund steht. Wir haben jetzt die Situation, dass der Katechismus praktisch fertig gestellt ist. Der wird dann auch in viele andere Sprachen, auch in Afrika, übersetzt werden. Und es wird dann zu überlegen sein, welche Möglichkeiten bestehen, die Mitglieder auch damit in Berührung zu bringen. Also da sind schon Überlegungen da; ich bitte aber natürlich auch um Verständnis, dass das alles eine finanzielle Frage ist und wir sehr genau überlegen müssen, was wir tun, damit das auch effizient ist und das Geld auch sinnvoll eingesetzt wird.

 

Kommentar: Dieses Bekenntnis ist schlicht erschütternd!

 

In Afrika hatten Amtsträger nicht einmal eine Bibel? Ja, verflixt noch einmal, auf welcher Basis haben die denn gepredigt? Wie haben die denn  die Predigtaussagen ihrer "Vorangänger" verifizieren sollen?

 

Und "das Volk der Kinder Gottes in Afrika" bekommt keine christliche, nicht einmal neuapostolische Literatur an die Hand? In den neuapostolischen Haushalten in Afrika gibt es keine Bibeln?

 

Also gilt in Afrika der alte neuapostolische Grundsatz: Nicht nachdenken, nicht nachlesen, einfach als Wahrheit akzeptieren was gepredigt wird!

Kommt den Führungsfunktionären der NAKn sicher sehr entgegen. Und insofern halte ich es für Augenwischerei, wenn der oberste Laienprediger aller NAKn dafür finanzielle Gründe ins Feld führt. Eine Kirche, die es sich leisten kann, dass einer ihrer Präsidenten einmal einfach so 10 Millionen Euro verzockt, kann es sich sicher auch leisten, ihre Mitglieder mit Literatur zu versorgen...

 

Ist es nicht eher so, dass die NAK-KL fürchtet, das Kirchenvolk könnte schlau werden, sich eigene Gedanken machen und merken, dass die Lehre der NAK deutlich vom Inhalt der Bibel abweicht?

 

 

Frage: Weshalb gibt es keine basisdemokratischen Ansätze zum Austausch, für Kritik, für Meinung etc. wie es ihn in anderen Kirchengemeinschaften durchaus gibt?

 

Leber sagt dazu: Also zunächst mal muss man da, denke ich, von der Struktur unserer Kirche ausgehen. Und in unserer Kirche spielt das Amt eine große Rolle. Wir haben Ämter, die uns die besondere Nähe zu Gott vermitteln und wir haben die Ausrichtung dann auf die Wiederkunft Christi. Da ist natürlich erst einmal vom theologischen Ansatz her nicht so sehr viel Spielraum für basisdemokratische Ansätze. Nun schließt das aber nicht aus, dass eben auch heutzutage natürlich gefragt wird und es einen Bedarf gibt, wie man miteinander umgehen kann, auch einmal Kritik äußern kann, und seine Meinung kund tun kann. Das wird bei den Amtsträgern auch gepflegt, das gibt es Programme, da gibt es Seminare, da gibt es sonstige Schulungseinrichtungen, die eben das ermöglichen, dass man dort eben nach dem Stand der heutigen Erkenntnisse, die Kommunikation verbessern kann. Es gibt sicherlich dann auch darüber hinaus, für die Geschwister die Möglichkeit, sich natürlich an die Amtsträger zu wenden. Ich würde das aber nicht als einen basisdemokratischen Prozess ansehen, sondern eher die Möglichkeit mit Kritik, mit ihrer Meinung sich auch den Amtsträgern zuzuwenden. Aber das ist sicherlich nur in einem eingeschränkten Maße so möglich, vor dem Hintergrund unseres Verständnisses. Vielleicht wird man da auch in Zukunft noch weitere Wege beschreiten müssen, um hier den Austausch und die Kommunikation zu verbessern.

 

Kommentar: Von was redet Leber denn da? Weil die NAK eine Amtskirche ist, deren Funktionäre eine besondere Nähe zu Gott vermitteln, gibt es nicht viel Spielraum für basisdemokratische Ansätze?

 

Vielleicht sollte er einmal einen Blick über den Zaun wagen: Die Römisch-Katholische-Kirche ist ebenfalls eine patriarchal-hierarchische Amtskirche mit Ausrichtung auf ein Führungsamt mit Absolutheitsanspruch! Auch deren Funktionäre behaupten von sich, sie würden eine besondere Nähe zu Gott vermitteln.

 

Und dennoch gibt es in dieser größten christlichen Kirche der Welt (ungefähr 100 mal größer als die NAK) eine real existierende und gut funktionierende Basisdemokratie.

 

Da gibt es die Pfarrgemeinderäte, die für die Bereiche Liturgie, Mission, Caritas, Jugend, Ehe und Familie, Senioren, Massenmedien, Festgestaltung, Bau und Verwaltung zuständig sind und darüber hinaus bei allen Angelegenheiten, die dem Pfarrer als beauftragtem Seelsorger und Leiter der Gemeinde übertragen sind, beratend tätig werden.

Und es gibt die Pfarrverwaltungsräte, die sich um die Vermögens- und Personalfragen kümmern.

 

Wir sehen also, dass patriarchal-hierarchische Organisation und Basisdemokratie einander nicht ausschließen. Wohl aber schließen Basisdemokratie und faschistoid strukturierte Organisation einander aus. Und dass die NAK faschistoid, also überaus autoritär (bzw. von den Mitgliedern her autoritätshörig) organisiert ist, hat Leber während dieses Interviews mehrfach deutlich gemacht!

 

Und bei dem, was er als basisdemokratische Ansätze bezeichnet, handelt es sich schlicht um dringend notwendige Weiterbildungsmaßnahmen für die Funktionäre der NAK, denen gleich Leber so gut wie alle Qualifikationen für ihre Ämter fehlen. Theologie, Philosophie, Psychologie (um nur einmal drei Basisdisziplinen zu nennen)? Fehlanzeige! Mit ganz wenigen Ausnahmen jedenfalls. Klar, dass diese Männer untergehen müssten, würde man sie mit einer funktionierenden Basisdemokratie konfrontieren.

 

Wenn Leber aber einräumt, man müsse vielleicht in Zukunft neue Wege beschreiten, um Austausch und Kommunikation zu verbessern, hat das genauso wenig mit Basisdemokratie zu tun, wie die bloße Möglichkeit, Kritik äußern zu dürfen. - Das hat lediglich etwas mit Gesprächskultur zu tun!

 

 

Frage: Die Kinder neuapostolischer Eltern werden meistens getauft und versiegelt. Sind alle Kinder die von neuapostolischen Eltern geboren werden auch „erwählt“?

 

Leber sagt dazu: Man muss ein bisschen vorsichtig sein mit dem Begriff der „Erwählung“, weil der auch sehr oft missverstanden wird. Erwählung ist immer auf der Seite Geschenk Gottes, seine Gnade, Zuwendung von ihm, Ruf von ihm - ist aber auch auf der anderen Seite auch Verpflichtung und ist verbunden damit, mit der Verantwortung diesem Ruf in irgendeiner Weise gerecht zu werden. Hier geht es dann eindeutig in dieser Frage um die Erwählung zur Braut Christi. Ja, wer wiedergeboren ist aus Wasser und Geist, der hat natürlich eine Voraussetzung erfüllt, um dann auch bei der Wiederkunft Christi dann dabei zu sein. Ist in diesem Sinn also erwählt, aber jetzt muss ich dann gleich dazu sagen: Ob man diese Erwählung festmacht, wie wir sagen, ob man also auch dem Anspruch gerecht wird, der damit verbunden ist und die Verpflichtungen erfüllt, das ist eine andere Frage. Die werden wir im Allgemeinen auch nicht beantworten können, sondern das ist eine Sache jedes Einzelnen und insofern bleibt es für jeden notwendig, sich dieser Verantwortung bewusst zu sein und eben diesen Weg auch zu gehen. Sonst ist die Erwählung eben... - ja, nichtig oder hat nicht zu dem geführt, was eigentlich ursprünglich damit verbunden war.

 

Kommentar: Stimmt: Man muss vorsichtig sein, mit dem Begriff Erwählung... Leber hat allerdings verschwiegen, dass, wenn die Erwählung immer von Gott ausgeht, niemand wissen kann, ob er erwählt ist oder nicht - und niemand sagen kann, ob jemand anderer erwählt sei, oder nicht, da Gott sich im Verlauf der Menschheitsgeschichte nie zu Wort gemeldet hat (ich verweise an meinen weiter oben stehenden Kommentar zu den biblischen Gestalten).

 

Allenfalls kann jemand von sich behaupten, er fühle sich erwählt, berufen... Aber auch damit muss man vorsichtig sein, denn eine solche Behauptung kann auch in eine stationäre psychiatrische Behandlung führen...

 

Man muss aber auch vorsichtig sein mit der Behauptung, eine bestimmte Gruppe sei unter bestimmten Voraussetzungen auserwählt, denn das bedeutet gleichzeitig, dass der Erwählende eine Selektion vorgenommen hat und eben die nicht Erwählten verworfen wurden. Eine derartige Einstellung hat vor so Grobrichtung 80 Jahren in Deutschland bereits einmal äußerst fatale Auswirkungen gehabt. Und ich denke, es kommt nicht von ungefähr, dass gerade die NAK und deren Führer in Deutschland dem damals herrschenden Regime so treu ergeben waren.

 

Zurück zu Leber: Er faselt...! Statt klar zu sagen, dass er zwar der Meinung sei, dass mit Wasser- und Geisttaufe eine Grundbedingung für die Erwählung erfüllt sei (was zwangsläufig bedeuten würde, dass alle nicht "versiegelten" diese Grundbedingung nicht erfüllt haben), dass es dafür aber keinen wirklichen Nachweis gibt, und dass ansonsten niemand wissen könne, ob er (oder jemad anderer - z.B. ein getauftes und versiegeltes Kind neuapostolischer Eltern) erwählt sei, "eiert er herum" und traut sich nicht, zu den tatsächlichen Lehraussagen der NAK zu stehen.

 

Ich denke, er weiß, dass das mit der exklusiven Erwählung zur Braut Christi einfach ein Unsinn ist. Er kann das aber nicht relativieren, weil ihm sonst noch mehr Gläubige von der Fahne gehen werden als bereits jetzt!

 

 

Frage: Laut der Erklärung Jesu für die Pharisäer über die Auferstehung „[…] werden sie weder heiraten noch sich heiraten lassen, sondern sie sind wie Engel im Himmel [...]“ – Stimmt es, das wir uns wiedererkennen werden an der Art und Weise unserer Beziehungen vor dem Tag des Herrn?

 

Leber sagt dazu: Wir haben nur einen begrenzten Einblick darüber, was nachher sein wird, am Tag des Herrn, in der jenseitigen Welt. Wie wir dann leben werden, das ist alles noch sehr schwierig vorstellbar und entzieht sich unserer menschlichen Vorstellung. Ich warne also davor, ein bisschen zu sehr ins Detail dort gehen zu wollen – das ist einfach nicht möglich für uns Menschen. Wir gehen aber davon aus, und das wird auch an vielen Stellen in der Heiligen Schrift belegt, dass jeder seine Personalität behält und dass wir uns wieder als Franz Müller, als Hugo So-und-so in der Ewigkeit bewegen werden. Wie aber das aussehen wird, wie wir miteinander leben, woran wir uns erkennen, dass ist nur sehr schwierig vorstellbar. Da meine ich auch, sollten wir das wirklich getrost in die Hand des Herrn legen. Einen ganz gewissen Anhaltspunkt hat man vielleicht dadurch, dass der Herr Jesu ja als Auferstandener auch den Jüngern erschienen ist und manchen seiner Umgebung durchaus in einer äußeren Gestalt, er wurde erkannt von den Menschen. Man kann sich also vorstellen, dass das so auch wiederum der Fall sein wird in der jenseitigen Welt, dass man sich gegenseitig erkennt, miteinander umgehen kann. Aber wie gesagt, es bleibt dabei: Das sind Vorstellungen, die doch sehr aus unseren menschlichen Überlegungen heraus erfolgen. Wie es wirklich sein wird, entzieht sich weitgehend unserer Kenntnis.

 

Kommentar: Und wieder das für Leber typische "um den heißen Brei herumreden"! - Er selbst war es doch, der in einem GD vor tausenden Zuhörern bzw. Zuschauern erzählt hat, wie das abgehen wird, am "Tag des Herrn"...  - Warum steht er nicht dazu, dass er derjenige sein will, der über alles "genau Bescheid weiß"?

 

Schließlich behauptet er doch auch an mindestens drei Sonntagen im Jahr, er würde irgendwelche Seelen Verstorbener taufen, versiegeln, ihnen das Abendmahl reichen. Wenn er, wie er in seiner Antwort ausführt, lediglich auf Grund einzelner Indizien vermutet, dass jeder nach dem Tod seine Personalität behält, ist doch alles was er dazu predigt nur äußerst vage. - Warum sollte man ihm dann in irgendeiner anderen Glaubensfrage vertrauen? Im Grunde ist doch die ganze Basis der NAK-Lehre reine Vermutung. - Und die biblischen Überlieferungen sind eine äußerst unglaubwürdige Quelle, wie wir weiter oben bereits festgestellt haben.

 

Richtig ist natürlich, dass dieser ganze Jenseits-Hokus-Pokus reine Fantasy ist. Das hätte er aber auch getrost in einem einzigen Satz zum Ausdruck bringen können. Nämlich indem er kurz und schmerzlos sagt, dass er zwar keine Ahnung habe, aber dennoch davon ausgehe, dass alle im Jenseits ihre Personalität behalten. - Fertig!

 

 

Frage: Wieso wird eine Ehe vor Gott geschlossen, nicht aber auch vor Gott geschieden? Eine Scheidung ist sicherlich kein schönes Ereignis. Es ist eher ein Scheitern einer Ehe die damals bewusst mit Gott begonnen wurde. Muss diese Ehe nicht auch mit Gott beendet werden? Warum beginnt man die Ehe im Standesamt und in der Kirche, beendet sie aber nur vor Gericht und nicht auch vor unserem himmlischen Vater und im Gotteshaus? Heißt das, dass diese Ehe nur auf Erden beendet ist und bei Gott weiterbesteht? Für immer?

 

Leber sagt dazu: Es ist richtig und gut: Man fängt eine Ehe mit Gott, das ist so die Handhabung für neuapostolische Christen. Und wichtig ist dann natürlich immer dabei unsere persönliche Beziehung zu Gott. Die Handlung im Gottesdienst beinhaltet natürlich die Segnung der Ehe. Ja, und dann gibt es eigentlich kein Gegenstück dazu. Wenn eine Ehe scheitert, was aus verschiedenen Gründen möglich ist und man sich scheiden lässt, welchen Sinn sollte dann eine öffentliche Zeremonie haben? Man kann keinen Segen aufheben oder irgendetwas dann damit ungültig erklären. Das wäre eigentlich erst einmal vom Gedankengang her ein wenig ungewöhnlich. Also, da gibt es schon einmal Unterschiede. Deswegen ist doch ein wenig ungewöhnlich, zumindest wenn man diesen Gedanken weiter Raum geben würde, eine Handlung daraus zu machen oder in einer öffentlichen Zeremonie die Scheidung nun auszusprechen oder noch einmal zu bestätigen. Was aber das persönliche Verhältnis zu Gott anbelangt, das ist eine ganz andere Frage. Das wird man bei der Schließung der Ehe so machen, dass man das mit Gott macht, insbesondere auch im Herzen; nicht unbedingt in der Zeremonie. Die Zeremonie ist nur die Segnung. Und eine solche Haltung zu Gott, Beziehung zu Gott, wird man auch dann pflegen, wenn die Ehe scheitert. Wird dann auch vielleicht dem lieben Gott bekennen, was falsch gelaufen ist, wird dann eben auch um Gnade bitten, dass dann er auch die Verfehlungen, wie sie auch immer gewesen sind, deckt mit seiner Gnade. Also die persönliche Beziehung zu Gott wird dadurch nicht aufgehoben, sondern die ist da ganz entscheidend. Aber als Zeremonie wäre das eben doch ein bisschen fraglich und man würde nicht ganz den Sinn einer solchen öffentlichen Zeremonie erkennen. Bei Gott ist es schon so, dass die Ehe – das war der göttliche Gedanke – Bestand hat und da rücken wir auch nicht von ab; sie soll schon bestehen, so lange man hier auf Erden lebt. Aber wir wissen, dass ist die gesellschaftliche Wirklichkeit, dass das nicht immer der Fall ist und der liebe Gott kann auch Gnade geben und wird auch Gnade geben, wenn eine Ehe eben scheitert und man wirklich die Gnade sucht. Wir gehen davon aus, dass der liebe Gott eben so gnädig handelt und es gibt auch Hinweise in der Heiligen Schrift, die das belegen. Ich denke da an jemanden, den man mal vor den Herrn gebracht hat – eine Frau, die Ehebruch begangen hat – und der Herr hat sie nicht verurteilt sondern hat ihr nur geraten, in Zukunft anders zu handeln. Aber es zeigt sich, dass er da Gnade walten lässt.

 

Kommentar: "Bei Gott ist es schon so, dass die Ehe – das war der göttliche Gedanke – Bestand hat und da rücken wir auch nicht von ab; sie soll schon bestehen, so lange man hier auf Erden lebt."

 

Diese Aussage ist ein echter Hammer! Leber weiß, was Gott gedacht hat! Boah eyh... - Aber warum hat er nicht einfach nur die Kernantwort gegeben? Den eigentlichen Satz hat er nämlich schamhaft versteckt, nämlich dass die Ehe auch nach Lehrmeinung der NAK lediglich während des irdischen Lebens gilt.

 

Den anderen Quatsch, mit Ehebruch, Sünde, Gnade und Hinweise in der Heiligen Schrift sind lediglich Füllmaterial, das niemand bestellt hat...

 

 

Frage: Ökumenische Bewegung in unserer Kirche ist in den Gemeinden kein Thema, darum sind die Mitglieder wenig informiert. Die Inhalte sind scheinbar eher akademischer Natur sind. Warum strebt die NAK die Ökumene an, obwohl doch nach tradierter Lehre, nur in der NAK die Erlösung durch Wiedergeburt aus Wasser und Geist möglich ist?

 

Leber sagt dazu: Da ein bisschen Vorsicht! Erlösung hat Jesus Christus gebracht, das ist für uns der Mittelpunkt. Was jetzt die Wiedergeburt aus Wasser und Geist anbelangt, die wir in unserer Kirche haben, dann ist das eben ein Heilsmittel um die Bereitung auf den Tag des Herrn, auf die Wiederkunft Christi erleben zu können. Aber das schließt nicht aus, dass auch andere… - anderen Christen der Weg zum Herrn offen steht und Heil angeboten wird, in welcher Form auch immer. Denn der Heilsplan Gottes ist mit der Wiederkunft des Gottessohnes nicht abgeschlossen. Also es gibt doch sehr viele Gemeinsamkeiten mit anderen Christen und es gibt keinen Grund, dass wir uns da zurück ziehen und einen eigenen Weg führen, sondern es gibt so viele Berührungspunkte und wir können so viel gemeinsam machen, auch gemeinsam uns austauschen , diskutieren sogar über Glaubensinhalte, dass so etwas durchaus Sinn macht und in diesem Sinn verstehen wir Ökumene und da sind die Gespräche doch auch sehr fruchtbar und tragen dazu bei, dass wir in Verständnis, gegenseitigem Verständnis doch sehr gewachsen sind.

 

Kommentar: Warum eiert dieser Mann so seltsam lavierend durch dieses Thema? Er hätte klipp und klar sagen können:

 

'Wir Gotteskinder, also wir NAK-Mitglieder, haben mit der Wiedergeburt aus Wasser Geist das eine Heilsmittel, dass uns exklusiv auf den Tag der Wiederkunft Christi vorbereitet. Den anderen Christen bleibt lediglich die Schächergnade aus dem mit der Wiederkunft des Gottessohnes noch nicht abgeschlossenen Heilsplan Gottes. Deshalb bleibt den anderen Christen, wenn sie am Tag des Herrn dabei sein wollen, nichts anderes übrig, als sich unter die Segenshandlungen der NAK-Apostel zu stellen. - Ökumenische Gottesdienste machen auch deshalb keinen Sinn, weil andere Geistliche keine Segenshandlungen durchführen können, da ausschließlich NAK-Apostel Geistliche wirksam ordinieren können.'

 

Das jedenfalls hätte dem Neuapostolischen Glaubensbekenntnis entsprochen, und wird meines Wissens auch im frisch aufgelegten Katechismus nicht relativiert!

 

Was Leber, seiner Antwort zufolge, unter Ökumene versteht, hat mit dem eigentlichen Inhalt dieses Begriffs, nämliche weltweite Einigung und Zusammenarbeit der verschiedenen christlichen Kirchen in dem Sinne, dass sie lediglich unterschiedliche Ausformungen der einen Kirche Christi seien, nichts zu tun.

 

Die NAK kann diesen Kurs, nämlich nach außen ökumenewillig und nach innen exklusiv wirken zu wollen, nicht beibehalten. "Ein bisschen schwanger" gibt es nicht... und es wird den Neuapostoliken nichts übrig bleiben als "Butter bei die Fische zu geben" - so oder so werden ihr aber nach einer klaren Stellungnahme weitere Mitglieder abhandenkommen.

 

 

Frage: Wie hoch ist der Zuwachs der Mitglieder in der bisherigen Amtszeit von Stammapostel Leber?

 

Leber sagt dazu: Da muss ich zunächst einmal den Fragenden enttäuschen. Es gab nach der offiziellen Statistik keinen Zuwachs, sondern im Gegenteil einen gewissen Rückgang, der fast 800.000 Geschwister ausmacht. Das hängt aber zum großen Teil mit Folgendem zusammen: Wir haben festgestellt, dass die Statistik nicht zutreffend war. Es mussten Bereinigungen durchgeführt werden. Und zwar aus folgendem Grund: Wir haben in einzelnen Ländern eine hohe Mitgliederzahl, haben aber kaum immer erfahren, wann Sterbefälle stattfinden. Gerade bei solchen, die eine gewisse Distanz zur Kirche entwickelt haben, erfährt man nicht, wann die Betreffenden sterben. Es ist dann aufgefallen, dass wir mit den Sterbefällen sehr zurückhängen und es nicht dem entspricht, was man als offizielle Sterberate eigentlich erwarten kann. Wir haben daher Bereinigungen vorgenommen. Insgesamt ist eher die Mitgliederzahl gleich geblieben, vielleicht sogar ein wenig gesunken.

 

Kommentar: Mit dieser Antwort hat Leber einen Heiterkeitserfolg verbuchen können. Jedenfalls bei mir, denn ich habe lauthals losgelacht, als ich seine Begründung für den Mitgliederschwund gehört habe.

 

Und insgesamt ist die Mitgliederzahl eher gleich geblieben, vielleicht sogar ein wenig gesunken? Na, das nenne ich einmal einen Euphemismus!

 

Die weltweite Statistik verschleiert nämlich nach wie vor eines: Für die Finanzierung der mitgliederstärksten Neuapostolischen Kirchen, nämlich der Gebietskirchen in Afrika, ist die Zahl der aktiven (also "opfernden") Mitglieder der Gebietskirchen in den westlichen Industrienationen von ausschlaggebender Bedeutung!

 

Und gerade in diesen Gebietskirchen (das Beispiel der NAKn in Deutschland zeigt das deutlich) ist der Wurm drin:

 

Noch sind die statistischen Werte bei den Mitgliederzahlen noch nicht sooo dramatisch, aber sie sind immerhin schon so weit gesunken, dass gebietsweise der Verlust des Körperschaftsstatus abzusehen ist.

 

Dramatischer ist jedoch der Rückgang der aktiven Mitglieder. Wie die Finanzberichte der deutschen Gebietskirchen verraten, wird im Schnitt gerade einmal ein Drittel der Opfereinnahmen erzielt, die den Mitgliederzahlen nach möglich sein müssten. - Und das bedeutet, dass eben allenfalls ein Drittel der in den Statistiken erfassten Mitglieder aktiv ist; oder anders herum: zwei Drittel der Mitglieder sind potenzielle Kirchenaussteiger.

 

Ebenso deutlich tritt dieses Dilemma im Zusammenhang mit den Kirchenschließungen zutage. Hierzu bietet das Online-Magazin Religionsreport unter http://www.religionsreport.de/ ausführliche Informationen...

 

Korrekt hätte Leber also antworten müssen:

 

'Die Mitgliederstatistik weist einen gesunkenen Mitgliederstand aus, bei den Zahlen der aktiven Mitglieder ist aber ein massiver Rückgang zu verzeichnen!'

 

 

Frage:  Welches sind die größten Veränderungen, die Sie während Ihrer Amtszeit vorangetrieben haben?

 

Leber sagt dazu: Ja, es hat sich doch einiges getan in meiner Amtszeit. Ich habe aufgesetzt auf dem, was Stammapostel Fehr seinerzeit schon getan hat, habe versucht das weiter zu entwickeln. Da ist zunächst einmal zu nennen, dass wir unser Taufverständnis geändert haben und die Taufe anderer christlichen Kirchen anerkennen. Das war ein großer Schritt zur Öffnung hin. Dann gab es eine neue Liturgie in meiner Amtszeit; die ist entwickelt worden und hat grade beim Abendmahl doch besondere Impulse gebracht. Jetzt kommt der Katechismus heraus. Das hat natürlich im Vorfeld auch viel Arbeit bedeutet und viel Einsatz. Ich hoffe, dass das zur Stärkung der Einheit dient. Ja, und im Einzelnen muss man dann noch sagen, dass neue Bezirksapostelbereiche entstanden sind in Afrika, in Asien. Das soll eben auch dazu führen, dass diese Bereiche eigenständig, verantwortlich, sich gestalten, auch auf der Grundlage ihrer Kultur und ihres Empfindens. Ich meine schon, es hat sich in dieser Zeit manches getan.

 

Kommentar: Stimmt! Es hat sich einiges getan in Lebers Amtszeit. Vor allem hat er einige Wegverengungen, die Fehr hat freigrasen lassen, wieder verengen lassen.

  • Er hat das Kirchenverständnis verschlimmbessert.
  • Er hat das Exlusivismusprofil mit der Änderung der Glaubensartikel verschärft.
  • Er hat sich in Geschichtsklitterung gefallen, um das Andenken an seinen Großonkel (und so quasi Großvater), der gleichzeitig auch sein Schwiegergroßvater ist, nämlich den Nazi-Freund und Hitler-Claqueur Johann-Gottfried Bischoff samt dessen gleichgesinnten Sohn (Lebers Schwiegervater) Friedrich Bischoff ein wenig aufzupolieren.
  • Er hat die Veruntreuung von Kirchengeldern durch einen NAK-Bezirksapostel abgesegnet und damit seine eigenen Spekulationen, die ihm nämlich dieser Bezirksapostel vorgeworfen hat gutgeheißen.
  • Er hat die Hand zur Versöhnung mit der VAG ausgestreckt und ihr damit eine Ohrfeige verpasst.
  • Er hat natürlich auch die Dinge getan, die er selbst ins Feld geführt hat.

 

Ja... er hat viel getan in seiner Amtszeit. Was davon aber die größten Veränderungen waren, wird vielleicht sein Nachfolger Jean-Luc Schneider irgendwann mit bitterem Seufzen erfahren!



Frage: Was war Ihr bewegendstes Glaubenserleben?


Leber sagt dazu: Ja, ich habe im Laufe der Zeit viele Glaubenserlebnisse gehabt, allerdings sind das nicht unbedingt so spektakuläre Dinge, man erlebt immer wieder kleine Sachen in denen doch die Handschrift Gottes deutlich wird. Jedenfalls empfinde ich das so. Ich möchte ein kleines Erlebnis schildern, es liegt noch nicht allzu lange zurück. Ich bin mit dem Flugzeug aus Mittelamerika gekommen und dann über Miami über den Flughafen gekommen in USA, musste dort umsteigen. Nun war die Zeit sehr knapp geworden, der Flieger hatte etwas Verspätung und in Miami gab es eine große Schlange an der Passkontrolle und wer die Verhältnisse dort kennt, der weiß, da ist man rettungslos verloren. So schnell kommt man da nicht durch. Und die Zeit wurde enger und enger, ich hatte nur noch eine halbe Stunde Zeit, bis zum Flieger und sah schon meine Chancen sehr schwinden, da rechtzeitig durch zu kommen. Ich habe dann die Passanten gefragt, ob Sie mich wohl vorlassen, aber die waren alle in derselben Situation, es gab also kaum eine Chance. Da habe ich wirklich mit dem lieben Gott gerungen, habe gesagt, Mensch mein ganzer Plan kommt durcheinander wenn ich jetzt diesen Flieger hier nicht bekomme und dann einen Tag später oder länger, erst meine Heimreise antreten kann… Und dann verwies mich jemand auf einen Beamten und sagte „Fragen Sie den doch, ob der Ihnen hilft.“ Und ich gehe zu dem Beamten hin und trag ihm mein Anliegen vor und ich sehe ihn heute noch, er schüttelte den Kopf also so in dem Sinn, als gäbe es keine Chance. Und dann guckt der mich plötzlich an und sagt „Ich helfe Ihnen!“ und völlig unvermutet und für mich überraschend hat er mir dann den Weg geebnet, ist dann zu einem Sonderschalter für Diplomaten und sonstige hochstehende Leute gegangen. Die Passagiere haben protestiert, die dort standen, er hat sich überhaupt nicht beeindrucken lassen, ist hin zu dem Beamten, hat mir den Weg frei gemacht, innerhalb von fünf Minuten war ich da durch. Ich konnte mich noch nicht mal bei diesem Mann mehr bedanken. Es ging alles so schnell. Ich hab dann mein Flugzeug noch bekommen. Ich bin überzeugt, das war ein Engel den der Herr geschickt hat, der hat da irgendwie dafür gesorgt, dass dieser Mann so ein Werkzeug wurde und mir den Weg geebnet hat. Solche Begegnungen hab ich oft gehabt, wo Menschen mir geholfen haben und ich sehe das als göttliche Fügung, als einen Beweis, dass der liebe Gott gegenwärtig ist.


Kommentar: Muss man dazu noch etwas sagen? Es ergibt sich aber eine Reihe von Fragen:


Was war denn so wichtig an dem Rückflug nach Deutschland, dass der Herr ihm eigens einen Engel geschickt hat, ihm den Weg zu ebnen?


Wie kam der Beamte auf die Idee, ihn zu einem Sonderschalter für Diplomaten und VIPs zu leiten und dort auch noch andere wartende Passagiere, die dadurch in der Gefahr schwebten, ihren Flieger zu versäumen, zurückzusetzen? Und daraus ergibt sich die ganz wichtige Frage:

  • Was hat Leber wohl dem Beamten erzählt, wer er sei?


Schließlich ist Leber weder Diplomat noch VIP.  Also hat das Ganze wohl weniger mit einem Glaubenserlebnis zu tun, als vielmehr mit Wichtigtuerei und Selbstbeweihräucherung!


Und insofern erscheint mir dieses sogenannte Glaubenserlebnis als bezeichnend für den Charakter dieses Menschen und für seine Selbstüberschätzung...

 


Frage: Spendenrückgang. Derzeit große Diskussion über Kirchensteuer. Wäre eine Kirchensteuer grundsätzlich in der NAK denkbar, wenn der Rückgang von Spenden noch massiver würde? Hat man darüber schon einmal nachgedacht?


Leber sagt dazu: Ich denke unsere grundsätzliche Haltung, dass wir freiwillig opfern und damit eben auch unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, unsere Wertschätzung, unsere Liebe zu Gott, die sollten wir beibehalten. Also jetzt da rüber zu wechseln auf ein System der Kirchensteuer ist bisher nicht angedacht. Wir würden das auch sicherlich nicht für sinnvoll halten. Im Gegenteil: Es gibt schon manche Organisationen oder manche Kirchen, die darüber nachdenken, von dem Kirchensteuersystem ja eher weg zu gehen, weil das grade eine individuelle Angelegenheit ist. Deswegen ist das sicher kein Weg, der für uns in Frage kommt.


Kommentar: Ich verstehe die Meinung Dr. Lebers... Der Wechsel zur Kirchensteuer macht aus NAK-Sicht keinen Sinn. Denn es ist mit den freiwilligen Opfern, die Dank der Behauptung des darauf liegenden Segens, von den aktiven Kirchenmitgliedern in den westlichen Industrienationen immer noch fließen, mehr zu verdienen...


Außerdem dürfte es für die Kirchenleitung schwierig werden, dem Kirchenvolk zu erklären, wieso über fast 135 Jahre (nächstes Jahr wird die NAK so alt) die Lüge vom biblischen Zehnten (aus NAK-Sicht 10% der Einkünfte!) verbreitet und aufrechterhalten wurde. Denn ursprünglich meinte dieser Zehnte den Teil der Steuern, der für die Priester aufgewendet wurde.


Daran orientiert sich auch die Kirchensteuer, die in Bayern und Baden-Württemberg 8 %, in den übrigen Bundesländern 9 % der Einkommensteuer beträgt.


Daraus ergibt sich hochrechnungsmäßig ein Einnahmeverlust für die neuapostolischen Gebietskirchen. Zwar würden mitmal etwa dreimal soviel Mitlgieder zur Finanzierung der Kirchen herangezogen, da aber alle Steuerpflichtigen nur noch maximal 10% des bisherigen Opfers abdrücken müssten, risse das ein massives Loch in die Kassen!


Leber verschweigt auch ein weiteres Argument gegen die Kirchensteuer: In dem Augenblick, in dem die NAKn Kirchensteuer erheben würden, verließen stante pede alle sogenannten F-Mitglieder (= formelle Mitglieder, also Karteileichen) die NAKn. Die Folge wäre, dass die Mitgliederzahl unter das Maß sinken würde, dass die Kirchen zur Aufrechterhaltung ihres Status als Körperschaft öffentlichen Rechts benötigen... Und damit verlören sie ihr Recht, Kirchensteuer zu erheben!


Klar: Deswegen ist das sicher kein Weg, der für die NAK in Frage kommt!

 


Frage: Wie lange kann sich der Wochengottesdienst noch halten?


Leber sagt dazu: Ja, ich kann die Frage natürlich verstehen. Ich weiß, wie es aussieht, dass das auch sehr schwierig ist in manchen Gegenden, dass dort nur wenige noch den Mittwochsgottesdienst regelmäßig besuchen aus unterschiedlichen Gründen. Aber ich möchte daran festhalten, das ist die übereinstimmende Haltung auch der Bezirksapostel. Ihn einfach zu streichen, den Mittwochsgottesdienst, das würde uns sicherlich nicht vorwärts bringen. Wir werden Überlegungen anstellen, wie wir den Mittwochsgottesdienst eben vielleicht noch etwas attraktiver machen können; auch für Jugendliche, für solche, die vielleicht ein wenig weniger regelmäßig die Gottesdienste besuchen, aber wir werden ihn nicht streichen.


Kommentar: Für jemanden, der sich nach eigenem Bekunden die Mittwochsgottesdienste regelmäßig schenkt, ist Leber hier recht vollmundig. Und ich bin ziemlich sicher, dass das lediglich ein Schwanengesang auf den Mittwochsgottesdienst ist!


Denn: Wie will er ausgerechnet einen Gottesdienst der am Abend eines Wochentages, zu einer Zeit also, in der jeder normale Werktätige müde ist und die Füße hochlegen will, attraktiver gestalten? Abgesehen davon wäre es wohl jetzt etwas zu spät, mit entsprechenden Überlegungen zu beginnen.


Die Realität wird Leber überholen: Die weniger werdenden und oft bis zur Grenze der Belastbarkeit aktiven Funktionäre werden den Wochengottesdienst einfach deshalb undurchführbar machen, weil keiner mehr dazu bereit steht. Was bleiben könnte, wären von Diakonen geleitete Andachten in Schwerpunktgemeinden.


Und was soll das Gezappele überhaupt... Der ach so wichtige (und furchtbar lästige) zweite Sonntags-Gottesdienst ist doch auch irgendwann gefallen. - So what??

 


Frage: Wie wird die NAK in Zukunft mit dem Thema Homosexualität umgehen, wird es dort Fortschritte geben?


Leber sagt dazu: Ich muss zunächst einmal sagen, ich meine, es ist auf diesem Gebiet viel erreicht worden. Der Umgang mit homosexuellen Brüdern und Schwestern ist, soweit ich das höre und sehe, unverkrampft in den Gemeinden und es ist eigentlich auch so, dass homosexuelle Geschwister auch vielfältige Möglichkeiten der Betätigung haben; in Musik zum Beispiel, da gibt es sicherlich eben große Fortschritte, in den letzten Jahren, Jahrzehnten. Das muss man sicherlich im Zusammenhang sehen mit den gesellschaftlichen Entwicklungen. Wir stehen weiterhin im Kontakt mit Regenbogen NAK und werden mit den Geschwistern dort uns austauschen und werden auch sehen, wie wir auf diesem oder jenen Gebiet zu Fortschritten kommen. Näheres kann ich im Moment eigentlich nicht sagen, das müssen wir abwarten, wie die Gespräche dort geführt werden, in welche Richtung sie kommen. Wir versuchen unser Möglichstes zu tun um die homosexuellen Geschwister mit zu integrieren in unsere Kirche.


Kommentar: Dazu möchte ich ein offizielles Statement des Apostelvereins NAKI e.V. Zürich zitieren:


 

  • Homosexualität

 

(Gleichgeschlechtliche Liebe)


Praktizierte Homosexualität heißt die Neuapostolische Kirche aufgrund der biblischen Grundlagen und der christlichen Tradition nicht gut. Ob und in welchem Umfang ein Mensch, der in seiner homosexuellen Veranlagung absolut festgelegt ist, durch das Praktizieren seiner Homosexualität Schuld gegenüber Gott auf sich lädt, liegt allein im Ermessen Gottes.


In diesem Zusammenhang wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die sexuelle Veranlagung für die seelsorgerische Betreuung der Glaubensgeschwister keine Bedeutung hat. Glaubensgeschwister, die Homosexualität praktizieren bzw. in einer homosexuellen Partnerschaft leben, können keine Amts- und Lehrtätigkeit in der Kirche ausüben.


Quelle: http://www.nak.org/de/glaube-kirche/nak-von-a-bis-z/glossar/all/homosexualitaet/


Also für mich ist da nichts von Lebers Aussagen bestätigt! Solange im Zusammenhang mit Homosexualität auch nur andeutungsweise von Sünde oder Schuld gesprochen wird, und solange Homosexuelle von kirchlichen Ämtern ausgeschlossen sind, befindet sich die NAK mit ihren Ansichten in der Steinzeit!


Was immer scheinbar erreicht worden ist, hinkt weit hinter der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung zurück!

 


Zum krönenden Abschluss sei hier noch eine Frage vorgetragen, die ebenfalls bei nacworld eingereicht worden ist, die zu beantworten der größte Führer der Nakis aber trotz der Brisanz nicht für nötig gehalten hat. Oder haben seine Hofschranzen aus der nacworld-Admin Bammel gehabt, sie zu stellen?

 


Karl-Friedrich aus Deutschland stellte die folgende zweiteilige Frage:


"Wie ordnet die heutige Führung der Neuapostolischen Kirche das Urteil der „ALBURY“-Apostel - welche die Neuapostolische Kirche ja als wahre Apostel Jesus und als ihre „Gründungsväter“ anerkennt - ein und welche Konsequenzen zieht sie aus der Tatsache, dass diese Albury-Apostel das Gründungsgeschehen - mit der Installation von Neuen Aposteln - von 1863 in der Gemeinde Hamburg, als einen Akt der Unordnung und des Ungehorsams verurteilt hat?

Wie steht die Führung der Neuapostolischen Kirche dazu, dass alle gottesdienstliche Handlungen sowohl der Amtsträger in der abtrünnigen Hamburger Gemeinde damals, als auch die gottesdienstlichen Handlungen von deren künftigen Nachfolgern  - somit also auch die gottesdienstlichen Handlungen der heutigen NAK-Amtsträger - als geistlich ungültig, sowie die damalige Körperschaft der Gemeinde Hamburg und deren Nachfolger-Körperschaften bis heute für außerhalb des Leibes Christi stehend erklärt hat?


Die NAK müsste diese Frage ja aus eigener Erfahrung beantworten können, die sie gesammelt hat, als Apostel Rockenfelder jr. und Prophet Heubach um 1988, innerhalb der Neuapostolischen Kirche durch das Abhalten von eigenen, nicht von der Neuapostolischen Kirchenführung autorisierten, Gottesdiensten ebenfalls einen Akt der Unordnung und des Ungehorsams vollzogen, und die Urteile der damaligen Leitung der Neuapostolische Kirche ignoriert haben."

 


Also auf die Antwort auf  d i e s e  Frage, Herr Dr. Leber, wäre ich schon sehr gespannt. Aber auch wirklich seeeehr gespannt! - Wie erklären Sie der staunenden Welt, dass die Neuapostoliken kirchenrechtlich gesehen überhaupt keine Christen sind?

 

  • Und hier nun, wie angekündigt das komplette 3-teilige Interview im PDF-Format zum Download:
nacworld-Mitglieder fragen, Stammapostel Leber antwortet. Teil 1
Leber-Interview Teil 1.pdf
PDF-Dokument [268.8 KB]
nacworld-Mitglieder fragen, Stammapostel Leber antwortet. Teil 2
Leber-Interview Teil 2.pdf
PDF-Dokument [214.1 KB]
nacworld-Mitglieder fragen, Stammapostel Leber antwortet. Teil 3
Leber-Interview Teil 3.pdf
PDF-Dokument [245.2 KB]
Mehr Info: (- klick) ins Bild!
Informationen über die NAK von Detlef Streich
veröffentlichte Artikel und Aufsätze über die NAK von Rudolf J. Stiegelmeyr
aktuelle Artikel zur NAK von Dieter Kastl
Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk bzw. Inhalt steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz.

Aktuelles:

26.11.2016

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Update 1:

Es ist schon auffällig, dass die NAK-Funktionäre ihre Methoden seit den 50ern des vorigen Jhdt. nicht geändert haben. - Auch dann nicht, wenn sie scheinbar einen Scherz machen. fcs hat das am Fall eines scheinbren Schenkelklopfers vom Rüdiger Krause aufgezeigt:

 „Von einem der auszug, die Anderen das Fürhten zu lehren“ (- klick)

 

Update 2:

Dass wir das noch erleben durften!
Die bornierten Halbgebildeten der NAK-Gemeinde Hamm-Werries setzen sich unter der Moderation vom auf facebook sattsam bekannten Hardcore-NAKidei Dieter Schulze zu einem Gesprächskreis zusammen und stellen fest, dass Geistesgrößen wie Schopenhauer, Berlin, Fred et al. schwachköpfige Dummschwätzer waren, indem sie auf bestechende Weise deren Erkenntnisse zur Willensfrei
heit des Menschen widerlegen:

„Klartext über die NAKn“ (- klick)

 

Update 3:

Es ist nahezu unglaublich, was für einen Haufen Schwachsinn nur eine Handvoll Apostel im Laufe eines Jahres so von sich gibt!
Und dann sind sie auch noch so stolz auf diesen Blödsinn, dass sie ihn als Zitate veröffentlichen lassen.
Wir haben sie einmal gesammelt und als kommentierte Zitate bei uns eingestellt:

„Die blöden Sprüche der NAK-Granden (Vol.1 + Vol. 2)“ (- klick)

 

Update 4:

Ein unverhoffter Leserbrief hat uns einen völlig neuen Blick auf die NAK eröffnet.
Grund genug, ihn unserer gesamten Leserschaft zur Verfügung zu stellen:

„Unverhofft kommt selten“ (- klick)