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Auf dieser Seite finden Sie folgende Beiträge:

  •          21.07.2013 – (bt) „Blinde Blindenleiter oder bewusste Irreführung?“ Das Entschlafenenwesen der NAK
  •         20.05.2013 – (fcs) „Legitimation des Apostelamtes und Apostolische Sukzession“ Warum das NAK-Apostolat jeglicher Legitimation entbehrt
  • ·         15.03.2013 - (fcs) „Spökenkiekerei und Gehirnwäsche“ Das Jenseits-Voodoo der Neuapostolischen Kirche
  • ·         05.12.2012 - (bt) „Habetis Catechismum“ NAK-Lehrwerk offiziell eingeführt
  • ·         14.11.2012 – (bt) „Wer glaubt noch der Apostellehre?“ oder: Was kommt nach Laodizäa?
  • ·         26.10.2012 - (fcs/bt) „Klein-Willi legt die Bibel aus“ Exegese eines theologischen Geisterfahrers
  • ·         30.06.2012 (fcs) „Anspruch ohne Begründung“ Das Amtsverständnis der NAK

02.08.2013 - (fcs)

Neuapostolisch? - Was is’n das?

Über eine irreleitende Anleitung zum Bekennen.

angeblich von "der Jugend" der NAK Berlin-Brandenburg entwickelt: Der "Leitfaden zum Bekennen"

Mit Groß-Events, hauptsächlich für die Zielgruppe der jungen Leute im Alter zwischen 14 und 30 Jahren will die NAK, das ist bereits in den letzten Jahren deutlich zu beobachten gewesen, den Mitgliederschwund und GD-Besucherrückgang gerade in dieser Altersgruppe aufhalten.
Jüngere Aktivitäten und Predigt-Schwerpunkte der Leitungs-Funktionäre belegen, dass darüber hinaus versucht wird, insbesondere die jüngeren Mitglieder zur Werbung von neuen Mitgliedern anzuregen. „Bekennen“ heißt das, im neuen Jargon der Kirche – früher hat man „Zeugnis bringen“ dazu gesagt.

 

In der Tat sind die Ereignisse, zu denen die jungen Leute bekennenderweise Gäste mit einladen könnten, so gestrickt, dass ihnen der fromme gottesdienstliche Charakter vollkommen abgeht. Erst auf den zweiten Blick ist zu erkennen, dass da eine sterbende „Kirche“ (Die neuapostolische Kirche war zu keinem Zeitpunkt eine Kirche im eigentlichen Sinn) um neue zahlende Mitglieder wirbt.

 

Klar ist allerdings, dass die bekennenden NAKler nicht drumherum kommen werden, gelegentlich Fragen nach dieser Kirche zu beantworten…

Aber - OhWeh! – was unsereins früher schon aus Kindergottesdienstzeiten, geschweige denn nach der Konfirmation (Klinkenputzen war seinerzeit nachgerade Pflicht für die NAK-Jugend), wie aus der Pistole geschossen beantworten konnte, scheint der NAK-Jugend von heute nicht mehr geläufig zu sein. Damit das mit dem „Bekennen“ aber trotzdem klappt, hat „die Jugend der Neuapostolischen Kirche von Berlin-Brandenburg“ jetzt einen kleinen Flyer entworfen, der im Internet heruntergeladen und ausgedruckt werden kann. Dieses Faltblatt soll die sogenannten FAQ zur NAK beantworten.

 

Beantwortet es diese Fragen? „Peifedeckel“ würde der Pfälzer antworten! Aus jeder angeblichen Antwort ergeben sich neue Fragen, die beantwortet werden wollen. Schauen wir uns doch die „Fragen und Antworten“ einmal an, und stellen die daraus resultierenden weiteren Fragen. Und natürlich beantworten wir diese weiteren Fragen auch gleich…  - Viel Spaß beim Lesen und Lernen!

 

  • Leitfaden – Wie erkläre ich meinen Glauben?

 

Auf die Aussage: „Ich gehe in die Kirche“ kommt häufig die Frage: „Bist du evangelisch oder katholisch?“ Die Antwort: „Ich bin neuapostolisch“ führt dann meistens zu vielen weiteren Fragen, bei denen euch dieser Leitfaden etwas helfen soll.

 

  • Neuapostolisch? Was ist denn das?

 

Wir sind eine apostolische Kirche, d.h. wir haben Apostel[1], so wie es schon vor 2000 Jahren zur Zeit Jesu  war. Unsere Kirche ist weltweit verbreitet und  in  Deutschland sind wir die viertgrößte christliche Kirche (Quelle: http://www.remid.de/remid_info_zahlen.htm).

 

Stimmt das wirklich mit der „viertgrößten christlichen Kirche in Deutschland“? – Welche drei anderen sind denn die größeren? - Habt Ihr schon einmal davon gehört, dass alleine Baptisten und Mennoniten mit rd. 420.000 Mitgliedern (Tendenz steigend) deutlich größer sind, als die Neuapostolischen Kirchen mit nach eigenen Angaben aktuell noch 350.000 Mitgliedern (Tendenz stark fallend)?

 

Tatsache ist, dass die REMID-Zahlen nicht leicht zu durchschauen sind. Die verwirrende Auflistung ist geeignet, Informationssuchende auf eine falsche Fährte hinsichtlich der Kirchengrößen zu locken, die Listen laden regelrecht zur Manipulation ein. Zum Beispiel in der Form, wie es die Macher dieses Flyers getan haben, nämlich indem verschiedene Gruppierungen in einen Topf geworfen wurden.

 

Nach NAK-Zählart ist sie die viertgrößte Kirche nach Römisch-Katholischer-Kirche, den evangelischen Landeskirchen und der Orthodoxen Kirche. Hier werden die Orthodoxen Kirchen einfach zusammengerechnet, die evangelikalen Gemeinschaften aber getrennt bewertet. So geht das natürlich nicht, die Methode, die für die Evangelikalen angewendet wird, muss auch für die Orthodoxie gelten! Und wenn wir die orthodoxen Kirchen mit ihren insgesamt 1,5 Mio. Mitgliedern betrachten, müssen wir feststellen, dass alleine schon die griechisch-orthodoxe Kirche in Deutschland mit 450.000 Mitgliedern größer ist, als die NAK, die tatsächlich bereits jetzt auf den 5. Platz abrutscht. Und die nachgefragten Zahlen zu Mennoniten und Baptisten stimmen tatsächlich. Auch diese Gruppierung ist größer als die NAK. Ihr tut Euch also selbst einen Gefallen, liebe Bekennende, wenn Ihr das Größenargument vernachlässigt. Denn tatsächlich kann man auch die NAK als Größe unter den christlichen Glaubensgemeinschaften vernachlässigen.

 

Fakt ist: Die Neuapostolische Kirche ist allenfalls die fünft- korrekt gerechnet eher die sechstgrößte christliche Glaubensgemeinschaft in Deutschland. Die Herausgeber des Flyers haben Euch belogen!

 

  • Und an was glaubt ihr in eurer Kirche? - Wo ist der Unterschied?

 

Die Grundlage für unseren Glauben ist die Bibel, wie sie Martin Luther übersetzt hat. Wir glauben also an den dreieinigen Gott – das heißt: Vater, Sohn und Heiligen Geist.


[1] Apostel bedeutet: Gesandter oder Botschafter an Christi statt.

Gezielt eingesetzt,um einen Wettbewerb um die Höhe des "Opfers"? Die Mitgliederstatistik der NAK-NRW
  • Aber das glauben doch die Anderen auch?

 

Stimmt – wir haben natürlich sehr viele Gemeinsamkeiten. Immerhin sind wir ja eine christliche Kirche und da steht Jesus Christus im Mittelpunkt.

 

Unterschiede gibt es sicherlich im Ablauf der Gottesdienste oder darin, dass bei uns keine Kirchensteuern  erhoben werden. Außerdem ist für uns das Apostelamt verbindlich, weil wir glauben, dass wir durch die Apostel den Heiligen Geist bekommen können.

 

Entspricht die Kirchensteuer, auch von der Höhe her (8-9% rel. z. EKSt), nicht biblischer Überlieferung? Und ist Euer angeblich freiwilliges Opfer (in den Predigten wird doch, wie man hört, regelrecht danach gegeiert) nicht  um ein vielfaches höher und beträgt 10% der Einkünfte?

 

Es stimmt leider, dass das Kirchensteuer-Argument allenfalls bei passiven Mitgliedern der „anderen“ Kirchen (soweit sie Körperschaften öffentlichen Rechts sind) zählt. Denn klar, bei Kirchen, die die sich aus freiwilligen Spenden finanzieren, wie z.B. die NAK, bekommen lediglich von den aktiven Mitgliedern Geld – Kirchensteuer wird aber weiter vom Lohn abgezogen, ob das betreffende Mitglied nun zur Kirche geht, oder nicht.

Von der Höhe her, solltet Ihr euch aber lieber nicht auf ein Gespräch einlassen – denn die Bemessungsgröße für die Kirchensteuer ist die Höhe der tatsächlichen Einkommensteuer (zuviel bezahlte Kirchensteuer wird z.B. mit dem Lohnsteuer-Jahresausgleich zurückgezahlt) – aber die NAK fordert von ihren Mitgliedern ein Opfer in Höhe von 10% der Bruttoeinkünfte! – Und das dieses Opfer nicht wirklich freiwillig ist, wenn durch Indoktrination bereits in Kindheit und frühester Jugend auf die Notwendigkeit des Opfers hingewiesen wird, liegt auf der Hand. – Und wenn eine NAK-Gebietskirche, wie die in NRW, nachgerade einen Wettbewerb im Opferaufkommen zwischen verschiedenen Ältestenbezirken durchführt, hat das schon etwas mit der Leistungsfreiwilligkeit von Verkaufsaußendienstlern gemeinsam. Oder wie anders ist eine Statistik zu bewerten, aus der klar lesbar ist, dass jedes Mitglied z.B. im Bezirk Bonn lediglich 186,23 €/Jahr opfert, im Bezirk Niederrhein dagegen 356,24 €/Jahr?

[Übrigens ergeben diese Zahlen auch, dass die Gebietskirche NRW lediglich noch  10,57% aktive Mitglieder hat- denn bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 19.682 €/Einw. hätte die NAK-NRW Opfereinnahmen in Höhe von mehr als 165 Mio. € generieren müssen. Oder sollten diese Zahlen etwas mit der Glaubwürdigkeit der von dieser Kirche herausgegebenen Zahlen sagen?]

Gerade CANITIES-News haben zum Thema „Freiwilligkeit des Opfers“ einige Beiträge veröffentlicht… (Lesen bildet weiter).

 

Fakt ist: Der Hinweis auf die Kirchensteuer geht sowas von granantenmäßig daneben, dass Ihr Euch den verkneifen solltet. Und die Verbindlichkeit des Apostelamtes ist, wie wir gleich aufzeigen definitiv kein Argument für eine Hinwendung zur NAK!

Wenn es ihn denn geben sollte, hat er gewiss nichts mit der NAK zu tun: Der HEILIGE GEIST
  • Und wofür braucht man den Heiligen Geist?

 

Na ja, durch ihn trägt man einen Teil Gottes in sich, man wird sozusagen zu einem Gotteskind. Die Spendung des Heiligen Geistes durch einen Apostel – wir sagen auch Versiegelung dazu – ist der nächste Schritt nach der Taufe. Taufe und Versiegelung sind übrigens zwei von drei Sakramenten (Heilige Handlungen), die es in unserer Kirche gibt. (Spendung: So nennt man es, wenn man den Heiligen Geist oder andere Sakramente bekommt).

 

Spendet der Apostel wirklich den Heiligen Geist? Wieso ist denn der Heilige Geist, nach Eurem eigenen Verständnis ja Teil der Gottheit, der Verfügbarkeit von Menschen unterworfen? Und wenn das stimmt, was bedeutet es denn „sozusagen“ ein  Gotteskind zu sein?  Sind nicht alle Getauften sowieso Gotteskinder? Und überhaupt: Ist es nicht so, dass in der katholischen Kirche mit der Firmung auch der Heilige Geist gespendet wird?

 

Mit dieser Argumentation werdet Ihr, wie die weiteren Fragen nahelegen, von Eurer Kirche aufs Glatteis geführt; denn tatsächlich ist der Heilige Geist, als Teil der Trinität nicht der Verfügbarkeit von Menschen unterworfen! Eure Apostel können also genausowenig wie Bischöfe anderer Kirchen den Heiligen Geist spenden. Was sie gemäß Eurer Lehre tun (ein Blick unter 8.3 des NAKatechismus hilft da weiter), ist die Gabe des Heiligen Geistes zu spenden. Und mit dieser Spendung der Gabe des Heiligen Geistes, so lehrt es Euer Katechismus, werdet Ihr angeblich zu einem Gotteskind mit Berufung zur Erstlingsschaft.

Und diese Versiegelung ist nichts NAK-eigentümliches… Sie entspricht tatsächlich dem, was in der Römisch-Katholischen-Kirche bei der Firmung geschieht. Der Einzige Unterschied ist, dass die Katholiken von „Kraft des Heiligen Geistes“ spricht und nicht von Gabe. Was die Katechismen über den Vorgang sagen ist jedenfalls absolut vergleichbar, und damit ist dann auch klar, dass der derzeit gültigen Lehre Eurer Kirche nach, zumindest die Katholiken genauso Gotteskinder mit Berufung zur Erstlingsschaft sind, wie Ihr es zu sein vorgebt.

 

Fakt ist: Die NAK kann sich in diesem Punkt nicht von der RKK abgrenzen. Da die RKK aber die wesentlich ältere Kirche ist, hat die NAK lediglich deren Lehre kopiert. Sie ist sozusagen ein Plagiat.

 

  • Welche Sakramente gibt es denn noch?

 

Das Heilige Abendmahl. - Während es in den Landeskirchen zwei bzw. sieben Sakramente gibt, kennen wir eben diese drei[1].

 

Dann nochmal die Frage nach der katholischen Kirche: Stimmt es denn nicht, dass die Firmung auch dort die Vollendung der Taufe ist und mit dieser und der Eucharistie (also dem Abendmahl) die „drei Sakramente der christlichen Initiation“ bildet? Wo ist denn da der Unterschied zu Euch?

 

Fakt ist: Wie schon beim vorherigen Punkt geklärt, gibt es keinen Unterschied zwischen RKK und NAK. Die RKK kennt zwar mehr Sakramente, aber eben diese drei gelten unter Berufung auch in der RKK unter Berufung auf Johannes als die „drei Sakramente der christlichen Initiation“…


[1] 1. Joh. 5,7-8: Denn drei sind, die das bezeugen: der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei stimmen überein

Blick in meine ehemalige Heimat-Gemeinde während eines Apostel(!)-Gottesdienstes
  • Und wie muss man sich so einen Gottesdienst bei euch vorstellen?

 

Also, wir haben zweimal in der Woche Gottesdienst: sonntags und mittwochs. Bis auf ganz wenige Ausnahmen sind alle Amtsträger unserer Kirche ehrenamtlich tätig. Sie sind übrigens auch außerhalb der Gottesdienste für die Gemeindemitglieder da. Im Zentrum des Gottesdienstes steht die Predigt, die frei gehalten, also nicht vorformuliert oder abgelesen wird. Auch hier kommt der Heilige Geist wieder ins Spiel, der den Priestern die Anregung und Inspiration gibt, frei das Wort Gottes zu verkündigen. Daneben haben wir schöne Chöre und Musikgruppen, die den Gottesdienst umrahmen. Wir feiern auch in jedem Gottesdienst Heiliges Abendmahl. Am besten, du guckst dir das mal selbst an.

 

Stimmt das mit dem Heiligen Geist? – Wozu sind denn die Leitgedanken zum Gottesdienst da, in denen zentral für alle NAK-Funktionäre gleich die wichtigsten Punkte der Predigt vorgegeben werden, sodass der Predigende nur noch Füllmaterial liefern muss? Inwiefern ist das noch eine nicht vorformulierte Predigt, die durch den Heiligen Geist angeregt und inspiriert wird?

Ist es nicht wahr, dass die Chöre und Musikgruppen in den Gemeinden immer kleiner werden, dass manchmal gar kein Chor mehr zusammen zu bekommen ist? Stimmt es nicht, dass extra deswegen das Repertoire auf kleine Chöre mit nur drei Stimmen abgestellt ist?

 

Ich war etwa 60 Jahre neuapostolisch. Und ich weiß von keiner Zeit, in der nicht die Mär vom geistgewirkten Wort verbreitet worden ist. Allerdings waren fast alle erwachsenen Männer in meiner Familie sogenannte Amtsträger – deshalb weiß ich 100%ig genau, dass die sie vor den GD sehr intensiv mit dem Inhalt des damals so genannten Amtsblattes vertraut gemacht haben. Ganz logisch waren die Inhalte der Gottesdienste in verschiedenen Gemeinden, ja sogar verschiedenen Bezirken und Apostelbereichen vergleichbar. Und das wurde dann als Wirken des Heiligen Geistes verkauft, der über regionale Grenzen hinweg das gleiche Wort wirkt. Natürlich war der Inhalt des Amtsblatts streng geheim – nicht einmal die Gehülfinnen der AT, die sogenannten Nullchen, durften einen Blick hineinwerfen.

So wurde das Kirchenvolk über Jahrzehnte veräppelt… und wird es, wie wir den vorgegebenen Antworten entnehmen können, heute noch. Nur dass das Amtsblatt heute „Leitgedanken zum Gottesdienst heißt“

 

Fakt ist: Mit dem angeblichen Wirken des Heiligen Geistes ist es nicht weit her im angeblichen Werk des Herrn. Wie alles andere in der streng patriarchal-hierarchisch strukturierten NAK ist auch der wesentliche Inhalt der GD zentral vorgegeben. Der einzelne AT gibt dann je nach Begabung mehr oder weniger unterhaltsames Füllmaterial dazu.

Und über die Chöre und Musikgruppen in den meisten Gemeinden brauchen wir nun wirklich kein Wort zu verlieren.

 

  • Und was wird da so gepredigt? - Das wiederholt sich doch

 

Jeder Gottesdienst ist anders, auch wenn sich die Grundthemen aus der Bibel irgendwann wiederholen. Da wir glauben, dass Gott uns im Gottesdienst anspricht, bekommt solch eine Predigt aber meist eine sehr persönliche Note. Irgendwie kann man da fast immer etwas für sein eigenes Leben mitnehmen. Kurz: Meist ist das Ganze sehr lebendig und praktisch.

 

Ist das nicht sehr euphemistisch? Hast Du dich nicht auch schon darüber lustig gemacht, dass die meisten Prediger ein „Steckenpferd“ reiten, das sie immer und immer wieder satteln?

 

Die Predigten in den NAKn sind zentral vorgegeben, allerdings können charismatische Redner den vorgegebenen Leitgedanken dennoch Leben einhauchen und wenn sie einigermaßen intelligent sind (darauf achtet die NAK erst seit jüngerer Zeit – früher waren solche Gestalten wie der von nacworld bekannte Klaus Dieter K. gang und gäbe), schaffen sie es auch, einen Bezug zum realen Leben herzustellen.

 

Fakt ist: Ob der Gottesdienst wirklich lebendig und praktisch ist, hängt wesentlich von den in der jeweiligen Gemeinde zur Verfügung stehenden AT ab. Und für sein eigenes Leben kann man tatsächlich nur dann etwas mitnehmen, wenn man sich zu 100% den Kirchenlehren unterordnet.

 

  • Okay, aber wieso rennt ihr denn zweimal die Woche in die Kirche?

 

Also, im Gottesdienst können wir unseren Glauben praktisch erleben und er wird dort auch gestärkt[1]. Wenn wir beten und Fragen haben, merken wir, wie Gott bei uns ist. Das ist wie so eine Art Wegweisung. Wir fühlen uns dann sicher und bekommen auch immer wieder Tipps für unser Leben. Wir sind außerdem eine ganz tolle und lebendige Gemeinde – von jung bis alt ist alles dabei. Wir singen auch im Chor mit. Das macht uns Spaß und wir können damit unsere Dankbarkeit Gott gegenüber ausdrücken. Außerdem haben wir auch einige Freunde in der Kirche und besonders, wenn mehrere Jugendgruppen zusammenkommen, wird’s echt lustig.

 

Jetzt sei mal bitte ganz ehrlich: Wie oft hast Du im Gottesdienst gemerkt, dass Gott bei Dir war? Und hast Du dir in diesen Momenten noch nie vor Augen geführt, dass das eine durch den Besuch in einer Kirche mit dem feierlichen Drumrum sich selbst erfüllende Erwartungshaltung ist? – Welche Wegweisungen und Tipps für Dein Leben hast Du denn tatsächlich erhalten? Hast Du einmal ein paar Beispiele für mich?

Und Ihr seid eine tolle und lebendige Gemeinde?  Ist‘s nicht vielmehr so, dass die Gemeinde immer mehr schrumpft, und immer mehr Junge wegbleiben, sodass in den Gottesdiensten fast nur noch Alte dort versammelt sind? Stimmt es etwa nicht, dass immer mehr Gemeinden geschlossen werden bzw. mit anderen zusammengelegt, um den Eindruck von lebendigen Gemeinden mit einer gut durchmischten Altersstruktur zu erwecken – solange wenigstens, bis auch dort der Schrumpfungsprozess sichtbar wird?

 

Fakt ist: Wir können uns hier weitere Ausführungen sparen. Der Schrumpfungsprozess und seine Folgen sind unübersehbar. Im „Verkaufsgespräch“ einen anderen Eindruck erwecken zu wollen, wäre unredlich!


[1] Apostel Paulus sagt im Römer 10,17: „So kommt der Glaube aus der Predigt.“

  • Glaubt ihr an ein Leben nach dem Tod?

 

Ja, auf jeden Fall! Der Körper stirbt irgendwann – Seele und Geist sind aber unsterblich[1]. Deswegen gehen wir ja auch in die Kirche, weil wir glauben, dass nach dem Tod noch etwas passiert. Wir wollen eben einmal ewig bei Gott und nicht woanders sein. Wir glauben auch an das Wiederkommen Jesu Christi, denn Jesus hat vor seiner Kreuzigung  selbst gesagt:

„Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin“ (Joh. 14,3).

 

Wann das sein wird, wissen wir nicht. Jesus hat aber immer geraten, diesen Tag zu erwarten, also vorbereitet zu sein. Ein weiteres Merkmal unseres Glaubens ist übrigens auch, dass bereits Verstorbenen die Sakramente gespendet werden können.

Auch das haben wir uns nicht ausgedacht, sondern leiten es natürlich aus der Bibel ab, wo bereits vor 2000 Jahren Lebende für die Toten getauft wurden[2].

 

Das mit dem Leben nach dem Tod… glauben das nicht alle anderen Christen auch? Irrt Ihr Euch im Hinblick auf den unsterblichen Geist nicht genauso, wie Katholiken und Evangelen? Ist es nicht zwingend logisch, dass der Geist, also das Ich-Bewusstsein, da es eine Hervorbringung des Gehirns und damit materiell ist, mit dem Tod aufgelöst wird? Stimmt es denn wirklich, dass Jesus von Nazareth das mit dem Wiederkommen gesagt hat? Kannst Du mir einmal etwas über die Authentizität der Überlieferungen sagen?

Und zu den Sakramenten für Verstorbene… Hast Du ein paar belastbare biblische Quellen für diese Praxis? Wie viele authentische Hinweise in den Evangelien gibt es dafür, dass diese Praxis jesuanischer Lehre entspricht? Und ist es nicht wahr, dass der „Apostel“ Paulus sich im Prinzip selbst zum Apostel gemacht hat ohne Jesus nie kennengelernt zu haben? Stimmt es nicht, dass Paulus in 1. Kor. 15, 29 lediglich darauf abhebt, dass eine vergleichbare Praxis verschiedentlich ausgeübt wird, ohne dabei die Verbindlichkeit dieser Praxis festzustellen? Und selbst wenn er die Totentaufe zu verbindlicher Lehre erhoben hätte, was er nicht hat(!), wie kommt Ihr eigentlich darauf,  dass auch die Spendung weiterer Sakramente an Tote verbindlicher Lehre entspringt?

 

Die Vorstellung, der Mensch bestehe aus Leib, Seele und Geist geht zurück auf älteste biblische Überlieferungen. Dort heißt es, dass der Mensch sich aus Seele und Körper zusammensetzt. Der Geist als Unterscheidung zur Seele bezeichnet der biblischen Überlieferung nach aber nicht wirklich eine eigenständige Einheit, sondern ist als Sitz des Denkens lediglich ein Teil des nichtstofflichen Teils des Menschen, während mit Seele das Ich-Bewusstsein und der Bereich der Gefühle gemeint ist.

Und damit ist man überhaupt nicht weit von einigen Strömungen auch der moderneren Geist-Philosophie entfernt. Im Grunde müssen wir also von einer Zweiheit sprechen, statt von einer Dreiheit – ein Problem das auch bereits Platon im 5. Jhdt. v.Z. gewälzt hat (der möglicherweise auch die Bibelschreiber inspiriert hat). Wer sich tiefer in dessen Gedankengut einlesen will, mag sich mit Platons Philebos auseinandersetzen. Hier würde es den Rahmen sprengen, aber es entsteht derzeit ein umfangreicherer CANITIES-Beitrag zum Leib-Seele-Problem.

Für uns hier genügt (unter Verweis auf Descartes) ein kleiner Gedanke… Wir Menschen sind uns selber als eigene Persönlichkeit erst in dem Moment bewusst, wo wir meinend auf etwas Drittes gerichtet sind. Das Ich-Bewusstsein erfordert also das Denken, womit es ausgeschlossen ist, Seele und Geist als getrennte Einheiten zu betrachten – sie bilden eine komplexe Einheit. Der Mensch besteht auch den biblischen Überlieferungen zufolge also nicht aus drei sondern aus zwei Komponenten, wir bezeichnen sie als Körper-Geist-Einheit.

 

In einem nächsten Schritt müssen wir uns darüber klar werden, wie der Geist, der vereinfacht ausgedrückt der Träger des Ich-Bewusstseins ist, entsteht, um uns darüber im Klaren zu werden, ob das Ich nach dem Tod weiterexistiert. Ein weiteres hochkomplexes Thema, das ich hier nur mit einem Verweis auf die neuronalen Korrelate des Bewusstseins anreiße. Anders als bei anderen Theorien zur Seele-Leib-Problematik befinden sich die Theorien zu den neuronalen Korrelaten des Bewusstseins nicht mehr im ausschließlich philosophischen, also letztlich spekulativen, Stadium.
Die Gehirn-Forschung deckt nahezu täglich neue Erkenntnisse auf, die bei allen immer noch bestehenden philosophischen Problemen nahelegen, dass der Geist, das Bewusstsein Hervorbringungen des Gehirns sind. Und das bedeutet, dass es eine wesentliche höhere Wahrscheinlichkeit dafür gibt, dass das Ich-Bewusstsein, der Geist eines Menschen nach dessen Tod mit der Materie des Gehirns untergehen, als dafür, dass es nach dem Tod des Individuums weiterlebt. – Das einzige, was mit absoluter Sicherheit weiterlebt, ist die jedem Organismus, jeder lebenden Materie, ob nun Baum, Qualle, Mensch oder Kakerlake, innewohnende Lebensenergie, die es zur Nahrung für lebende Organismen macht. So gesehen lebt natürlich jedes Leben ewig, zumindest nach menschlichen Dimensionen, weil es immer wieder im ewigen Kreislauf der Natur aufgeht, solange unser Sonnensystem besteht – und danach wird es wohl als Lebenssame im Kosmos weiterexistieren.

 

Die Idee, jemand könnte als Geistwesen jenseits der Körperlichkeit weiterexistieren, ist zwar für die Hinterbliebenen tröstlich (oder auch bedrohlich, wenn ich an Figuren wie Adolf Hitler oder Johann Gottfried Bischoff denke), aber überholt. – Schließlich sind wir keine Steinzeitmenschen mehr.
Überholt sind damit aber auch alle Vorstellungen, die dem NAK-Jenseits-Hokuspokus zugrunde liegen. Die allerdings sind noch dazu weit hergeholt und lassen sich durch keinerlei authentische Überlieferungen begründen.

 

Fakt ist: Bei einer Diskussion über das Thema „Leben nach dem Tode“ kann man nicht mehr ehrlich sagen, es sei sicher, dass das Ich-Bewusstsein als Seele-Geist-Einheit in einem metaphysischen Raum, dem sogenannten „Jenseits“ weiterexistiert. Konnte man eigentlich nie – aber früher konnte man insofern noch daran glauben, als es kein besseres Wissen gab. Das hat sich erledigt, da Wissen und Glaube einander ausschließen.

Aber unabhängig davon, ob es ein Leben nach dem Tod gibt oder nicht, ist das Neuapostolische Jenseitsverständnis absoluter Humbug, der nicht einmal biblisch begründbar ist. [Siehe dazu auch die CANITIES-Beiträge „Spökenkiekerei und Gehirnwäsche“ vom 15.03.2013 „Blinde Blindenleiter oder bewusste Irreführung?“ vom 21.07.2013 beide zu finden weiter unten auf dieser Unterseite.

 

Deshalb: Lasst Eure Finger von diesem Thema liebe Bekenner… Der Schuss kann nach hinten losgehen!


[1] 1. Kor. 15,29: Was soll es sonst, dass sich einige für die Toten taufen lassen? Wenn die Toten gar nicht auferstehen, was lassen sie sich dann für sie taufen?


[2] 1: Joh. 5,24: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben…, er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Joh. 11,25-26: Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.

Runde der sog. Albury-Apostel
  • Und wo kommen eure Apostel her? Schließlich sind  doch die letzten Apostel rund 100 Jahre n.Chr. gestorben.

 

Das geht auf die Zeit der sog. Erweckungsbewegung um 1832 in England und auch in Deutschland zurück. Damals kamen gläubige Christen unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften zusammen, die überzeugt waren, dass es in den bestehenden Kirchen an etwas fehlt. Schließlich gab es damals seit langer Zeit keine Apostel mehr und die urkirchlichen Gaben aus dem Heiligen Geist waren verloren gegangen. Deshalb wollten sie um Apostel und neue Geistesgaben beten. In dieser Zeit entstanden dann Wunder, wie Heilungen von Kranken und Weissagungen. Gläubige Menschen wurden hierzu zeitweise vom Heiligen Geist ergriffen und waren dadurch zu übernatürlichen Taten fähig. Während dieser Ereignisse wurden die ersten Apostel durch prophetische Reden ins Amt gerufen. Heute leitet der Stammapostel als das höchste Amt zusammen mit den weltweit 357 (Stand: Mai 2013) Aposteln die Neuapostolische Kirche. Seine Stellung ist mit der des Apostels Petrus vor etwa 2000 Jahren vergleichbar (Mt.16, 18- 19; Katechismus S. 303).

 

Wie kommt Ihr darauf, dass in den bestehenden Kirchen etwas fehlt? Ist nicht die Römisch-Katholische-Kirche ebenfalls apostolisch? Hast Du schon einmal etwas davon gehört, dass deren leitende Ämter in apostolischer Sukzession stehen, sich nur nicht mehr Apostel genannt haben, weil sie diesen Titel den paarundsiebzig Jüngern vorbehalten hatten, die unmittelbar von Jesus ausgeschickt wurden? Wie wollt Ihr also die Behauptung begründen, dass die angeblichen urkirchlichen Gaben aus dem Heiligen Geist verloren waren? Nur weil sich die zweite Apostelgeneration einen anderen Namen gegeben hat?

 

Stimmt es wirklich, dass erst nach dem Beten um Apostel und neue Geistesgaben Wunder, wie Heilungen von Kranken und Weissagungen geschehen sind? Was sagt Ihr denn zu den Heiligen-Überlieferungen in anderen Kirchen? Inwiefern sind die dort überlieferten Wunder und Weissagungen anders, als die in der Zeit der Erweckungsbewegungen?

Woher wisst Ihr, dass die Apostel wirklich durch echte prophetische Reden ins Amt gerufen wurden? Kann es nicht sein, dass das ein abgekartetes Spiel war? – Und was haben Eure Apostel mit den damals ins Amt gerufenen Aposteln zu tun? Stimmt es nicht, dass Eure Kirche einer Sekte der Kirche der damals ins Amt gerufenen Apostel entstammt, dass sie gar nichts mit diesen „neuen“ Aposteln zu tun hat? Ist es nicht vielmehr so, dass die Sekte, aus der eure Kirche frühestens im Jahr 1878 hervorgegangen ist, eine Gemeinschaft von exkommunizierten Mitgliedern der ursprünglichen „neuen“ apostolischen Kirche war?

 

Und ist Euer Stammapostel tatsächlich ein „Primus inter Pares“, wie es der Apostel Petrus war?

 

Die sich aus den vorgegebenen Antworten neu ergebenden Fragen sagen eigentlich schon alles. Die katholischen Bischöfe z.B. sind aufgrund der Sukzession legitime Nachfolger der Apostel, sie nennen sich nur anders. Das neuapostolische Bischofsamt hat insofern auch gar nichts mit dem biblisch überlieferten Bischofsamt zu tun. Es ist lediglich erfunden worden, um das NAK-Apostolat aufzuwerten, quasi als Hilfsamt für den Apostel, ähnlich wie Timotheus für Paulus. Da aber durch die verschiedenen NAK-Apostolatsstufen die Apostel ja bereits Hilfsämter für die Bezirksapostel sind, kann das neuapostolische Bischofsamt eigentlich abgeschafft werden. Es hat seinen Sinn verloren!

 

Dafür, dass die Rufungen, aus denen dann die KAG bestand irgendetwas mit irgendeinem Wirken irgendeines Heiligen Geistes zu tun haben, gibt es nicht den geringsten Anhaltspunkt. Man könnte genauso gut sagen, dass es ein abgekartetes Spiel war. – Und selbst dann, wenn diese Rufungen echt gewesen sein sollten, gibt es nicht den geringsten Grund, zu glauben, die sog. Apostel, also die Führungsfunktionäre der NAKn hätten mit diesen etwas zu tun.

Trotz aller Geschichtsklitterung durch die NAK bleibt es eine Tatsache, dass sie nicht wirklich auf die Albury-Apostel zurückgeht, sondern dass sie aus einer Sekte der AcaM hervorgegangen ist. Auf der CANITIES-Unterseite zur NAK „das erlogene Jubiläum“ (- klick) finden sich genügend Informationen dazu.

 

Fakt ist: Bis zum Jahr 100 n.Z. sind nicht die letzten Apostel gestorben, wie es die NAK ihren Mitgliedern immer wieder einbläut, sondern lediglich die letzten Männer die sich selbst Apostel genannt haben. Ihre legitimen Nachfolger, die die gleichen Aufgaben und Privilegien hatten, wurden jeweils einfach als Bischof bezeichnet. – Selbst wenn man bereit wäre, den NAK-Aposteln eine Legitimation zuzusprechen, müsste man gleichzeitig feststellen, dass mindestens die katholischen Bischöfe die gleiche Legitimation haben.

Wenn das aber so ist, wie kann die NAK dann behaupten, die urkirchlichen Gaben aus dem Heiligen Geist seien verloren gewesen? Aus der NAK-Argumentation heraus ist die Notwendigkeit der Rufung neuer Apostel schlicht Quatsch! – Oder anders ausgedrückt: Das NAK-Apostolat ist Quatsch!

Fazit: Wenn heute ein NAK-Mitglied seinen Glauben bekennen will, dann sollte es auf solche Aussagen, wie sie der Flyer vorgibt, verzichten! Warum soll eine solche Argumentation denn auch nötig sein?

 

Wer es so toll findet, neuapostolisch zu sein, weil die Kirche so tolle Sachen bietet, der sagt: „Komm einfach mit und guck‘s Dir an. - Entweder es gefällt Dir, dann ist das okay, oder es gefällt Dir nicht, dann ist das auch okay.“ Seine Begeisterung wird anstecken und zumindest zu einem „Testbesuch“ animieren.

 

In der heutigen Gesellschaft wird kaum jemand die Lehre einer Gemeinschaft wie der NAK, die ja durchaus als „in der Gesellschaft angekommen“ gilt, hinterfragen. – Es interessiert schlicht niemanden. Wenn aber jemand Detailfragen stellt, wie dieser Flyer sie vorgaukelt, dann hat er sich schon vorher für Theologie interessiert, und der mutige Bekenner, der seine Antworten von dem Käseblättchen abliest, fällt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hinten runter…

 

Und ich bin sicher, die Macher wissen sehr genau, wie schwach dieses Papierstück ist, sie wissen, dass es nicht zur Werbung für die NAK geeignet ist. Der Flyer kann also ausschließlich einen Zweck haben: Den Mitgliedern, die an sich den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, die NAK-Irrlehren wieder einmal nahezubringen.

Ergo: Es geht um Mitglieder-Manipulation – Punkt!

Für den Fall, dass jemand unterstellt, wir hätten die ursprünglichen Fragen und Antworten falsch oder sinnentstellt wiedergegeben, hier der Flyer zum Download und Prüfen!
Leitfaden_Flyer(1).pdf
PDF-Dokument [295.7 KB]

21.07.2013 - (bt)

Blinde Blindenleiter oder bewusste Irreführung?

Das neuapostolische Entschlafenenwesen

Einmal mehr wurden wir auf ein bemerkenswertes nacworld -Thema hingewiesen …..

Der erste Gedanken-Impuls: Ein Thema für die Kuriositäten Sammlung, das Abstrusitätenkabinett! - Aber dann bleibt einem das Lachen im Halse stecken …

 

Diejenigen, die solche Themen eröffnen bzw. kommentieren, haben sich das doch nicht aus Langeweile oder aus lauter Jux und Tollerei aus den Fingern gesogen!

Man muss sich das einmal vorstellen: Jemand, der krank ist und vor Schmerzen nicht schlafen kann, so, wie eben die Themenstellerin in besagtem nacworld-Blog, fühlt sich in der „Gebets-Verantwortung“ für Tote!? (erklärt sich aus den PDF unter diesem Beitrag)

 

Das ist es, was die NAK-Lehre aus Menschen macht, deren ganzes Denken von dem bestimmt wird, was die NAK ihnen an „Information“ zukommen lässt. – Information, die nicht wertneutral untersucht werden darf, sondern „im Glauben angenommen“ werden MUSS! Nirgendwo anders darf man nachfragen, keine andere Meinung einholen, denn nur in der NAK werden vom Heiligen Geist gewirkte Erkenntnisse vermittelt!

 

Und so ergeben sich aus dem Exklusivitätsdenken der NAK eben die Ideen, dass auch tote noch apostelversiegelt werden müssen, mit all dem „Drumherum-Gebastelten“, das dann eben zu den Aufgaben führt, die den NAK-Mitgliedern zugeteilt sind. Von alleine ist ja schließlich auch besagte Themenstellerin nicht auf die Idee gekommen, eine „Prominentenliste“ anzulegen:

 

Solange ich selber zurückdenken kann, wurden wir doch aufgefordert, uns zu überlegen, für welche Gruppen und einzelnen Menschen wir beten können/sollen! Und wie wichtig das auch heute noch genommen wird, sehen wir doch daran, dass es extra einen Vorbereitungsgottesdienst für den Entschlafenen-GD gibt, in dem alle auf ihre wichtige Aufgabe eingestimmt werden. Da werden auch immer wieder Vorschläge gemacht, wie man sich einerseits heiligen, andererseits von überall her Impulse annehmen soll.– Klassiker sind da die Familienalben, die Todesanzeigen der Gang über den städtischen Friedhof oder andere Gedenkstätten - wobei heute gerne Gruppenfeeling mit Werbewirksamkeit kombiniert wird und sich zu diesem Zweck die Jugend, möglichst mit einheitlichem NAK-T-Shirt; an einem Kriegerdenkmal versammelt und am besten auch noch eine Gesangsdarbietung möglich ist. Mittlerweile wirken die Inspirationen des Heiligen Geistes sogar durch das früher verpönte TV-Programm, wie die Einträge in besagtem nw-Blog belegen, durch das Buch, das einem plötzlich in die Hände fällt, die Schlagzeile in der Illustrierten… – ist doch klar, dass so ein Gebet für Promis dann naheliegt. und warum dann nicht gleich eine ganze Liste und eine Gemeinschaftsaktion? – Am schönsten wären dann natürlich noch ganz konkrete Erfolgsmeldungen!

 

Und bevor wir uns nun darüber lustig machen: So eine neue Erfindung ist das nicht!

 

(Zitat) „[…] Anfangs nannte man die Entschlafenen, die z. B. versiegelt werden sollten, namentlich. Am zweiten Ostertag 1874 wurde der Reformator Martin Luther versiegelt, am Himmelfahrtstag des gleichen Jahres auch Melanchthon, Zwingli, Calvin und andere bekannte historische Persönlichkeiten. Darüber schrieb Apostel Schwartz in De Herinnering unter anderem:

Auch er ist neuapostolisch: Philipp Melanchthon (16. Februar 1497 - 19. April 1560)

‚Und denkt euch nur, am Ende des Gottesdienstes kam eine Weissagung (doch ich habe sie noch nicht empfangen): ‚Ich, der Herr … gedenke heute an meinen Knecht Martin Luther, damit er zu meiner Braut gehöre. Mein Knecht Verkruisen, gehe zu meinem Knecht, dem Apostel, und lasse dich taufen für meinen Knecht Martin Luther. ‘ Mithin gehört Vater Luther fortan zu den Erstlingen und wohl zum Stamme Juda.‘

 

Bei Versiegelungen wurden Lebende und Entschlafene gezählt und entsprechende Statistiken im Herold, einem von Apostel Menkhoff herausgegebenen ‚Monatsblatt für wahrheitsliebende Christen‘, veröffentlicht.

 

Diese Angaben über die Anzahl der Entschlafenen, die in Gottesdiensten versiegelt wurden, setzt sich fort bis zum „Herold“ von Januar 1904 (Nr. 102). Auf Seite 5 dieser Nummer ist eine Statistik abgedruckt für das Jahr 1904. Aus dieser Statistik kann entnommen werden, daß weltweit 10177 Lebende versiegelt wurden und 2597 Entschlafene. […]“ (Zitatende)

Quelle: Ruf-Vita / Entschlafenenwesen (- klick)

 

Wenn man sich also lustig machen wollte, dann gewiss nicht über die letzten in der Kette der Irregeleiteten. Eher schon über die Absonderlichkeiten des Entschlafenenwesens, die die NAK im Laufe der Entwicklung hervorgebracht hat.

Hier allerdings ist schon die erste gezielt aufgebaute Hürde, oder besser gesagt eine Mauer, die den (Durch-)Blick schwierig gestaltet: Eine Mauer des Verschweigens der Widersprüchlichkeiten im Verlauf der Geschichte des Entschlafenenwesens.

Zu Recht bemerkt Thomas Ruf in seiner Ausarbeitung, dass Teile der früheren Praxis des Entschlafenenwesens (wie die Versiegelung der Reformatoren) in der offiziellen Geschichtsschreibung der NAK ausgeklammert werden und keinen Eingang in Lehr- und Geschichtsbücher finden, sodass man als gewöhnliches Kirchenmitglied nichts darüber erfährt. Und wie die Kirchenleitung heute dazu steht, bleibt ebenso im Dunkeln.

 

Das kann ich aus eigenem Erleben voll und ganz bestätigen: Obwohl ich in die NAK hineingewachsen bin, kontinuierlich an allen Unterrichten teilgenommen habe und auch später keine „Ausfallzeiten“ hatte, sondern sogar selber über viele Jahre Religionsunterricht erteilt habe, war mir nichts über die sich widersprechenden Lehraussagen bekannt. Darüber wird nämlich auch im Unterrichtsmaterial der Kirche nichts berichtet. Wohlweislich, denn das könnte Fragen aufwerfen, für die es keine vernünftigen Antworten gibt.

 

Selbst der theologische „Fachmann“ der NAK, Dr. Reinhard Kiefer, musste in seinem am 11. April 2000 im KOMM-Zentrum Düren gehaltenen theologischen Vortrag einräumen, dass zweifelsohne im Neuen Testament ein Entschlafenenwesen im von der NAK gelehrten Sinne nicht vorhanden sei. Es enthalte aber, so behauptet er, durchaus Implikationen, die zu seiner Entfaltung und Spezifizierung einladen und das sei in den letzten 120 Jahren geschehen Die gegenwärtige Praxis gehe wohl vom biblischen Text aus, doch werde sie eigentlich erst durch die Autorität des Apostelamts legitimiert, dessen Aufgabe es ja sei, das Evangelium sach- und zeitgemäß zu deuten, zu entfalten und zu predigen.

 

Siehe hierzu auch „was glauben“ (- klick)

 

Damit hat er der NAK bzw. deren „Aposteln“ natürlich die beliebte Universalvollmacht bescheinigt, auf Grund derer sie ja bekanntermaßen behaupten, in der Bibel auch zwischen den Zeilen auf neue Erkenntnisse stoßen zu können, die dann als Offenbarungen des Heiligen Geistes den Gläubigen verkündet werden.

 

Im Falle des Entschlafenenwesens findet die Verkündigung allerdings nicht besonders eindringlich oder mit ausgeprägter Redundanz statt. Und schon gar nicht im zusammenfassenden Rückblick auf die vorhergehenden Änderungen der Lehre und Praxis, denn das könnte dann selbst bei den nachfolgetrainierten NAK-Schäfchen einige stutzig werden lassen...

 

Der Heilige Geist führt von einer Erkenntnis in die andere, höhere? – Davon kann absolut nicht die Rede sein! Darum darf die Entwicklung des Entschlafenenwesens gar nicht zusammenhängend dargestellt werden und mit der Begründung, ein solches Vorhaben würde den zeitlichen Rahmen sprengen, verzichtet auch Kiefer in seinem Vortrag darauf.

Im Katechismus wird das Thema ebenfalls sparsam behandelt; Widersprüche im Entwicklungsverlauf werden gar nicht erst angesprochen.

 

Mit Sicherheit ist es kein Zufall, sondern gezielte Desinformation, dass der Begriff „Schlüsselgewalt“, der für das Entschlafenenwesen über Jahrzehnte und noch bis vor einigen Jahren von zentraler Bedeutung war, einfach unterschlagen wird! Dazu später noch im Einzelnen.

 

Man hofft wohl einfach darauf, dass die frühere Praxis des Aufschließens von Bereichen in der Ewigkeit möglichst schnell in Vergessenheit gerät. Und deshalb ist diese doch nicht unbedeutende Änderung auch kein Predigtinhalt, anscheinend nicht einmal Gegenstand intensiver Amtsträger-Belehrungen. Ich selber habe durchaus auch Priester getroffen, die darüber nicht Bescheid wussten oder es wieder vergessen hatten. Ist ja auch einigermaßen peinlich, dass die Stammapostel mit ihren guten Kontakten zum Heiligen Geist jahrzehntelang von einer Schlüsselgewalt Gebrauch gemacht haben, die es gar nicht gab, die auch gar nicht nötig war, weil es keine verschlossenen Bereiche gab, die aufgeschlossen werden mussten.

Schlicht nicht bemerkt - vielleicht wegen des intensiven Studiums der biblischen Zeilenzwischenräume!

 

Aber sehen wir einige der Änderungen der Reihe nach an:

 

Zunächst wurde auch in den apostolischen Gemeinden für Tote lediglich gebetet, erst ein totgeborenes Kind apostolischer Eltern 1872 war Anlass, über die Möglichkeit einer nachträglichen Versiegelung dieses Kindes nachzudenken und Apostel Schwartz begann mit der Spendung der Sakramente Taufe und Versiegelung unter Berufung auf 1. Kor. 15, 29 (- klick).

 

Im APWiki (- klick) heißt es dazu:

 

(Zitat) „[…] Erstmals eine besondere Bedeutung erhielt das Entschlafenenwesen für die Neuapostolische Kirche im Jahr 1874. Apostel Friedrich Wilhelm Schwarz führte damals mehrere Änderungen in Lehre und Liturgie ein, darunter auch die Sakramentspendung an Entschlafene, nachdem er lange Bibelsitzungen abgehalten hatte und über die Möglichkeit der Errettung eines todgeborenen Kindes von apostolischen Eltern nachdachte.

 

Zwar glaubte die junge apostolische Gemeinschaft (damals Allgemeine christliche apostolische Mission bzw. Apostolische Zending) schon vorher an Wirkung von Gebeten für Entschlafene, jedoch wurde die erste Sakramentspendung erst am Himmelfahrtstag 1874 für das o.g. Kind durchgeführt. Wenige Tage später kam in einem Gottesdienst eine sogenannte ‚Zungenrede‘, deren Inhalt lautete, die Reformatoren Melanchthon, Calvin, Zwingli, Stilling, Da Costa und Harms mit seiner Frau seien an jenem Tage zuvor versiegelt worden.

 

In der Anfangszeit spendete man ausschließlich die Sakramente nach vorheriger Weissagung und Nennung der Personen. Erst um 1908 entfiel die Namensnennung und man schloss alle verlangenden Seelen mit ein. […]“ (Zitatende)

 

Das Abendmahl für Entschlafene wurde erst 1886 eingeführt.

 

Ruf verweist im Weiteren auf eine 1898 von Stammapostel Krebs herausgegebene „Belehrung“, in der auch erstmals die Rede von schlüsseln im Zusammenhang mit Entschlafenen sei, in dem Sinne, dass den Aposteln die Schlüssel der Hölle und des Todes mit der Macht zum Auf- und Zuschließen gegeben sei.

Er hat die Berücksichtigung der Zeitzonen bedacht: Hans Samuel Urwyler (20. Februar 1925 - 17. November 1994)

Jedoch wird erstmalig in einem Entschlafenen-Gottesdienst im März 1959 öffentlich von dieser Schlüsselgewalt Gebrauch gemacht. In der Schrift „Das Entschlafenenwesen“ (- klick)werden die Worte von Stammapostel Bischoff wie folgt zitiert:

 

(Zitat) „[…] Im Namen Jesu, des Auferstandenen, schließe ich hierdurch zunächst die jenseitigen Bereiche auf, damit die bereiteten Seelen zum Altar des Herrn gelangen können. Den Engeln sei Auftrag gegeben, die Tore zu besetzen, damit kein Unreiner hindurchgehe. So wollest du, guter Vater, auch denen gnädig sein, die in Hoffnung gefangen gelegt sind, und wir bitten dich, daß du uns als Werkzeuge in deiner Hand vollendest, um den Seelen helfen zu können. […]“ (Zitatende)

 

Zur Erklärung dieser neuen Praxis äußert sich Stammapostel Bischoff in einem Rundschreiben vom 20. August 1959:

 

(Zitat) „[…] Jesus hat deshalb in weiser Voraussicht die Schlüsselgewalt in die Hände des jeweiligen Stammapostels gelegt, um entsprechend handeln zu können. Es hat lange Zeit gedauert, bis es dem Geist des Herrn möglich wurde, die Erkenntnis zu bewirken, daß die Schlüsselgewalt auch angewandt werden soll.

 

Die Dienste für die Entschlafenen wurden ja früher auch im Segen durchgeführt, aber da mußte der Herr Jesu die Tore auftun; denn er hat ja, wie wir in Offenbarung 1,18 lesen, die Schlüssel der Hölle und des Todes. Also er konnte aufschließen, wann er wollte. Dies war jedoch nicht seiner Anordnung entsprechend; denn die Arbeit an den Seelen der Lebenden und Entschlafenen sollte auf Erden geschehen. Dazu hatte er seine Apostel mit allem, was zur Erlösung an Menschenseelen erforderlich war, ausgerüstet. […]“ (Zitatende – Quelle wie vor)

 

Die Erklärung „… Es hat lange Zeit gedauert, bis es dem Geist des Herrn möglich wurde, die Erkenntnis zu bewirken, daß die Schlüsselgewalt auch angewandt werden soll. …“ muss nun den Gläubigen reichen. – In dem Stammapostel ist diese Erkenntnis „gewirkt worden“ und damit ist die neue Praxis ausreichend begründet. In der Folge wird die Schlüsselgewalt zu Beginn des Entschlafenen-Gottesdienstes eingesetzt und dadurch sind die Ewigkeitsbereiche für 24 Stunden aufgeschlossen.

 

Noch unter Stammapostel Urwyler wurde die Anwendung der Schlüsselgewalt so ernst genommen, dass er sich zu einer kleinen Änderung genötigt sah: Wegen der Zeitverschiebung in den verschiedenen Ländern verlegte er das Öffnen der Jenseits-Tore auf den vorhergehenden Abend !!

 

Eine Differenzierung des Begriffs der Schlüsselgewalt erfolgte durch Ausführungen in einer Ausgabe der Leitgedanken mit dem Titel „Die Schlüsselgewalt des Stammapostels“ von 1991. Dort heißt es:

 

(Zitat) „[…] Da auch den Toten das Evangelium verkündigt wird [1. Petrus 4, 5 (- klick)], gemäß Matthäus 16, 18 (- klick) Jesus im Himmel anerkennt, was auf Erden gelöst und gebunden wird, umfaßt die Schlüsselgewalt des ersten Knechtes Jesu auf Erden auch die Macht, den Gnade suchenden Seelen in der jenseitigen Welt die Tür zum Reich Christi zu öffnen. Die Einrichtung der Gottesdienste für die Entschlafenen zeugt davon.

 

Jesus hat die Schlüssel zum Tod und zur Hölle [Offenbarung 1, 18 (- klick)]). Ihm ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben [Matthäus 28, 18 (- klick)]). Darum öffnet er in der jenseitigen Welt jenen Seelen, die auf Erlösung warten, die Bereiche (= Gefängnisse) und führt sie zu der Stätte der Hilfe, die auf Erden im Stammapostel und den Aposteln aufgerichtet ist.

 

Durch den Stammapostel wird ihnen kraft seines Amtes die Tür zum Reich Gottes geöffnet. Je nach ihrem Seelenzustand empfangen sie aus dem Apostelamt, das die Löse- und Bindegewalt zur Anwendung bringt, die Sakramente.

 

Das Öffnen der Gefängnisse ist Sache Jesu –

das Öffnen des Reiches Gottes obliegt dem Stammapostel. […]“ (Zitatende)

 

Nachzulesen hier (- klick)

Ob immer der passende Schlüssel zur nicht vorhandenen tür vorhanden war?

Zum besseren Verständnis(?!) wird in diesen Leitgedanken auch extra ein Gebet des Stammapostels wörtlich wiedergegeben:

 

(Zitat) „[…] Als Beispiel diene das Gebet des Stammapostels am Samstag, 30. 6. 1990, in Marseille/ Frankreich, in dem die Zugänge zum Altar geöffnet wurden:

 

‚Himmlischer und guter Vater, wir kommen abermals zu Dir in einem besonderen und heiligen Augenblick, wo ich als Knecht und Diener Gottes von den Schlüsseln Gebrauch machen will, die mir übertragen worden sind kraft des Amtes und Auftrages. So öffne ich nun im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes mit dem Schlüssel des Himmelreichs die Zugänge zum Hause und Werke Gottes. Ich öffne die Zugänge zum lebendigen Altar und damit zu der Quelle des Wortes und zu dem Ort, wo die Sakramente gespendet werden.

 

An allen Orten, wo morgen Entschlafenendienste sind, eine betende Gemeinde arbeitet und priesterliche Ämter wirken, da sei der Zugang geöffnet. Kein Teufel und kein Geist kann eine verlangende Seele abhalten, weil der Zugang geöffnet ist. Wir bitten Dich, Vater der Liebe, gib Deinen Engeldienst, daß diese Zugänge offenbleiben, bis alle Erlösungsarbeit getan ist. Mit dem Schlüssel des Himmelreichs öffne ich den Zugang zum Apostolat Jesu Christi. Über 200 Apostel Jesu Christi wirken auf Erden in so verschiedenen und vielen Ländern. Sie haben die Macht, zu lösen und zu binden, auf Erden und im Himmel. Mit dem Schlüssel des Himmelreichs sind die Zugänge zum Apostolat geöffnet.

Ja, wir freuen uns auch, alle unsere Lieben aus der Welt des Geistes willkommen zu heißen, die im Bereich der Erlösten sind, der Versiegelten und Wiedergeborenen. Mit dem Schlüssel des Himmelreichs ist auch ihnen der Zugang geöffnet ins Heiligtum, und sie seien uns willkommen.

 

Nun bitte ich Dich, Herr Jesus, unser Meister und Seelenbräutigam, öffne mit Deinen Schlüsseln, mit den Schlüsseln des Todes und der Hölle, alle Gefängnisse in jener Welt, all die vielen Bereiche. Einige können wir uns im Geiste vorstellen. Wie muß es aussehen im Bereich der Lügner, wo jeder den andern anlügt. Wie muß es sein im Bereich der Heuchler, wo gar nichts Ehrliches ist. Aber es gibt Hunderte, ja vielleicht Tausende solcher Bereiche. Du kennst sie, denn Dein Weg ging nach Deinem Opfer zuerst in die untersten Örter.

 

Und darum bitten wir Dich, öffne diese Bereiche, Türen und Tore, daß alle hinzutreten können zum Gnadenstuhl. Lege Dein Wohlgefallen auf die betende Gemeinde und auf die Arbeit der Apostel Jesu, und lege Deinen Segen auf alles, was wir tun.

 

Lieber Vater, wir bitten Dich nun, erhöre uns um Deines lieben Sohnes Willen. Amen.‘ […]“ (Zitatende / Quelle wie vor.)

 

Joooo… also… dieses Schlüsselwirrwarr krieg ich jetzt nicht sinnvoll auseinanderklamüsert. Ich wage mal zu behaupten, dass es der Mehrheit der Amtsträger der NAK ähnlich ging und sie diese Leitgedanken nicht zum Inhalt von Predigten und intensiven Belehrungen gemacht haben, an die ich mich erinnern würde, denn ich habe zu der Zeit treu „jede Stunde im Hause Gottes ausgekauft“ und war auch an der Thematik durchaus interessiert.

 

An die nächste Lehränderung erinnere ich mich jedoch genau: Wie bereits oben erwähnt, gab es zu meiner großen Verblüffung seit März 2001 plötzlich keine Schlüsselgewalt im bisherigen Sinne mehr – selbst der Begriff wurde praktisch abgeschafft, kurzerhand durch „Schlüsselvollmacht“ ersetzt und der Bezug zum Entschlafenenwesen wurde völlig aufgehoben!!!

 

Jetzt muss ich mal eine Zwischenbemerkung einschieben:

 

Als einfaches Geschwist bekommt man ja die Leitgedanken für Amtsträger nicht zu sehen und die Leitgedanken von 1991 habe ich bei dieser Recherche zum ersten Mal gelesen. Meiner entsprechenden Verwirrung habe ich ja schon Ausdruck verliehen – aber dann kam mir im Hinblick auf die 10 Jahre später erfolgte erneute und doch sehr radikale Änderung der spontane Gedanke, dass man den angerichteten Wirrwarr anscheinend niemandem wirklich erklären oder ernsthaft nahebringen konnte und deshalb vielleicht sein letztes heil in der Flucht, d.h. in dem Fall in der kompletten Abschaffung des Begriffes „Schlüsselgewalt“, gesucht und gefunden hat!

Von ihm stammten die letzten offiziellen Änderungen: Richard Fehr (15. Juli 1939 - 30. Juni 2013)

Und dann las ich die Leitgedanken -  Sondernummer 3 - März 2001 und war völlig sprachlos, wie Recht ich mit meiner Vermutung hatte!!!

 

Ganz offensichtlich hatte entweder der Heilige Geist bei diesem Thema nicht von einer Klarheit in die andere geführt. Zumindest aber bin ich nicht die Einzige, die mit dem Schlüsselwirrwarr der 1991er Leitgedanken nicht ganz klar kam, denn Fehr schreibt 2001 an die Amtsträger:

 

(Zitat) „[…] Seit Jahren gilt eine offizielle Lehraussage zum Thema Schlüsselgewalt (vgl. Sondernummer Leitgedanken von Januar 1991). Im Lauf der Zeit sind hierzu Fragen und Erklärungswünsche an mich herangetragen worden. Hier kurz die drei wichtigsten:

 

Warum wird die Schlüsselgewalt des Stammapostels hauptsächlich bezogen auf das Entschlafenenwesen? Und ist es notwendig, dass der Stammapostel im Zusammenhang mit den Gottesdiensten für Entschlafene die jenseitigen Bereiche aufschliesst?

 

Muss ich als Stammapostel den Herrn bitten, von seinen Schlüsseln, den Schlüsseln des Todes und der Hölle, zu jedem Gottesdienst für Entschlafene Gebrauch zu machen, damit die Bereiche in der jenseitigen Welt geöffnet werden? Sein einmaliges Opfer hat doch die Kluft überwunden, von der der Herr im Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus spricht [vgl. Lukas 16,26 (- klick)]. […]“ (Zitatende / Quelle wie vor)

 

Das würde ich persönlich jetzt allerdings nicht als ergänzende Fragen zu Einzelheiten einer im Großen und Ganzen geklärten Sache ansehen!

 

Über die so offensichtlichen Widersprüche in der Vergangenheit geht Fehr dann ganz einfach hinweg indem er ganz knapp skizziert, dass auch das Verständnis der Schlüsselgewalt des Stammapostels in der NAK seine Geschichte habe:

 

(Zitat) „[…] Anfangs wurde die Schlüsselgewalt mit der Löse- und Bindegewalt gleichgesetzt, eine Befugnis, die alle Apostel vom Herrn erhalten haben.

 

Neben diesen Aspekt trat zur Zeit von Stammapostel Niehaus noch die Vorstellung, dass dem Stammapostelamt mit der Schlüsselgewalt die Fähigkeit zugeordnet sei, neue Erkenntnisse aufzuschliessen.

 

Die Anwendung der Schlüsselgewalt vor allem auf das Entschlafenenwesen geht auf Stammapostel Bischoff zurück. Seit 1958 bezog er sie auf das Öffnen der Gefängnisse in den jenseitigen Bereichen. […]“ (Zitatende / Quelle wie vor)

 

Wie gesagt: auf die Widersprüche geht Fehr hier mit keinem Wort ein, er enthält sich auch jeder Bewertung und umschifft diese Klippe dann mit dem für mich erstaunlichen Hinweis, dass die bis dahin geltende Auffassung gar nicht der hohen Erkenntnis des Stellvertreters Christi auf Erden entstammte, sondern:

 

(Zitat) „[…] Stammapostel Urwyler hat 1984 die Frage nach dem Aufschliessen der Bereiche in der Ewigkeit durch eine Arbeitsgruppe erörtern lassen. Deren Ergebnisse sind Grundlage zu der anfangs erwähnten offiziellen Stellungnahme aus dem Jahr 1991 geworden. Diese brachte insofern eine Präzisierung, als die Schlüsselgewalt des Stammapostels lediglich dem Öffnen der Zugänge zum Altar und zum Reich Gottes diente. […]“ (Zitatende / Quelle wie vor)

 

Mit der Inspiration einer ganzen Arbeitsgruppe hatte der Heilige Geist möglicherweise Schwierigkeiten. und zumindest indirekt gibt auch Fehr in den nächsten Sätzen zu, dass das Ergebnis gewissermaßen unbefriedigend zu nennen ist:

offene Türen braucht niemand aufzuschließen

(Zitat) „[…] Die Befunde aus der geschichtlichen Entwicklung und die zuvor gestellten Fragen machen Folgendes deutlich: Es muss grundsätzlich geklärt werden, was denn nun die Schlüsselgewalt vollumfänglich bedeutet. Dazu ist die sorgfältige Auswertung der Heiligen Schrift erforderlich. Erst dann ist eine befriedigende Festlegung zu diesem Themenbereich möglich, und erst dann können wir Folgerungen für die Praxis ziehen. […]“ (Zitatende / Quelle wie vor)

 

Im Weiteren verweist Fehr dann noch auf die nun folgenden Ausführungen in den Leitgedanken, diese allerdings sind dann nicht mehr, wie die einleitenden Sätze, von ihm unterzeichnet:

 

(Zitat) „[…] Die folgenden Ausführungen kommen diesem Bedürfnis nach. Sie ersetzen die bisherigen Lehraussagen und nehmen insofern Einfluss auf die Glaubenspraxis, als dass eine Feierstunde mit mir am Vortag des Gottesdienstes einen anderen Inhalt bekommt.

 

Euer

gez.: R. Fehr […]“ (Zitatende / Quelle wie vor)

 

Die einigermaßen umfangreichen Ausführungen mag der interessierte Leser selber aufrufen, ich beschränke mich hier darauf, den Abschnitt „Konsequenzen“ und die Schlussgedanken zu zitieren:

 

(Zitat) KONSEQUENZEN FÜR GLAUBENSLEHRE UND GLAUBENSPRAXIS

 

Bezüglich der bisherigen Glaubenslehre ergeben sich folgende Änderungen:

 

Wegen des umfassenden Begriffsinhalts sprechen wir nicht mehr von Schlüsselgewalt, sondern von Schlüsselvollmacht.

 

Für das Entschlafenenwesen ergibt sich: Die jenseitigen Bereiche sind durch das einmal gebrachte und ewig gültige Opfer Jesu Christi geöffnet. Sein Opfer macht jeder heilsverlangenden Seele den Zugang zur Erlösung frei.

 

Es besteht keine zwingende Notwendigkeit, die Zugänge zum Altar und zum Reich Gottes durch ein besonderes Gebet des Stammapostels vor einem Gottesdienst für Entschlafene aufzuschliessen.

 

Das Bedürfnis, aufgrund der ihm verliehenen Schlüsselvollmacht vor Gott zu treten, veranlasst den Stammapostel immer wieder, gezielt zu beten, wenn der Geist ihn dazu treibt. Das kann auch im Zusammenhang mit einer Feierstunde erfolgen, die dem Gottesdienst für Entschlafene vorausgeht.

 

SCHLUSSGEDANKE

 

Mit diesen sorgfältig aus der Heiligen Schrift entwickelten Gedanken müssen wir in gewisser Weise von traditioneller Lehre Abschied nehmen. Sie spiegeln das ernsthafte Bemühen wider, grössere Klarheit in einen Bereich hineinzubringen, der letztlich ein Mysterium bleibt. Die vertiefte Erkenntnis vermehrt die Sicherheit im Glauben und stärkt die Autorität des Stammapostelamtes.“ (Zitatende/Textende – Quelle wie vor)

 

… also mir fallen dazu wesentlich weniger zurückhaltende Schlussgedanken ein: Wie konnte auf einmal festgestellt werden, dass ein aufschließen der Bereiche nicht nötig ist, ohne dass auch nur die leiseste Verwunderung darüber geäußert wurde, dass über mehr als dreißig(!) Jahre hinweg die Stammapostel erfüllt vom Heiligen Geist und ihrem Sendungsauftrag aufgeschlossen und immer wieder aufgeschlossen haben, wo gar nichts aufzuschließen war? Und nochmal zur Erinnerung: Die Notwendigkeit des Aufschließens wurde von Bischoff ja ausdrücklich als eine vom Geist gewirkte Erkenntnis verkündet!


Und das Aufschließen haben ja auch alle ganz ernst und wichtig genommen – keineswegs als ein rituelles Relikt. Das zeigt sich z.B. daran, dass Urwyler schließlich zu der Erkenntnis kam, die Zeitverschiebung zu berücksichtigen:

(Zitat) „Am 6. Juli 1980 diente Stammapostel Urwyler in Frankfurt am Main. Innerhalb des Eingangsgebetes fand kein Öffnen der Jenseits-Tore statt, weil diese Handlung bereits am Abend zuvor erfolgt war. Die Worte des Stammapostels lauten wie folgt:

 

‚Jetzt muß ich euch etwas sagen. Plötzlich kommt das auf meine Seele. Ihr werdet vielleicht bemerkt haben, daß ich im Eingangsgebet nicht um die Öffnung der Tore für die Entschlafenen gebetet habe. Seid ganz getrost! Wir haben das gestern Abend im Kreis der Apostel getan. Der erste Entschlafenen-Gottesdienst zum heutigen Tag fand gestern Abend um 11 Uhr in Australien statt. (Als es bei uns 11 Uhr war, da hatten sie in Australien morgens, 9 Uhr.) Wir haben rechtzeitig vorher die Tore geöffnet, damit alle herausgehen können, die da willens sind, die Segnungen hinzunehmen. Das will ich euch noch sagen zur Beruhigung.‘ […]“ (Zitatende / Quelle wie vor, Seite 185)

 

… Und dann war doch eigentlich alles umsonst und vergebens, und womöglich nicht nur die ganze Aufschließerei. – Auf die geistgewirkten Erkenntnisse der höchsten Boten Gottes ist offenbar kein Verlass.

 

Das aber hat keineswegs zu mehr Bescheidenheit geführt! – Zwar verzichtet man im Katechismus wohlweislich darauf, die Erkenntniswirren der Vergangenheit zu erwähnen (der Begriff der Schlüsselgewalt wurde ja abgeschafft und muss deshalb trotz jahrzehntelangen Strapazierens nun gar nicht mehr aufgeführt werden), aber nichtsdestoweniger verkündet man in ungetrübtem Selbstbewusstsein und ohne jeden Selbstzweifel:

 

(Zitat) „[…] Den Auftrag Jesu, das Evangelium zu verkündigen, die Sünden zu vergeben und die Sakramente zu spenden, erfüllen die Apostel an Lebenden wie an Toten. Sie handeln an Christi statt und in seinem Namen. Wie Jesus Christus sein Opfer auf Erden brachte, so geschieht auch Heilsvermittlung durch die Apostel auf Erden. Da Sakramente stets eine sichtbare Seite haben, können sie auch nur im Bereich des Sichtbaren vollzogen werden. Die Wirkung der Sakramente als wesentliche Elemente der Heilsvermittlung ist für Lebende und Tote gleich. […]“ (Zitatende)

[NAK-Katechismus Art.  9.6.3 Heilsvermittlung an Verstorbene]

 

Das anzunehmen ist nur denen möglich, die es nicht anficht, dass das Entschlafenenwesen biblisch nicht begründbar ist! – Wer mit der Kraft des Heiligen Geistes zwischen den Bibelzeilen lesen kann, ist praktisch unangreifbar. Aber je weniger über die Widersprüche und Lehränderungen der Vergangenheit geredet wird, desto besser.

 

Noch besser, die lieben Geschwister sind intensiv anderweitig beschäftigt! Deshalb noch einmal zurück zu den Aufgaben der NAK-Mitglieder, ihrer Gebetsverantwortung, etc.

 

Der Katechismus ist diesbezüglich auch wieder äußerst sparsam:

 

(Zitat) „Neuapostolische Christen treten in Fürbitte für Entschlafene ein: Sie bitten den Herrn, er möge den Seelen helfen, die unerlöst in die jenseitige Welt gegangen sind.“

[Art. 9.6.1 des NAKatechismus „ Fürbitte“]

 

Die in der NAK übliche Praxis, bzw. die den NAK-Mitgliedern überall außerhalb des Katechismus immer wieder eindringlich nahegebrachte Lehre legt großes Gewicht auf die „Mitarbeit“ der Gläubigen: Schon lange vor dem Entschlafenen-Gottesdienst sollen sie sich von weltlichen dingen weitgehend fernhalten, sich einstimmen auf ihre große Aufgabe und aufnahmefähig sein für die Impulse aus der Ewigkeit! Ihre Fürbitte wird als außerordentlich wichtig angesehen, sie sollen Einladungen an ihnen bekannte und unbekannte Seelen richten, „in ziehender Liebe“ offenbar werden und damit quasi Überzeugungsarbeit leisten und die „in der Ewigkeit“ ebenfalls einladenden und „Zeugnis bringenden“ verstorbenen NAK-Mitglieder dadurch unterstützen. Dieser Glaube ist aktuell vorhanden und gerade im Zusammenhang mit dem Tod von StAp Fehr wurde mehrfach darauf verwiesen, dass dieser für die „Arbeit in den Bereichen der Ewigkeit dringend gebraucht würde“! Auch wenn NAK-Mitglieder schon in jungen Jahren sterben, ist es eine oft gehörte Erklärung, dass sie für die Arbeit in  den jenseitigen Bereichen gebraucht werden!

Zahlreich berichtet werden Erlebnisse und Träume, in denen sich Verstorbene „melden“, sich in Erinnerung bringen und das alles wird gedeutet als Bitten um Hilfe, Einladung, Fürbitte mit denen sich die Seelen an die lebenden NAK-Mitglieder wenden, denn nur diese Versiegelten können eine Hilfe für die Seelen sein.

 

Das alles ist höchst spekulativ, entbehrt jeder gesicherten Grundlage und ist dennoch allgemein bekanntes und gepflegtes Gedankengut in der NAK. Niemand stößt sich an den Ungereimtheiten und Widersprüchen und fragt sich z.B., wie es möglich ist, das „gebundene Seelen“ sich melden, „anklopfen“ und darum bitten, dass man ihrer gedenken möge. Und sind diese Seelen denn nicht ohnehin schon weit „fortgeschritten“, wenn sie in ihrer Erkenntnis soweit sind, dass sie Heil nur von neuapostolischen Fürbitten und im neuapostolischen Gottesdienst erwarten? Was fehlt denn dann noch?

Egal, die Lebenden sind wichtig, müssen vor dem Gottesdienst auf die Anregungen aus der jenseitigen Welt achten und dann im Entschlafenen-Gottesdienst Werkzeug und lebendige Brücke für die Seelen sein. Besonders müssen sie auch darauf achten, dass sie ihrerseits nicht durch mangelnde Vergebungsbereitschaft Seelen „binden“.

Auch hier ein offensichtlicher Widerspruch: Wenn zum einen vor dieser Gefahr eindringlich immer wieder gewarnt wurde, auf Nachfrage aber versichert wird, dass es ganz gewiss nicht sein kann, dass Gott zulässt, dass eine Seele aus diesem Grunde tatsächlich unerlöst bleiben muss … hmmm …

 

Auch auf die wichtige Aufgabe der Gottesdienst-Teilnehmer als „lebendige Brücke“ wird immer wieder hingewiesen, wirklich erklären kann man das nicht, aber die Lehrkräfte werden angehalten, das auch in den Unterrichten immer wieder zu vermitteln und wachzuhalten und so werden denn wegen der besseren Anschaulichkeit gerne Brücken aus Streichhölzchen gebastelt, wobei ein jedes Hölzchen eben das Gebet eines Gotteskindes darstellt.

 

Die Seelen halten sich zunächst (unsichtbar für die meisten Lebenden) in den einzelnen NAK-Kirchen auf (wenn z.B. der Diakon an der Tür wegen seiner falschen Herzenseinstellung ein Hindernis für die Seelen darstellt, kommen sie durch Fenster, so wurde berichtet). Am Ende des Gottesdienstes ziehen die Seelen dann dorthin, wo der für sie zuständige „Apostelaltar aufgerichtet“ ist – früher mit einer ausdrücklich ausgesprochenen Überweisung verbunden, mit Gebetsgeleit und Gesang, heute irgendwie ohne Überweisung, aber gefühlt doch irgendwie … Und ganz viele trauern noch dem Lied „Zehntausendmal zehntausend“ hinterher, das in vielen Gemeinden traditionell an der Stelle im Gottesdienstverlauf gesungen wurde, wenn die Seelen zum Apostel zogen… - Die Bewegung war spürbar und alle waren ganz ergriffen!

 

Und nach dem Entschlafenen-Gottesdienst ist vor dem Entschlafenen-Gottesdienst und der Auftrag an die Gläubigen lautet, auch weiterhin im Gebet für unerlöste Seelen einzutreten und aufmerksam auf Hinweise aus dem Jenseits zu achten, damit nur ja niemand vergessen wird – und insofern tun auch diejenigen, die ihre Prominenten-Liste im Auge behalten nur das, was eines treuen Gotteskindes heiligste Aufgabe ist!!! (Siehe die folgenden PDF)

Der Inhalt spricht für sich
nw und die Promis-1.pdf
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Ein weiteres Beispiel dafür, wohin Verblendung nach Indoktrination durch eine Irrlehre führen kann
nw und die Promis-2.pdf
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20.05.2013 - (fcs)

Apostolische Sukzession und Legitimation des Apostelamtes

Warum das NAK-Apostolat jeglicher Legitimation entbehrt

Zwei die sich gut versteh'n präsentieren sich auf der Sektenplattform "nacworld.net"

Die Neuapostolische Kirche beruft sich bei der Legitimation für ihr Apostolat und dessen Exklusivität in der Heilsvermittlung (Sakramentspendung) auf biblische Quellen, nämlich auf die Evangelien, auf die Apostelgeschichte und auf einzelne Apostelbriefe. In unserem Beitrag „Anspruch ohne Begründung“ (Das Amtsverständnis der NAK) vom 30.06.2012 (fcs) [auf dieser Seite ganz unten] haben wir bereits einmal dargelegt, dass dem NAK-Apostolat jedwede Grundlage fehlt. Wie sich aber bei aktuellen Besuchen auf der NAK-eigenen Sektenplattform nacworld.net zeigt, ist der Glaube an die Legitimität des Apostelamtes unausrottbar. Und immer berufen sich die meines Erachtens (weil ich mir deren Ignoranz nicht anders erklären kann)mit Denkverboten belegten  und gehirngewaschenen Nacworld-User darauf, dass das Amt biblisch begründet sei.

Für mich bedeutet das, dass der bereits erwähnte Beitrag vom 30.06.12 für NAK-Apologeten nicht verständlich genug ist. Deshalb soll mit dem folgenden Beitrag die Frage der Legitimation des NAK-Apostolats noch einmal und aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet werden.

 

Für denjenigen, der diese Legitimation bewerten will, stellt sich allerdings ein grundsätzliches Problem: Die Evangelien sind in ihren Überlieferungen unterschiedlich, teilweise wiedersprechen sie sich sogar. Zum Beispiel gibt es bei den synoptischen Evangelien (also Matthäus-, Markus- und Lukasevangelium)  Erklärungsbedarf bzgl.  der Übereinstimmungen und Unterschiede hinsichtlich Wortlaut, Reihenfolge und Stoffauswahl.

Im Grunde genommen gehört das zum Allgemeinwissen, deshalb hier lediglich einige wenige Befunde dazu:

Matthäus, Markus und Lukas stimmen bei parallelen Stellen in ca. 50% der Wörter überein, während sie mit Parallelstellen bei Johannes in nur 10% der Wörter übereinstimmen. – Dabei gibt es auffallende Übereinstimmungen in der Reihenfolge, aber auch zahlreiche Abweichungen…
Fast das ganze Material von Markus ist in Matthäus enthalten, etwa zwei Drittel davon zudem in Lukas. Das bedeutet nach heutigem Stand: Markus wurde zuerst geschrieben und von Matthäus und Lukas als Vorlage benutzt.

Aber: Etwa 200 Verse sind bei Matthäus und Lukas, aber nicht bei Markus enthalten. Das heißt, Lukas hat diese Passagen von Matthäus kopiert (möglicherweise aber auch umgekehrt).

Außerdem enthalten diese Evangelien jeweils sogenanntes „Sondergut“, das in keinem der anderen Evangelien enthalten ist. Das sind bei Lukas 35% des Textes, bei Matthäus: 20% und bei Markus: 3%

 

Zusammenfassend ist also davon auszugehen, dass Markus zuerst geschrieben wurde und dabei auf frühe Schichten einer hypothetischen Quelle, die man als Logienquelle oder Spruchquelle (kurz: „Q“ für „Quelle“) bezeichnet. Matthäus benutzte einerseits Markus als Vorlage, aber auch Texte aus späteren Schichten der  Logienquelle Q. Lukas wiederum benutzte sowohl Markus und Matthäus zur  Vorlage als auch die Logienquelle Q…

 

Ein weiteres Kriterium für die Bewertung  der Authentizität der Evangelien und Indiz für das Vorhandensein der Logienquelle Q ist, obwohl es nicht zu den kanonischen Schriften gehört, das Thomas-Evangelium. Bei dieser apokryphen Schrift gehen etwa die Hälfte der Jesusworte mit den synoptischen Sprüchen parallel. Dabei wirken viele der Logien, insbesondere die 13 Doppelparallelen zum Markusevangelium und zu „Q“, sehr alt und authentisch; sie könnten zu den ältesten Sprüchen gehören und auf eine gegen Ende der jesuanischen Lehrtätigkeit entstandene Spruchsammlung zurückgehen.

Die Autorenschaft des Jesusjüngers Thomas (der ungläubige …) ist jedoch fraglich. Es ist im Gegenteil anzunehmen, dass es sich um eine pseudepigraphische Schrift handelt. Wahrscheinlich ist der sich „Didymus Judas Thomas“ nennende Verfasser auch eher ein Redakteur, der einzelne Fragmente dieses Evangeliums zusammengefügt hat.

Prof. Kahl

Es darf aber nicht verschwiegen werden, dass  die oben angedeutete „Zwei-Quellen-Theorie“  lediglich  e i n  möglicher Lösungsansatz für das sogenannte synoptische Problem ist. Andere Ansätze sind denkbar, bespielhaft dafür ein Aufsatz des evangelischen Theologen Prof. Dr. Werner Kahl [Bild rechts], Dozent (apl. Prof.)  im Fachgebiet Neues Testament und Geschichte der Alten Kirche an der Goethe Universität Frankfurt/Main, der die Logienquelle Q schlicht als „nicht vorhanden“ einstuft.

 

Vgl. dazu auch: Werner Kahl „Vom Ende der Zweiquellentheorie – oder: Zur Klärung des synoptischen Problems“, in: Transparent-extra 75 (2004), Frankfurt 2004, S. 1-36 (nachstehend als PDF abrufbar):

Werner Kahl „Vom Ende der Zweiquellentheorie – oder: Zur Klärung des synoptischen Problems“, in: Transparent-extra 75 (2004), Frankfurt 2004, S. 1-36
Ende der Zweiquellentheorie.pdf
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Unabhängig von dem synoptischen Problem müssen wir bei der Beurteilung der Authentizität der Evangelien die Tatsache berücksichtigen, dass sie keine wirklich zeitgenössischen Überlieferungen darstellen. Denn lediglich die frühen Schichten der hypothetischen Logienquelle Q, deren Vorhandensein verschiedentlich in Zweifel gezogen wird, und einzelne Fragmente des Thomas-Evangeliums könnten als zeitgenössisch akzeptiert werden. Die Entstehungsjahre der diversen Überlieferungen sind:

  • Früheste Schichten der Logienquelle Q:         ca. 30 n.Z.
  • Thomas-Evangelium:                                          ca. 33 – 40 n.Z.
  • älteste Schichten der Logienquelle Q:             ca. 65/70 n.Z.
  • Markus-Evangelium:                                           ca. 70 n.Z.
  • Matthäus-Evangelium:                                        ca. 80 – 90 n.Z.
  • Lukas-Evangelium:                                               ca. 80 – 90 n.Z.
  • Johannes-Evangelium:                                         ca. 100 n.Z.

 

Tatsache ist also, dass sich die apostolischen Kirchen, zu denen sich nicht nur die Neuapostolische Kirche, mit der wir uns hier speziell befassen, zählt, sondern z.B. auch die Römisch Katholische Kirche, auf keinerlei authentische zeitgenössische Überlieferungen berufen können.  Die im NAKatechismus angeführten Quellen können also nicht wirklich als zuverlässig akzeptiert werden.

 

Dennoch wollen wir einfach so tun, als seien die nachfolgend aufgeführten Quellen, die der NAK-Katechismus aufführt,  jeweils Tatsachenberichte:

                                         Markus 3, 14-19

                                                                    Lukas 9, 1-6

12 Apostel / Festtagsikone / Klaus Kegelmann 20.Jhdt

Bibelkundigen Lesern wird sofort auffallen, dass die NAK sich lediglich auf Quellen beruft, die von den 12en berichten.  Lukas 10, 1-24 hingegen, wo von der Aussendung weiterer 72 Jünger die Rede ist, lässt sie „unter den Tisch fallen“… - Dies ist insofern erstaunlich, als sie  unter 7.4.2 ihres Katechismus („Ausrüstung und Aussendung der Apostel“) berichtet, dass es biblischer Überlieferung gemäß mehr als 12 Apostel gegeben hat:

 

(Zitat) „[…] Außer diesen erwähnt das Neue Testament noch weitere Apostel: Matthias (Apg 1,15-26), Barnabas (Apg 13,1-4); (Apg 14,4.14), Paulus (1Kor 9,1-16; 2Kor 11) und Jakobus, den Bruder des Herrn (Gal 1,19 ; Gal 2,9). Bei Matthias ist Voraussetzung der Rufung zum Apostel die Augenzeugenschaft von Jesu Leben (Apg 1,21.22). Auch Silvanus und Timotheus werden als Apostel bezeichnet (1Thess 1,1;  1 Thess 2,7), ferner Andronikus und Junias[i] (Röm 16,7).“ (Zitatende)

 

Es hat also auch demnach mehr als 12 Apostel gegeben. Und das deckt sich mit der Argumentation der NAK bereits in früheren Jahren: Schon zu „Fragen-und-Antworten-Zeiten“ wurde das NAK-Apostolat gegen den Einwand, Jesus habe nur 12 Apostel ausgesandt und die NAK könne deshalb keine Apostel haben, damit verteidigt, dass bereits in der Bibel von mehr als 12 Aposteln die Rede sei. - Allerdings ist zu den angeführten Quellen zu sagen, dass zwar die genannten Briefe des Paulus zu den als authentisch eingestuften Protopaulinen zählen, dass aber Paulus als Quelle schon insofern nicht als sehr zuverlässig gelten kann, als seine „Berufung“ doch eher dubios ist und er zudem noch derjenige war, der die ursprüngliche jesuanische Lehre am nachhaltigsten und seinen eigenen Vorstellungen gemäß verändert hat. Dabei ist nachvollziehbar, dass er Silvanus und Timotheus, die beide zu seinen Mitarbeitern zählten, mit einer höchstmöglichen Autorität ausstatten wollte.
Die Apostelgeschichte wurde vom Verfasser des Lukas-Evangeliums als Anschlussgeschichte verfasst, also auf jeden Fall nicht vor 80 n.Z. und damit mindestens 15 Jahre nach dem Tod von Paulus – mutmaßlich lebte zu der Zeit von „den Zwölfen“ lediglich noch Johannes. Diese Quelle ist also auch zweifelhaft.


[i]  Hier folgt die Neuapostolische Kirche der katholischen Tradition, indem sie bei der Apostelin Junia eine Geschlechtsumwandlung vornimmt.
vgl. dazu auch Ulrich Wendel: „Priska, Junia & Co. Überraschende Einsichten über Frauen im Neuen Testament“, Brunnen-Verlag, Gießen 2003, ISBN 3765513008.

 

Prof. Charlesworth

Vermutlich war es ganz einfach so, dass der Begriff „Apostel“ erst später exklusiv für die „12 Jünger“ reserviert wurde, sodass bei Paulus selbst und bei den mit Paulus zusammenhängenden Bibelstellen (in der Apostelgeschichte) die Bezeichnung „Apostel“ wesentlich großzügiger und eher im wörtlichen Sinne gebraucht werden konnte. Und vieles deutet darauf hin, dass auch der Zwölfzahl erst später größere Bedeutung beigemessen wurde. Auf jeden Fall ist es historisch umstritten, ob Jesus tatsächlich einen leitenden Zwölferkreis auswählte.

 

Darauf, dass es sich bei der Zwölferrunde nicht um eine spätere Stilisierung des Urchristentums handelt, deutet allerdings die Tatsache, dass Judas Ischariot als „einer der Zwölf“ bezeichnet wird. Auch einige apokryphe Dokumente deuten an, dass Jesus seinem Anhängerkreis tatsächlich eine solche Struktur gegeben hat. Das wiese auf die Bedeutung der zwölf Stämme Israels hin, die in Israel herrschen sollten, wenn Gott dessen politische Autonomie wieder herstellen würde. Nach  C. H. Charlesworth [Bild oben rechts] unterstreicht das den gewaltfreien politischen Anspruch des Jesus von Nazareth, der zur Zeit des zweiten jüdischen Tempels nicht von religiösen Zielen zu trennen war.

 

Vgl. dazu auch James H. Charlesworth:  “The Historical Jesus, An Essential Guide”, Abingdon, Nashville 2008, ISBN 978-0-687-02167-3

 

Gegen ein derart legitimiertes „Urapostolat“ sprechen jedoch die von der NAK in ihrem Katechismus herangezogenen Belege aus dem Johannes-Evangelium. Unter 7.2 (Ursprung des Amtes in der Kirche) heißt es:

 

(Zitat) „[…]  Die Kirche Jesu Christi ist an Pfingsten in ihrer geschichtlichen Realisierung offenbar geworden. Zu diesem Zeitpunkt beginnt auch die Wirksamkeit des Amtes in der Kirche. Das Amt selbst aber ist bereits vorher durch Jesus Christus seinen Aposteln gegeben worden; er hat sie bevollmächtigt, gesegnet, geheiligt und mit Heiligem Geist ausgerüstet (Joh 20,21-23). Die Apostel sind die Gesandten Jesu.“ (Zitatende)

 

Mit dem Versuch, das NAK-Apostolat und dessen Vollmachten so zu begründen, liegt die NAK völlig daneben. Denn  bei der Beauftragung in Johannes 20, 19-23, ist nämlich keineswegs von Aposteln die Rede, sondern ganz allgemein von den Jüngern, die versammelt waren. Da Jesus zuvor Maria zu den Jüngern geschickt hatte, waren bei den Jüngern mit ziemlicher Sicherheit auch Jüngerinnen.
Ähnlich verhält es sich mit der einzigen weiteren Textstelle im Johannesevangelium, die sich mit dem Sendungsauftrag befasst: Das Kapitel 17, das sogenannte hohepriesterliche Gebet, spricht in Vers 18 ganz allgemein, von den Menschen, die Gott ihm  aus der Welt gegeben habe (vgl. ebd. Vers 6).

 

Die Textstellen im Johannesevangelium lassen also eher die Idee vom allgemeinen Priestertum aller Jesus-Jünger, also heute aller Christen, als wahrscheinlich richtig erscheinen. Für die Legitimation eines Apostolats taugen sie nicht.

 

Noch etwas fällt auf: Die Einsetzung eines Leitungsamtes unterstellt, dass Jesus von Nazareth eine Kirche gründen wollte. Einmal ganz davon abgesehen, dass das sogenannte „Neue Testament“ keine Belege dafür liefert, fehlt auch jeder Hinweis darauf, wie diese Leitungsämter besetzt werden sollten, falls Jesus einmal nicht mehr leben sollte. Es ist doch anzunehmen, dass ihm die Funktion des Apostelamtes so wichtig gewesen sein müsste, dass er auch Bestimmungen für eine Fortsetzung des Apostolats nach seinem Tod und dann dem Tod eines Apostels getroffen hätte. Dass die Bibel nichts Entsprechendes hergibt, und die NAK legt ja Wert darauf, dass ihre gesamte Lehre sich an der Bibel prüfen lassen muss, zeigt doch, dass Jesus von Nazareth abgesehen von seiner möglicherweise vorhandenen Idee, dass die politische Autonomie in Israel durch göttliche Einwirkung wiederhergestellt werden würde und deshalb die Zwölfzahl die Stämme Israels symbolisierten, die dann die Herrschaft übernehmen würden, keinerlei Ambitionen für eine in die Zukunft reichende Kirche mit Leitungsämtern hatte.

Die „Aussendung der Apostel”, Wolfgang Katzheimer, um 1500

Kurz zusammengefasst, zeigen die biblischen Quellen allenfalls auf, dass Jesus zwar möglicherweise zunächst lediglich 12 seiner Jünger ausgesendet hat, um für seine Sache zu werben, später dann aber weitere 72, um zuguter Letzt, zu einem Zeitpunkt, an dem ihm klar gewesen sein durfte,  dass er keine großen Überlebenschancen mehr hatte, einen allgemeinen Missionsauftrag an seine Gefolgschaft erteilen. Eine besondere Notwendigkeit für ein speziell legitimiertes und/oder mit Sonderaufgaben betrautes Apostolat ist an keiner Stelle der Evangelien nachgewiesen.

 

Zwar spricht der anlässlich der angeblichen Himmelfahrt des Jesus von Nazareth ausgesprochene Missionsbefehl aus Matth. 28, 16-20 lediglich von den nach dem mutmaßlichen Verrat und angeblichen Selbstmord des Judas Ischariot übriggebliebenen 11 Jüngern, ist aber mit seiner verkürzten und teilweise anderen Bibelstellen widersprechenden Darstellung meines Erachtens insofern unglaubwürdig. Für mich macht er vielmehr den Eindruck, dass hier in aller Eile ein kurzes abschließendes Kapitel verfasst wurde, das mehr als 50 Jahre nachdem Jesus von Nazareth möglicherweise getötet wurde, ein nicht mehr vorhandenes Apostolat nachträglich legitimieren sollte. Anders ist es für mich nicht verständlich, dass plötzlich der allgemeine Missionsauftrag zurückgenommen wurde.  Übrigens ist in den weiteren Himmelfahrtsberichten bei Lukas 24,50-53, Markus 16,19-20 und Apostelgeschichte 1,1-26 von einem derartigen Befehl nicht die Rede. Dafür werden aber weitere Ungereimtheiten offenbar:

Haben wir bei Johannes erfahren, dass Jesus seiner Gefolgschaft den Heiligen Geist in Jerusalem gespendet hat, lesen wir bei Lukas, dass er den Heiligen Geist für einen Termin nach der Himmelfahrt angekündigt hat. Wird uns bei der einen Bibelstelle berichtet, dass der angeblich auferstandene Jesus sich nicht anfassen lassen wollte, weil er noch nicht „aufgefahren“ sei, lesen wir bei Lukas, dass er sich nicht nur begrapschen ließ, sondern auch ein Stück Fleisch verzehrte… Alles in allem äußerst unglaubwürdige Überlieferungen!

 

Auf jeden Fall können wir davon ausgehen, dass mit dem Tod des letzten in der Bibel genannten Apostels – mögen es nun 12 Apostel gewesen sein oder 20 oder gar 84 – die Reihe der Apostel beendet ist, insofern hat die NAK mit ihrer früheren Argumentation, ca. 100 n.Z. sei mit Johannes der letzte Apostel auf Patmos in der Verbannung gestorben, Recht.

 

Und damit hat sich auch jegliche Legitimation des NAK-Apostolats erledigt. Was immer Jesus getan hat – lediglich seine Lehren haben die Zeit überdauert (wenn auch nicht alle überlieferten Jesusworte authentisch sind) nicht aber irgendwelche von ihm eingesetzten Ämter, und es ist auch keine Notwendigkeit für irgendwelche mit speziellen Vollmachten ausgestattete Ämter aus der Bibel begründbar.

Buchmalerei: Bischofsweihe des heiligen Ludger, um 1100

Wie hat die Christenheit die Zeit dennoch überdauern können, nachdem das in der frühen Zeit der Naherwartung offenbar gelebte allgemeine Priestertum zu einer Amtskirche geworden ist?
Das Stichwort lautet „Apostolische Sukzession“. Damit ist aber keineswegs gemeint, dass neue Apostel als Nachfolger der verstorbenen eingesetzt worden wären. Ursprünglich ging es nicht einmal um ein allgemeines kirchliches Führungsamt, sondern um die „Vorsteher“ in den gewachsenen Strukturen der verschiedenen Gemeinden –Bischöfe bzw. Älteste – in der Ökumene.

 

Da sich, je nachdem von welchem Apostel die je selbstständigen Gemeinden ursprünglich gegründet wurden und aufgrund regionaler Besonderheiten (Paulus hat z.B. zur Erleichterung der Mission viele „heidnische“ Elemente in die Lehre einfließen lassen), unterschiedliche Liturgien entwickelt hatten, haben sich die Vorsteher gegenseitig bestätigt, dass ihre jeweilige Gemeinde treu zur urchristlichen Tradition stehe. Das geschah dadurch, dass man die bischöfliche Amtsbefugnis durch eine vom jeweiligen Gründungsapostel ausgehende Kette von Handauflegungen durch andere Bischöfe nachwies. Auf diese Art bestätigte man einander, Apostelgründung zu sein, konnte die jeweiligen Unterschiede gelten lassen und sich dennoch der einen Kirche Jesu Christi zugehörig fühlen.
So ergab sich der ursprüngliche ökumenische Gedanke der Einheit in versöhnter Verschiedenheit.

 

Vgl. dazu auch:

  • Christian Kliver, „Apostolische Sukzession“, Port Royal Verlag, Kaufbeuren,  2011, ISBN: 978-3942705158
  • Norbert Brox, „Kirchengeschichte des Altertums“, Patmos-Verlag, Ostfildern, 2002, ISBN: 978-3491690639

 

Durch die apostolische Sukzession soll also keine Nachfolgeregelung für die Apostel der Urkirche getroffen werden, sondern es soll vielmehr die Kontinuität zwischen Urkirche und heutiger Kirche gewährleistet werden. Und diese Sukzession lässt durchaus auch Schismata zu, solange ein in der Sukzession stehender Bischof mit in den neuen Zweig wechselt und die Nachfolge weitergibt. Auf einzelne kirchenrechtliche Regelungen, z.B. dass in der Römisch-Katholischen-Kirche jede Bischofsweihe von drei Bischöfen zelebriert und zuvor vom Papst genehmigt werden muss, will ich jetzt nicht eingehen. Und dass die apostolische Sukzession eigentlich erst ab dem 12. Jhdt. als zuverlässig nachweisbar gilt, will ich auch vernachlässigen.


Interessant ist vielmehr, dass sich durch die apostolische Sukzession auch eines der Probleme bei der christlichen Ökumene ergibt: Bei der Entstehung der lutherischen Kirche in Deutschland ist kein altgläubiger Bischof zur Reformation gewechselt. Das führte dazu, dass die apostolische Sukzession im Falle der EKD unterbrochen ist, die EKD aus katholischer Sicht also nicht Kirche im eigentlichen Sinn sein kann.

Dieser Aspekt ist deshalb bedeutsam, weil, was für die EKD gilt, in mindestens gleichem Maß für die Neuapostolische Kirche gilt!


Bereits die Katholisch Apostolische Erweckungsbewegung stand außerhalb der Sukzession, da sie sich innerhalb verschiedener christlicher Kirchen und Glaubensgemeinschaften Großbritanniens entwickelte, ohne dass ein in apostolischer Sukzession stehender Bischof sich ihr anschloss. Ob nun die durch angebliche „Rufungen“ sich neu Apostel nennenden zwölf Männer  wirklich vom Heiligen Geist ordiniert wurden um „die gesamte Kirche Christi auf das zweite Kommen Jesu vorzubereiten“, oder ob hier unter Menschen irgendwelche Pöstchen ausgekungelt wurden, kann dahingestellt bleiben. Ich persönlich glaube nicht an Geistrufungen, da die Berufung Cardales, des ersten der neuen Apostel, im kleinen, quasi konspirativen, Kreis stattfand. Weder die Prophetie Drummonds noch die prophetische Bestätigung durch Taplin fand in der Öffentlichkeit statt und war über jeden Zweifel erhaben.


Aber selbst dann, wenn es sich um echte Geistrufungen gehandelt haben sollte, und dadurch eine neue apostolische Sukzession in Gang gesetzt worden wäre, hat das nichts mit der Legitimation des NAK-Apostolats zu tun!

Konferenz der leitenden Amtsträger der katholisch-apostolischen Gemeinden von Deutschland 1867 in Berlin

Tatsache ist nämlich, dass die KAG-Apostel überhaupt nicht an eine neue apostolische Sukzession dachten. Vielmehr verstanden sie sich als definitive Endzeit-Apostel in einer vollendeten 12-Zahl, nach denen keine weiteren Apostel mehr ordiniert werden sollten. Mit dem Tod des letzten Apostels, Francis Valentine Woodhouse, am 3. Februar 1901erlosch demnach das neue Apostolat, es konnten keine neuen Ämter und schon gar keine Apostel mehr ordiniert werden. So entstand quasi die gleiche Situation wie mit dem Tod des Apostels Johanne auf Patmos.

 

Das hatten einige kluge Köpfe vorhergesehen, und 1863 durch den sogenannten Propheten Geyer einen neuen Apostel rufen lassen, der von der KAG-Hamburg anerkannt wurde. Die Folge dieser Unbotmäßigkeit war, dass die gesamte Gemeinde samt Prophet und Apostel von den übrigen Aposteln exkommuniziert und aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausgeschlossen wurden.

 

Die damit „außerhalb des Leibes Christi“ Stehenden wären also selbst dann, wenn es eine Sukzession gegeben hätte (freilich hätten sie dann die Spaltung nicht provozieren müssen), bereits durch die KAG von einer weiteren apostolischen Sukzession ausgeschlossen. Dennoch formierten sie sich zu einer neuen christlichen Religionsgemeinschaft,  der „Allgemeinen christlichen apostolischen Mission (AcaM)“. - Und selbst wenn wir dieser Religionsgemeinschaft (sie hat sich 1957 aufgelöst) zugestehen würden, dass sie in der apostolischen Sukzession gestanden wäre,  hat das immer noch nichts mit der Neuapostolischen Kirche zu tun…

 

In der AcaM entstand nämlich nach dem Tod eines Apostels ein Nachfolgestreit, in dessen Verlauf der bereits im Zusammenhang mit dem KAG-Schisma genannte sogenannte Prophet Geyer ein erneutes Schisma hervorrief: 1878 kam es dazu, dass sich einige Gemeinden von der AcaM trennten und fortan unter „Apostolische Gemeinde“ weiterfirmierten. Nach einigen weiteren „Geburtswehen“ entwickelte sich über die Neuapostolische Gemeinde dann Anfang des 20. Jhdt. die Neuapostolische Kirche…

 

Wir könnten an dieser Stelle mit einem ausführlichen Bericht über die spätestens ab Bischoff unheiligen Führer der Neuapostolischen Kirche fortsetzen, lassen es aber mit einem kurzen Abriss bewenden:

 

Angefangen hat das spätestens damit, dass Bischoff den designierten Nachfolger des damaligen Kirchenleiters Niehaus, Apostel Carl August Brückner, durch Indiskretionen und Intrigen ausmanövriert hat, um selbst Kirchenleiter zu werden, fortgesetzt wurde das durch den üblen Kuschelkurs der Kirche mit dem Nazi-Regime, der von Bischoff und seinem Sohn, dem SA-Mann Friedrich Bischoff, zu verantworten war, dann kam es zu der sogenannten Botschaft, die J.G. Bischoff dazu genutzt hat, ihm missliebige NAK-Funktionäre und vor allem seinen auf Druck der Apostelversammlung bereits zum Stammapostel ordinierten und einstweilen als Stammapostelhelfer fungierenden Nachfolger Peter Kuhlen aus der Kirche zu mobben. Ein weiteres Beispiel für unheilige Führung war dann Bischoffs durch einen Handstreich ins Amt gekommener Nachfolger Walter Schmidt, von dem mittlerweile bekannt ist, dass er während des zweiten Weltkriegs kriegsgefangene Zwangsarbeiter ausgebeutet hat…

 

Mehr Details dazu finden Sie auch auf unserer Unterseite „Die unbewältigte Nazi-Vergangenheit der NAK“

 

Um es auf den Punkt zu bringen: Selbst wenn Niehaus noch in irgendeiner Beziehung zu irgendeiner apostolischen Sukzession oder in Verbindung zu einem Heiligen Geist stand, war’s damit ab J.G. Bischoff vorbei. Spätestens weil Bischoffs Nachfolger seinerseits als unheilig bezeichnet werden muss, ist sicher, dass heute kein Amt mehr in der Neuapostolischen Kirche fungiert, welches durch irgendjemanden, der in irgendeiner heiligen, göttlichen oder apostolischen Sukzession steht, berufen wurde.

 

Die Neuapostolische Kirche ist ein reines Menschenwerk und dient ausschließlich menschlichen Interessen…

Aber wahrscheinlich sind die treugläubigen nacworld-user immer noch der gleichen Meinung wie zuvor... [siehe screenshot unten]

ohne Worte... :-/

15.03.2013 - (fcs)

Spökenkiekerei und Gehirnwäsche

Das Jenseits-Voodoo der Neuapostolischen Kirche

Der Wolf ist zurück! Und Deutschland freut sich. Zu Recht, wie ich finde. Und auch Kritiker räumen mittlerweile ein, dass bei Beachtung einiger Vorsichtsmaßregeln das Zusammenleben von Mensch und Wolf in der gleichen Region keine Probleme macht.

 

Was mit dem echten Wolf in der Natur funktioniert, darf man aber nicht 1:1 für den Umgang mit den neuapostolischen Wölfen im Schafspelz übertragen. Vor allem das mit den Vorsichtsmaßregeln gilt im Umgang mit NAK-Funktionären und der NAK-Lehre in gesteigertem Maße. Warum nur verstehen die Leute vom ACK und der EZW das nicht?

Bereits wenn ich lese, dass die Weltanschauungsbeauftragte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, die Stuttgarter Pfarrerin Annette Kick, grundsätzlich einer ACK-Mitgliedschaft der Neuapostoliken zustimmt, kann ich nur noch den Kopf schütteln. Aber zu lesen, dass ausgerechnet der in der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen zuständige Beauftragte für Esoterik und Okkultismus sowie für apostolische Gemeinschaften,  Dr. theol. Kai Funkschmidt, sich dahingehend äußert, das Entschlafenenwesen der NAK sei lediglich eine besondere Form der Trauerseelsorge im Kontext einer pointiert eschatologisch orientierten und gemeinschaftsstarken Kirche, welches formale ökumenische Beziehungen oder Mitgliedschaften nicht ausschließt, macht schon Bauchweh… [vgl. hierzu: http://www.ekd.de/ezw/Publikationen_2867.php]

 

Wenn ACK und EZW schon keine Bibel kennen – sonst hätten sie ja die Mahnung aus Matth. 7,15 ernst genommen: „Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe“ oder die aus 1. Petr.  5,8: „Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge“ -,  sollten diese Leute doch wenigstens „das Märchen vom Wolf und den sieben jungen Geißlein“ kennen! Jedes Kind weiß, wie der Wolf es angefangen hat, die jungen Geißlein mit Tücke zu überlisten und sechs von ihnen zu fressen…

 

Wie der böse Wolf im Märchen fressen die Bosse der NAK Kreide und tun harmlos, nutzen aber jede Unachtsamkeit der offiziellen Vertreter anderer Konfessionen aus. Zum Beispiel der Chefideologe der NAK, der Laienprediger und Literaturwissenschaftler Priv.Doz. Dr. phil. habil. Reinhard Kiefer. Die NAK bezeichnet ihn stets als Theologen obwohl er lediglich im Zweitstudium und ohne Abschluss Theologie auf Lehramt studiert hat. Für neuapostolische Verhältnisse ist das aber wohl schon ausreichend, immerhin beschäftigen die diesen Pseudo-Theologen als Leiter der theologischen Dienste des Züricher Apostelvereins „Neuapostolische Kirche International (NAKI) e.V.“


Nachdem der (echte!) Theologe Dr. theol. Kai Funkschmidt sich, wie erwähnt, moderat über das Jenseits-Voodoo der Neuapostoliken geäußert hat, hat jedenfalls der Neuapostoliken-Chefideologe ganz eindeutig Morgenluft gewittert und den Jenseitsglauben der Neuapostolischen Kirche in den Mittelpunkt eines Vortrags im Forum Fasanenhof, der neuapostolischen Begegnungsstätte in Stuttgart, gestellt. Das wäre an sich nichts Bemerkenswertes, wenn die NAK-Kampfpresse in ihrer Online-Ausgabe (Unsere Familie Online – UFO) nicht diesen Vortrag aufgegriffen hätte, um unter Verweis auf Dr. Funkschmidt den Toten-Hokus-Pokus der NAK als mit dem Entschlafenen-Gedenken anderer Konfessionen vergleichbar dazustellen.

 

UF-Online fasst das Referat Dr. Kiefers unter

http://www.bischoff-verlag.de/public_vfb/pages/de/family/news/130306jenseitsglaube.html

wie folgt zusammen:

(Zitat) „[…]Kiefer informierte laut NAK Süddeutschland, dass im Apostolikum, das seinen Ursprung im 2. Jahrhundert hat, Jesu Abstieg in das Reich des Todes zum Bekenntnisgegenstand geworden war und zeigte unter anderem auf, dass sich in der Orthodoxie und im Katholizismus ebenfalls Formen der Fürbitte für Verstorbene entwickelten.

 

Zur Vertiefung des Themas zog der Theologe neben den einschlägigen Bibelstellen den frisch erschienenen Katechismus der Neuapostolischen Kirche heran, der dem »Leben nach dem Tod« ein Kapitel gewidmet hat. […]“ (Zitatende)

 

und ergänzt die behauptete Vergleichbarkeit zwischen den sogenannten Neuapostolischen Kirchen einerseits und Orthodoxie sowie Katholizismus andererseits durch den Verweis auf die hier Eingangs erwähnte Einordnung des NAK-Entschlafenenwesens durch Dr. Funkschmidt.

 

Dass das mit der Sakramenten-Spendung an Tote viel weiter geht, als das Toten-Gedenken und die Fürbitte für Verstorbene anderer Konfessionen, und dass die Neuapostoliken die Begründung für diesen Totenkult  im Grunde genommen an den Haaren herbeiziehen, wird erst deutlich, wenn man die etwas weiter gehenden Informationen im Bericht über Kiefers Referat auf der Website der NAK-Süddeutschland [siehe Bild oben links] unter http://cms.nak-sued.de/index.php?id=41509 liest.

 

Das dort veröffentlichte Abstract zeigt allerdings zuallererst eines: Dass die Möglichkeiten der biblischen Herleitung für diesen Kult äußerst dürftig sind. Explizit kamen als biblische Anhalte für Hilfe für Entschlafene 2. Makkabäer 12,39 ff. und 1. Korinther 15,29 („Was soll es sonst, dass sich einige für die Toten taufen lassen?“) zur Sprache. Auf nak-sued.de heißt es zwar, diese beiden Quellen seien „unter Anderem“ zur Sprache gekommen, das dürfte aber ein dialektischer Trick des Verfassers sein. Gemeint sein kann damit ausschließlich, dass u.a. biblische Anhalte für das zweifelhafte Ritual der NAK zur Sprache gekommen sind. Gäbe es nämlich mehr Anhalte, so hätten diese auch im NAKatechismus Eingang gefunden, dort findet sich aber keine weitere Textstelle dazu.

 

Alles, worauf die NAK Ihren Jenseits-Hokus-Pokus gründet, sind also eine hinter dem Alten Testament der Bibel eingeordnete apokryphe Textstelle, also eine nicht-kanonische Schrift, und ein einzelner Vers aus den (immerhin!) protopaulinischen Schriften. Alle andere Herleitungen sind an den Haaren herbeigezogene Spökenkiekerei. Kiefer stellt dazu schlichtweg die Behauptung auf

 

(Zitat) „[…] Seit dem Opfer Christi ist der Zustand der Seelen im Jenseits zum Guten hin veränderbar. Heil kann also auch noch nach dem leiblichen Tod erlangt werden. […]“ (Zitatende)

 

Wie kommt er darauf? Es gibt nicht den geringsten Hinweis darauf, dass der als Christus bezeichnete Wanderprediger Jesus von Nazareth irgendein Opfer gebracht hat, welches für irgendjemanden in seiner Vergangenheit oder Zukunft von Bedeutung gewesen wäre. Insbesondere fehlen jegliche Hinweise darauf in denjenigen jesuanischen Predigten der Bibel, die durch die historisch-kritischen Bibelwissenschaften als authentisch nachgewiesen sind. – So bleibt den Neuapostoliken nichts, als munter drauflos zu spekulieren und wilde Interpretationen an sich schon zweifelhafter Bibelstellen abzuliefern.

 

In seinem Referat führte Kiefer lediglich noch aus, dass

(Zitat aus nak-sued.de) „[…] im Apostolikum, das seinen Ursprung im 2. Jahrhundert hat, Jesu Abstieg in das Reich des Todes zum Bekenntnisgegenstand wurde („hinabgestiegen in das Reich des Todes“). Auch zeigte er auf, dass sich in der Orthodoxie und im Katholizismus Formen der Fürbitte für Entschlafene entwickelten. Auch die Apostel der katholisch-apostolischen Gemeinden – aus denen die Neuapostolische Kirche hervorgegangen ist – hätten sich an der Tradition der katholischen und orthodoxen Sitte der Fürbitte für Verstorbene orientiert. […]“ (Zitatende).

 

Kiefer hätte in diesem Zusammenhang ein wenig von seinem Faktenwissen preisgeben können. Nämlich, dass das mit dem „Hinabsteigen in das Reich des Todes“ wahrscheinlich falsch ist, dass vielmehr die moderne Wissenschaft Erklärungen mit einer wesentlich höheren Wahrscheinlichkeit für den scheinbaren Tod und die Auferstehung des Jesus von Nazareth liefert, dass eine Beweisführung mit diesem Faktum also nicht redlich ist. CANITIES-News werden Kiefer dieser Mühe entheben und einen umfassenden Beitrag zur Bewertung des Apostolikums veröffentlichen.

 

In allen anderen Stücken berief Kiefer sich auf den NAKatechismus, der allerdings auch keine belastbaren Fakten nennt.  –  Das beginnt mit dem Begriff „Jenseits“...

"Das Totenreich" (unbekannter Künstler)

Unter 9.4 des NAKatechismus finden wir eine Reihe wilder Behauptungen über das Jenseits. Es wird erklärt, dass es für den Menschen grundsätzlich unsichtbar sei (Klar! Wie soll etwas nicht existentes auch sichtbar sein?), fügt aber hinzu, dass Verstorbene sich in Einzelfällen zeigen können – und damit begeben sich diese Leute einmal mehr in den Bereich der leeren Behauptungen und Spekulationen.

 

Für mich, als Atheisten, ist es ohnehin äußerst schwierig, mich auf diese Jenseits-Spekulationen einzulassen. Aber meines Wissens ist das Auftreten von Spukgestalten auch aus allgemein christlicher Sicht, reine Fantasy. Man ist allenfalls in der Lage einen Leichnam, also einen hirntoten Körper ohne die sogenannten Vitalfunktionen, im jeweiligen Verwesungsstadium zu sehen. Klar, „beseelt“ ist dieser Leichnam auch, sonst könnte er keine Biomasse sein, aus der weiteres Leben entsteht. Aber diese Seele, also der Energiezustand des Kadavers, ist allenfalls messbar aber nicht als ektoplasmatische Manifestation o.ä. sichtbar. Und über den Geist, also über das individuelle Bewusstsein des jeweiligen Menschen, lehrt die aktuelle Forschung, dass er der Materie folgt, eine Hervorbringung der Gehirnfunktionen ist. Bei Gehirntot erlischt das individuelle Bewusstsein, der Geist ist also tot und lässt sich allenfalls aus der geistigen Hinterlassenschaft eines Verstorbenen rekonstruieren. - Ich möchte an dieser Stelle nicht tiefer in diese Thematik einsteigen, werde aber in Kürze einen kritischen Beitrag zum Thema „Leib-Seele-Geist-Einheit des abrahamitischen Menschenbildes“ veröffentlichen. Jetzt und hier würde das zu weit führen, und außerdem möchte ich aufzeigen, dass selbst dann, wenn man an einen unsterblichen Geist glaubt, die NAK-Begründungen für ihre Sonderlehren nicht haltbar sind. Wichtig ist lediglich, dass Einigkeit darüber herrscht, dass Entschlafene sich nicht zeigen können – wer anderer Auffassung ist, muss allerdings der NAK fairerweise zugestehen, dass ihre Jenseitsvorstellungen zutreffend sein könnten. Und damit zurück in medias res:

 

Es ist also ausgeschlossen, dass sich „Entschlafene“ zeigen können. Und folgerichtig kann sich die NAK bei dem Mumpitz, den sie über dieses Thema verbreitet, lediglich auf ganz wenige Bibelstellen berufen:

  • Auf Hiob, eine zwischen dem 5. u. 3. Jhdt. v.Z. entstandene Parabel ohne jeden Tatsachengehalt;
  • auf den 88. Psalm, einem Klagelied unklarer Entstehungszeit eines einzelnen Korachsohnes, das zwar einen tiefen Einblick in das Leid und die Verzweiflung des Psalmisten bietet, jedoch keinerlei Tatsachen über das Jenseits vermittelt. Im Gegenteil: Es ist deutlich erkennbar, dass der Psalmist seinerseits kein Wissen über das Jenseits hat;
  • Auf eine Textstelle im 5.Buch Mose. Und das ist nun besonders spaßig. Denn das 5. Buch Mose besteht im Wesentlichen aus Reden des Mose, der allerdings, wie allgemein bekannt, lediglich eine ebenso fiktive Persönlichkeit ist, wie die jüdischen Patriarchen. Und aus der Tatsache, dass eine fiktive Persönlichkeit angeblich in einem Satz die Befragung von Toten als strafwürdig einstuft (vgl. Vers 10 +11: dass nicht jemand unter dir gefunden werde, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt oder Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste oder Zauberei treibt oder Bannungen oder Geisterbeschwörungen oder Zeichendeuterei vornimmt oder die Toten befragt.), zieht die NAK nun die Schlussfolgerung, dass es ein Jenseits gibt mit dort existierenden Verstorbenen…

 

Das Thema „Jenseits“ kann also getrost abgehakt werden, erst recht dann natürlich die im NAKatechismus verbreiteten Behauptungen über die Gegebenheiten in diesem Totenreich. Ich zitiere wörtlich aus dem Kapitel 9.4 des NAKatechismus:

 

„[…] Jesus Christus spricht im Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus von Abrahams Schoß, einem Bild für Geborgenheit (Lk. 16,19—31). Aus diesem Gleichnis lässt sich noch Weiteres folgern:

  • Die Seele des Menschen lebt nach dessen leiblichem Tod im Totenreich weiter. Die Individualität bleibt dabei erhalten.
  • Im Totenreich gibt es einen Ort der Geborgenheit und einen Ort der Qual, die voneinander getrennt sind.
  • An welchem Ort sich die Seele des Menschen nach seinem Tod befinden wird, hängt davon ab, wie er sich in seiner Lebenszeit dem Willen Gottes gegenüber verhalten hat.

Dem Verstorbenen kann sein Zustand bewusst werden. Wer Pein leidet, erhofft Hilfe.

 

Das Gleichnis verweist überdies auf Jesu Auferstehung, mithin auch auf seinen Opfertod und die darauf gründende Möglichkeit der Erlösung. Es zeigt bildhaft Gegebenheiten im Jenseits zur Zeit des Alten Bundes: Die Kluft zwischen dem Ort der Qual und dem Ort der Geborgenheit war im Alten Bund unüberwindbar.

 

Christus, der „Erstling in der Auferstehung“ (1. Kor. 15,23), hat mit seinem Verdienst den Teufel überwunden und den Tod besiegt (1. Kor 15,55; Hebr. 2,14). Er hat damit auch den Seelen im Jenseits eine bis dahin nicht vorstellbare Möglichkeit erschlossen, in Gottes Nähe zu gelangen: Die Kluft zwischen dem Ort der Qual und dem Ort der Geborgenheit ist überbrückbar. […]“ (Zitatende)


Aus einem einzigen, mutmaßlich jesuanischen, Gleichnis, also einer fiktiven sozialkritischen Beispielerzählung ohne jeden Tatsachengehalt [nebenbei bemerkt einer der Hinweise darauf, dass Jesus von Nazareth keinesfalls ein Gott oder ähnliches war; als solcher hätte er nämlich gewusst, dass Abraham eine fiktive Person ist, die zu keinem Zeitpunkt wirklich existiert hat], die, wenn sie denn tatsächlich so erzählt worden ist, erfunden wurde, um anhand der Figuren eine Verhaltensänderung bei den Zuhörern zu bewirken, leitet die Neuapostolische Kirche gleich eine Beschreibung des Jenseits ab. Gleichzeitig verweist sie einmal mehr auf 1. Kor, 15, einen Brief, den der Begründer des Christentums und Erfinder der Sühne-Opfer-Theologie, Saulus von Tarsus aka Paulus, der insofern völlig unglaubwürdig ist, weil er es war, der eine große Zahl fremder Riten, Lehren und Mythen in die ursprüngliche Lehre der Anhänger des Weges (so nannten sich die ersten Nachfolger der jesuanischen Lehre) gemischt hat. Er hatte also ein großes Interesse daran, seine Lehrinhalte zu verfestigen.

 

Noch weniger glaubhaft sind die Worte in Hebräer 2, 14 „Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er's gleichermaßen angenommen, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel“ – da sie nicht einmal von dem sogenannten Apostel Paulus stammen. Zwar wird Paulus im Hebräerbrief als Verfasser angegeben, jedoch gilt heute als gesichert, dass dieser Brief erst in den Jahren 80-90 n.Z. verfasst worden sein kann, womit a) Paulus nicht als Verfasser in Betracht kommt und b) überhaupt kein Bezug zu einer Quelle aus jesuanischer Zeit besteht.

 

Also kämen die angeführten Schriftstellen nicht einmal dann als Beleg für den Jenseits-Hokus-Pokus der NAK in Frage, wenn sie sich dezidiert mit diesem Thema befasst hätten – was sie nicht tun, wie jeder unvoreingenommene Leser schnell feststellen wird.

 

Noch hanebüchener ist daher die Begründung der Neuapostolischen Lehre über den Zustand der Seelen im Jenseits. Die Ideologen der NAK behaupten einfach, zu wissen, wie dieser Zustand der Seelen im Jenseits sei. Einfach so – ohne jede Herleitung, Begründung, Beweis… Das Recht zu derlei leeren Behauptungen leiten sie aus der Tätigkeitsbeschreibung ihres obersten Funktionärs, des sogenannten Stammapostels ab, zu der unter  7.6.6 des NAKatechismus zu lesen ist, dass sich sein Dienst in der Reinhaltung und Weiterentwicklung der Lehre äußere, sowie dem Erschließen neuer Erkenntnisse, und das sind nach NAK-Lesart Lehrinhalte die zwar so nicht ausdrücklich in der Bibel stehen, aber von denen zu erkennen ist, dass sie angedacht waren, die also sozusagen zwischen den Zeilen der Bibeltexte zu lesen sind – natürlich nur vom jeweils aktuellen Stammapostel…

 

Bis zu diesem Punkt sind die Lehren der Neuapostoliken dennoch mit denen anderer christlicher Konfessionen und sogar der anderen abrahamitischen Religionen kompatibel. Ein Totenkult in Form von Entschlafenen-Gedenken und Entschlafenen-Fürbitte ist in allen diesen Irrlehren üblich – es sind Rituale, die einem überdies auch in sogenannten heidnischen Religionen begegnen können. Vollkommen daneben ist aber, was die NAK durch sogenannte Segenshandlungen und Sakrament-Spendungen im Diesseits an den Toten im Jenseits zu bewirken behauptet.

Ich zitiere aus 9.5 des NAKatechismus („Zustand der Seelen im Jenseits“):

 

„[…] In 1. Thessalonicher 4,16 ist von den Toten zu lesen, „die in Christus gestorben sind“. Das sind Seelen, die aus Wasser und Geist wiedergeboren wurden und sich ernsthaft bemühten, des Glaubens zu leben. Die Gemeinschaft mit dem Herrn, in die sie in ihrem Erdenleben durch die Heilige Wassertaufe und die Heilige Versiegelung gelangt sind und die sie im Heiligen Abendmahl gepflegt haben, besteht nach dem Tod fort. Sie gehören mit den Gläubigen auf Erden zur Gemeinde des Herrn und befinden sich in einem Zustand der Gerechtigkeit vor Gott (siehe 4.2.1.2 und 4.8.2). Für diese Seelen ist die Vorbereitung auf die Wiederkunft Christi zentrales Element ihres irdischen Lebens gewesen, und das Sehnen nach diesem Augenblick erfüllt sie auch im Jenseits. Sie sind und bleiben dem Herrn zugewandt, erleben Geborgenheit und Frieden.

 

Von der Möglichkeit eines Zustands der Geborgenheit wird schon in Weisheit 3,1-3 gesprochen: „Aber die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, und keine Qual rührt sie an. In den Augen der Unverständigen gelten sie als tot, und ihr Abscheiden wird für Strafe gehalten und ihr Weggehen von uns für Verderben; aber sie sind im Frieden.“

 

Die in Christus Entschlafenen haben Zugang zu Gottes Wort. Darin und in dem ihnen von Aposteln dargereichten Heiligen Abendmahl (siehe 12.1.9 und 12.1.13) empfangen sie, was sie zur Erlangung des ewigen Lebens benötigen.

 

Es gehen auch Wiedergeborene in die jenseitige Welt, die nicht des Glaubens gelebt haben. Zur Behebung ihrer Mängel bedürfen sie — wie dies auf Erden der Fall ist — der Gnade des Herrn in Wort und Sakrament.

 

Seelen im Jenseits, die nie vom Evangelium gehört, keine Sündenvergebung erfahren und kein Sakrament empfangen haben, befinden sich in einem Zustand der Gottferne. Dieser kann nur durch den Glauben an Jesus Christus, die Annahme seines Verdienstes und den Empfang der Sakramente überwunden werden. […]“ (Zitatende)

 

Spannend, nicht wahr? - Nach NAK-Lesart sind in jedem NAK-Gottesdienst auch irgendwelche Spukgestalten anwesend, die der Predigt lauschen und wenn ein Apostel anwesend ist auch an der Eucharistie teilnehmen!

 

Aber noch viel spannender ist, dass die NAK mit diesen Abschnitten jedwede Ökumene-Bereitschaft aufkündigt! Lediglich „die in Christus entschlafenen“ leben auch im Jenseits in Gottnähe; die in Christus Entschlafenen werden als diejenigen Christen definiert, die aus Wasser und Geist wiedergeboren wurden; und die Wiedergeburt aus Wasser und Geist besteht nach Überzeugung der Neuapostoliken aus der Wassertaufe und der Heiligen Versiegelung

 

Wo bitteschön, ist da noch eine Ökumene-Fähigkeit gegeben? Die Neuapostolische Kirche qualifiziert alle anderen Konfessionen und Religionen als nicht heilsvermittelnd ab! - Man behauptet, ausschließlich die volle Zugehörigkeit zur Neuapostolischen Kirche sichere die Gottnähe, alle anderen Seelen im Jenseits befänden sich in einem Zustand der Gottferne!

 

Und um diesen Mangel zu beheben, gibt es für diejenigen in den Gottesdiensten anwesenden Spukgestalten, die nicht zu Lebzeiten neuapostolisch waren, die Möglichkeit, zu speziellen Anlässen durch die Annahme weiterer Sakramente neuapostolisch zu werden. Wie Kiefer diesen Unsinn in seinem Referat dargestellt hat, lesen wir bei nak-sued.de:

 

(Zitat) „[…] ‚Gottes Erlösungswille umfasst alle Menschen. Den Auftrag Jesu, das Evangelium zu predigen, die Sündenvergebung zu verkündigen und die Sakramente zu spenden, erfüllen die Apostel an Lebenden wie an Toten‘, zitierte Dr. Kiefer sinngemäß aus dem im Dezember 2012 erschienenen Katechismus der Neuapostolischen Kirche. Neuapostolische Christen glauben, dass sich Seelen im Jenseits, die nie vom Evangelium gehört, keine Sündenvergebung erfahren und kein Sakrament empfangen haben, in einem Zustand der Gottferne befinden. Daher treten sie für sie im Gebet ein, der Herr möge ihnen helfen. ‚Zuwendung von Heil geschieht durch die Predigt, die Vergebung der Sünden und die Sakramente. Dies alles ist auch den Entschlafenen zugedacht‘, so Dr. Kiefer. Dreimal jährlich finden Gottesdienste statt, in denen besonders der Verstorbenen gedacht wird. Zudem werden, wenn der Stammapostel und die Bezirksapostel diese Gottesdienste durchführen, die Sakramente gespendet: Stellvertretend empfangen zwei Amtsträger für die Verstorbenen die Heilige Wassertaufe, die Heilige Versiegelung und das Heilige Abendmahl.“ (Zitatende)

 

Hat das noch etwas mit dem Totengedenken und den Fürbitten für Verstorbene zu tun, wie sie in anderen christlichen Konfessionen üblich sind? Die NAK sagt schließlich von sich, sie wirke unmittelbar in „das Jenseits“  und werbe dort gezielt auch Verstorbene anderer Konfessionen ab. Kiefer erweist sich also, um auf den Anfang dieses Artikels zurückzukommen,  als kreidefressender Wolf im Schafspelz, wenn er als Rechtfertigung für den Totenkult der Neuapostoliken darauf hinweist, dass sich in der Orthodoxie und im Katholizismus ebenfalls Formen der Fürbitte für Verstorbene entwickelt hätten. Und Kai Funkschmidt erweist sich als Opfer-Geißlein, wenn er jegliche Vorsicht fallen lässt und den Neuapostoliken attestiert, sie betrieben lediglich eine besondere Form der Trauerseelsorge.

 

Nun könnte man sagen, dass es jedem Schwachkopf selbst überlassen bleibt, was er glauben will und was nicht. Wenn es denn wirklich um „Glauben“ ginge. In der Sekte der Neuapostoliken geht es aber nicht um  d e n  Glauben, sondern um  d a s  glauben… nämlich im Sinne von „für wahr halten“, was die Sektenprediger verkünden – und jedweden Zweifel als das absolut Böse regelrecht zu verbieten.

 

Und auch das wäre noch egal, wenn es ausschließlich um Erwachsene ginge, die in der Lage sein sollten, zwischen Faktenwissen und leeren Behauptungen zu unterscheiden.  Aber es geht eben nicht ausschließlich um Erwachsene! Der NAK-Führungskader, der – davon bin ich überzeugt – genau weiß, dass er eine Irrlehre verbreitet, hat sich nämlich stets bemüht, auch (und gerade!) Kinder und Jugendliche mit übelsten Indoktrinationsmethoden in diesen Voodoo einzubinden. Und das ist nichts mehr, was man einfach so tolerieren kann. Ich halte es sogar für geradezu kriminell, Kinder durch Gehirnwäsche an Sonderlehren zu binden. Genau das tut die NAK aber immer noch, mittlerweile sogar verstärkt und mit deutlich indoktrinierenden Methoden. Und das geht eindeutig auch aus den beiden Dateien im PDF-Format hervor, die wir nachfolgend zum Download anbieten:

Anschreiben des sog. Apostels Hoyer zur Vorbereitung des Entschlafenenkindergottesdienstes
Spök. Entschlafenen-KiGo - Anschr..pdf
PDF-Dokument [14.9 KB]
"Leitgedanken" zur Durchführung des Entschlafenenkindergottesdienstes
Spök. Entschlafenen-KiGo - LG.pdf
PDF-Dokument [284.1 KB]

 

Wer wissen will, wie eingängig diese spezielle Form des Kindergottesdienstes bei den Kleinen angekommen ist, findet unter

http://www.nak-koeln-west.de/site/startseite/kinder/bilder_/view-details-id-44.htm

eine kleine Bildergalerie und einen Bericht aus Sicht eines (wohl bereits größeren) Kindes unter  http://www.nak-koeln-west.de/site/startseite/kinder/berichte/rss-called-view-details-id-47.htm

 

Und zum Abschied noch ein wenig thematisch passende NAK-Musik:

05.12.2012 - (bt)

Habetis Catechismum

NAK-Lehrwerk offiziell eingeführt

(Zitat) "Zürich. Mit einem Informationsabend hat die Neuapostolische Kirche (NAK) heute ihren Katechismus kirchenintern vorgestellt. Dabei handelt es sich um das erste systematische Lehrwerk der Laienkirche, die im nächsten Jahr 135 Jahre alt wird. Mit der Satellitenübertragung, die sich Kirchenmitglieder im deutschsprachigen Raum in ihren Gemeinden ansehen konnten, führte die internationale Kirchenleitung nun in den Katechismus ein. [...]" (Zitatende)

 

Quelle [siehe Bild rechts]: http://www.religionsreport.de/?p=3024

 

Ich finde die von Liebendörfer gewählte Überschrift beachtlich! - Wir kennen alle die Formulierung der Katholiken "habemus papam!" = Wir haben einen Papst. Und wenn ich mich an meine lange zurückliegende Schulzeit erinnere: "habetis catechismum" = ihr habt einen Katechismus!

 

Könnte einerseits insofern stimmen, dass die Kirchenleitung in etwa so denkt - da habt ihr ihn, was Anderes gibt‘s nicht!

Andererseits scheint es auch nicht so zu sein, dass sich bei den NAK-Mitgliedern ein "habemus" - Gefühl, ein "wir haben einen Katechismus!" entwickelt!

 

Nirgendwo habe ich bisher gehört oder gelesen, dass ein Übertragungsort zum Platzen voll gewesen sein soll - allenthalben wird von geringen Besucherzahlen berichtet .... hat irgendjemand etwas anderes erlebt, dann bitte kommentieren!

"HABETIS CATECHISMUM" - das richtet sich natürlich auch von der Kirchenleitung an die "Restchristenheit" bzw "die Welt" - nun haben sie einen NAK-Katechismus, mit dem sie sich auseinandersetzen können. Dazu passt ja auch der HinweisLebers, dass der Katechismus in einer gehobenen theologischen Sprache verfasst worden sei, da er sich nicht nur an die Kirchenmitglieder, sondern auch an die Mitglieder anderer Konfessionen richte, um eine Gesprächsgrundlage zu haben.

 

Dieser Hinweis beinhaltet meinem Empfinden nach allerdings eine gewaltige "Klatsche" für die NAK-Angehörigen, - für die allein wäre also eine gehobene theologische Sprache nicht angebracht? Nicht nötig? Oder zu schwierig?

 

Möglicherweise ist es ja auch tatsächlich so, dass den treuen NAK-Kirchenbesuchern die Theologie egal ist - schließlich haben sie jahrzehntelang gelernt, dass es nicht auf das Verstehen, sondern auf das gläubige Nachfolgen ankommt!

Letztendlich muss der Treue den Katechismus weder durchackern noch verstehen, - es bleibt schließlich ja doch dabei: Egal wie man über die Souveränität Gottes spekuliert und wie man sie interpretiert

MIT DER VERSIEGELUNG UND SÜNDENVERGEBUNG DURCH DIE  APOSTEL DER NAK IST MAN AUF DER SICHEREN SEITE, DER BRAUTGEMEINDE, DIE AUF DIE "HEIMHOLUNG" WARTET !!!

Und das kennen dann wieder alle: "Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl! Das macht die Seele still und friedevoll. Ist's doch umsonst, dass ich mich sorgend müh' ..."

 

Und wenn das wieder mal ganz gewiss ist, dann kann sich das treue Gotteskind die Mühe des Katechismus' ersparen, sich in seliger Heilsgewissheit zurücklehnen und sich den wirklich wichtigen Dingen zuwenden.

 

In diesem Sinne nämlich formuliert es ein Kommentator "Rheinschiffer" bei "Glaube & Kirche" so treffend:

(Zitat) „[…]Grundlagen des Glaubens scheinen keinen mehr zu interessieren. Insofern hat Phoenix Recht, dass der Aufwand nicht gerechtfertigt war. Vielleicht braucht die NAK auch keinen Katechismus, sondern ein neues Backbuch, damit die Kuchenauswahl beim nächsten Seniorentreffen größer wird. […]“ (Zitatende)

Quelle: http://www.glaubeundkirche.de/viewtopic.php?f=3&t=7228&start=56

 

Vielleicht aber ist auch jene Zukunftsvision gar nicht so verkehrt, die beschreibt, dass am Ende des NAK-Schrumpfungsprozesses kleine funktionierende Gemeinden übrigbleiben, denen die NAK-Lehre letztlich gleichgültig ist; und die sich dann auch von den teuren (im Sinne von kostspieligen!) Aposteln losgesagt haben und eine individuelle Gemeinschaft pflegen. - Dann sollten diese schönen Wohlfühlgemeinden aber vielleicht langsam anfangen, ihre Opfergelder auf ein Anderkonto zu überweisen, um schon mal das nötige Kapital für den eventuell nötigen Alleingang bereitzustellen...

14.11.2012 – (bt)

Wer glaubt noch der Apostellehre?

oder: Was kommt nach Laodizäa?

Nachdem Detlef Streich vor einigen Tagen seine „Kritischen Zitate“ [siehe Bild rechts] veröffentlicht hat, (http://nak-aussteiger2010.beepworld.de/kritische-zitate.htm) setzte bei mir mal wieder ein Erinnerungs – und Verarbeitungsprozess ein:

 

Es ist doch immer wieder unfassbar, mit welcher Selbstverständlichkeit, Selbstherrlichkeit und Überheblichkeit  von den Funktionären der NAK behauptet wird, den Willen, die Absichten und Pläne Gottes zu kennen und beauftragt zu sein, für ihre Durchsetzung zu sorgen, Heil zu vermitteln oder zu verweigern! - Der ungeheuer schändliche Trick ist nun aber, dass im gleichen Atemzug mit diesen Behauptungen unwiderruflich verkündet wird, jede Kritik, jeder Zweifel an ihnen, die sich Gesandte und Beauftragte Gottes nennen, sei automatisch schon ein Verstoß gegen den Willen Gottes und ein Verlassen des „Erlösungswerkes“!

 

1997 Stammapostel Fehr [Bild unten links] in Lugano 13.7. , Bericht in Unsere Familie:  „Und wenn das Wort göttlicher Predigt analysiert und auseinandergenommen und durchdiskutiert und besprochen wird von hinten nach vorn und von vorn nach hinten, wie soll es dann im Herzen noch Glauben wirken können? ...Wer wollte dem lieben Gott persönlich widersprechen? Selbstverständlich niemand, das ist uns allen klar! Aber könnte man Gott nicht auch widersprechen, indem man seine Sendung ablehnt, indem man bei denen, die er gesandt hat, Schwachheiten sucht und diese brandmarkt?“

Richard Fehr "im Einsatz"

Auf diese Weise festigen sie für alle Zeiten ihre eigene Position und machen jeden Kritiker ganz automatisch zu einem Aussteiger!! Ob er/sie will oder nicht, er/sie ist draußen, denn systemimmanente Kritik ist gar nicht möglich, nicht einmal denkbar, denn das würde ja bedeuten, sich von den (selbsternannten!) Boten Gottes zu distanzieren. - Uns wurde aber schon in die Kinderherzen hineingelegt, dass wir in den sichtbaren Menschen am Altar Gott selbst erkennen müssen (!), der durch diesen Menschen spricht und an Gottes Wort ist selbstverständlich kein Zweifel zulässig!

 

2002 Bezirksapostel Latorcai am 11.12 in New York in seiner Co-Predigt während des Stammaposteldienstes (Originalmitschrift, Übersetzung R.S.):  „Hier am Altar unseres Himmlischen Vaters wird die absolute Wahrheit verkündet. Nirgendwo sonst, weder im Himmel noch auf Erden noch sonst wo ist dieser Altar aufgerichtet, wo uns die absolute göttliche Wahrheit verkündet wird.“

 

Zwischen uns und die lieben Apostel sollte „nicht einmal ein Blatt Papier passen“, so nahe sollten wir ihnen sein. Logisch und wirklich „psycho“- logisch geschickt - denn innerlich Abstand nehmen, zurücktreten und die Apostel und ihre Lehre aus kritischer Distanz betrachten, das ist eben automatisch ein Abweichen, ein Verlassen des schmalen Weges. Es bedeutet, auf die List des Teufels hereinzufallen, denn kritische Gedanken in unserem Inneren sind, schon allein WEIL sie kritisch sind, vom Teufel, dem ewigen Verführer eingegeben! Auch hier wieder ein immens bedeutsamer psychologischer Schachzug: Unsere kritischen Gedanken und Gefühle dürfen nicht als ursprünglich zu uns gehörig erlebt werden, nein: um nicht durchzudrehen in diesem Karussell von Schuld, Verführung und Sünde müssen wir unsere Kritik abspalten, nach außen verlagern und ohne Wenn und Aber bekämpfen! Auch nur dem kleinsten kritischen Gedanken nachgeben, hieße, so wurde uns immer wieder erklärt, dem Teufel den kleinen Finger reichen - und dass der dann nicht nur die Hand, sondern den ganzen Arm und mehr nähme, sei ja hinreichend bewiesen!

 

Immer wieder wurde auf die tödlichen Folgen hingewiesen, deren Eintreten belegt war durch die völlig unreflektierte Übernahme der biblischen Texte (auch deren kritische Untersuchung war wiederum untersagt!), in diesem Fall war es der immer wiederkehrende Hinweis auf die Verführung Evas, die den Einflüsterungen des Satans „sollte Gott wohl...?“ geglaubt hat. Diese Situation wird 1:1 übertragen auf den Fall, dass uns der Gedanke käme: „Sollten die Apostel wirklich ...“ - das sei ein satanischer Gedanke, der von uns nicht Besitz ergreifen dürfe!

Michael Kraus - Geburtsname Mihail Krauss [* 26. März 1908 in Meeburg, Rumänien - † 16. November 2003 in Kitchener, Ontario]

GD in Berlin-Lauta am 23.11.2008; Stap Leber:  „Wisst ihr, da gibt es auch so eine Festung, … die zu zerstören ist. Wisst ihr, was diese Festung ist? Das ist das eigene ‚Ich‘, die eigene Meinung. Man macht sie heute so hoch, hängt das so hoch auf und jeder möchte so seine Meinung durchsetzen. (…) Wir wollen nicht unsere Meinung durchsetzen, wir wollen nach dem Himmel streben.“

 

Dass mit Ungehorsamen, ja selbst mit lediglich Zögerlichen, kurzer Prozess gemacht wird, wurde uns gern am kleinen, aber wirkungsvollen Beispiel von Lots Weib vor Augen geführt: Ein Blick zurück genügte und sie wurde unwiderruflich zur Salzsäule! Das hat mich schon als Kind tief beeindruckt: Bei Ungehorsam werden keine mildernden Umstände angerechnet: auch wenn Lots Weib vielleicht gar nicht anders konnte, vielleicht aus innerem Zwang zurückblicken musste - keine Chance auf Erklärung, Anhörung und gar Verständnis Gottes! So unerbittlich sei er, der „liebe Gott“! Nahtlos übertragen wurde diese Aussage auf das Bild der verschlossenen Tür des Hochzeitssaales, das unkorrigierbare Zurückbleiben der törichten Jungfrauen, die Unerbittlichkeit der Ernte am Tag des Herrn!

 

Unerbittlichkeit Kritikern gegenüber schon hier auf Erden:

 

Rundschreiben vom 22.3.1989 „from District Apostle Kraus [Bild oben rechts] to every every New Apostolic family in the United States and Canada". (Übersetzung R.S.): „Wir werden uns um niemanden kümmern, der sich nicht in bedingungslosem Gehorsam unterwirft. Warum sollten wir uns auch um diese Törichten kümmern?“

 

In diesem Rundschreiben heißt es auch in unübertroffener Klarheit: „Ein Neuapostolisches Mitglied, ein so genannter Anwärter auf die Königswürde, die ihn erwartet, hat nur eine Sache zu erfüllen und das ist: Das zu tun, was ihm befohlen ist. Ansonsten hat er absolut nichts zu vermelden. […] Des Menschen Wille ist Gift im Bezug auf den göttlichen Willen und wir haben keinen Platz für Gift in unserer Kirche.“


„Menschlich“ war und ist in der NAK immer das Gegenteil von „göttlich“; und göttlich ist und bleibt das, was Apostel verkünden. Göttlich, gewirkt durch den Heiligen Geist und damit unkritisierbar, unantastbar:

 

Unsere Familie vom 20.6.1991 aus einem Gottesdienst des Stammapostel Fehr:  „Wenn es aber um das Wort Gottes geht, um das Wirken des Heiligen Geistes am lebendigen Altar und um das Wohnen unter den schönen Giebeln der göttlichen Gnade, das Bauen des geistigen Hauses auf dem Grund des heiligen Evangeliums, meine Brüder und Schwestern, dann gibt’s keine Beurteilung! Das ist alles längst von Gott selbst beurteilt; deshalb ist keine Kritik angebracht.“

Der Mathematiker und Laienprediger Dr. phil.nat. Wilhelm Leber, bis Pfingsten 2013 Vorsitzender des Apostelvereins NAKI e.V., Zürich, und höchster Funktionär aller Neuapostoliken weltweit

All‘ die hier angeführten Gedanken werden vielfältig von den heute lehrenden Aposteln aufrechterhalten und neu bestätigt:

 

19.11.2006 Knetzgau Bamberg, Stap. Leber: „Es ist kein anderer Weg. Der Herr hat einen Weg gegeben. ... so ist es doch so und bleibt so, dass ein Weg gelegt ist, der Weg Jesu und der Apostel — Punkt!“

 

Und auf der gleichen Linie liegt die Aufforderung von BezAp Ehrich, wer mit der Lehre nicht einverstanden sei, müsse eben gehen, den könne man nicht halten.

 

Damit nun nochmals zu meinem ganz persönlichen Grund: „Warum noch mit diesen Zitaten beschäftigen?“

 

Zum einen ist dazu zu sagen: Meiner persönlichen Überzeugung nach gibt es keine geistige Befreiung ohne wirkliche geistige Auseinandersetzung mit den internalisierten Glaubenssätzen – sie könnten uns in schwierigen Lebenssituationen unversehens in einem Moment der Schwäche erwischen und schon hören wir den Vers des NAK-Kinderliedes: Wenn wir uns von ihm abwenden, wird es finster um uns her, unser Gang ist nicht mehr sicher und das Herz von Freuden leer… [aus „Lasst die Herzen immer fröhlich“ (NAK-GB Nr. 242, 2. Vers)]

 

Ich war über 50 Jahre lang gläubiges Mitglied dieser Kirche, - heute frage ich mich, wie das möglich war: obwohl ich Pädagogik und Psychologie studiert habe, bin ich treu und brav im System geblieben! Das ist nur durch eine Art Abspaltung zu erklären: Der Teil von mir, der seine Kenntnisse analysierend hätte einsetzen können, musste kontrolliert aus dem neuapostolischen Leben herausgehalten werden, im Themenkreis „Gott - Apostel – Kirche“ musste, wie ich es gelernt hatte, der Verstand schweigen, wenn ich nicht aus dem Erlösungswerk fliegen wollte, wie Eva aus dem Paradies! Verstand ausschalten, Augen zu und durch! Diskrepanzen, offene Fragen, Ungereimtheiten wurden schleunigst in eine „neuapostolische Schublade“ gelegt mit dem Vermerk: „Werde ich später verstehen!“

Erst als ich die Möglichkeit hatte, mich mit Anderen auszutauschen, bröckelten die ersten Steine aus dem „Glaubensfundament“ und mir war bewusst, dass ich damit bereits außerhalb des NAK-Systems stand – ein Zustand, der nur dann gut zu bewältigen ist, wenn man Berechtigung und Richtigkeit dieses Heraustretens gezielt überprüft (auch nachträglich) durch weitergehende Analyse des Systems.

 

Bedeutet nun aber das öffentlich lesbare Auseinandersetzen mit diesen zum Teil unerträglichen Zitaten ein ungerechtfertigtes Festhalten an der Vergangenheit und ein „Öl ins Feuer der Diskussionen gießen“, weil sich doch heute in der NAK so vieles zum Positiven verändert hat? - In vielen Gemeinden geht es doch heute ganz anders zu als früher, viele Amtsträger predigen nicht in obigem Stil, ganze Gemeinden bemühen sich um Ökumene,  so manche NAK-Mitglieder halten nicht mehr an der Exklusivität der NAK fest und manchmal möchte man glauben, die große Mehrheit der Gottesdienstbesucher hält heute für vollkommen erlaubt, die Predigt mit dem eigenen Verstand zu bewerten und zwischen Göttlichem und Menschlichem zu unterscheiden. Diese Auffassung findet sich bei Geschwistern, Lehrkräften und sogar Amtsträgern…

 

Und könnte nicht einfach so, auf diese Weise eine „neue“ NAK geschaffen bzw. gestaltet werden?

 

Ich denke, genau das funktioniert so einfach nicht. Es reicht nicht, auf die normative Kraft des Faktischen zu hoffen, die es einem erspart, sich mit den Normen selbst auseinanderzusetzen!

 

Es hat keinen Sinn, so zu tun, als gäbe es die Lehre der NAK nicht, die in den angeführten Zitaten zum Ausdruck kommt: Sie besteht nach wie vor und wurde nie zurückgenommen!

Diejenigen, die das ignorieren und ihr neuapostolisches Leben anders gestalten, müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie dadurch, wie hier gezeigt, quasi automatisch außerhalb der NAK-Lehre stehen, selbst wenn sich eine ganze Gemeinde darin einig sein sollte!

Neues gestalten und praktizieren ohne ausdrückliche Auseinandersetzung mit den Fehlern der Lehre? Dann steht man jederzeit in der Gefahr, z.B. von einem übergeordneten Funktionär, dem das zugetragen wird, wieder auf den Boden der NAK-Realität geholt zu werden. Amtsträger und Lehrkräfte würden an ihre Gehorsamspflicht erinnert, die sich aus dem Glauben an die göttliche Berufung der Apostel ohnehin ergibt!

 

Und selbst wenn alle erwachsenen Gemeindemitglieder und die Amtsträger sich einig wären: Wie gestalten sie dann unter Verwendung des vorgegebenen Unterrichtsmaterials die Unterweisung der Kinder? - Ich las kürzlich in einem Forum, dass mehr und mehr Eltern mit ihren Kindern bewusst die Entschlafenen-Gottesdienste nicht mehr besuchen. Verhindern sie auch die entsprechende Unterweisung in den Unterrichtsstunden?

 

Wenn die Erwachsenen einer Gemeinde mehrheitlich zu der Überzeugung gekommen sind, dass Heil und Erlösung nicht nur in einer einzigen Konfession zu erlangen sind, wird dann auch den Kindern nicht mehr beigebracht, dass nur durch die Handauflegung eines Apostels aus einem Menschenkind ein Gotteskind wird? Und werden dann zur Vorbereitung auf den Entschlafenen-Gottesdienst keine Brücken aus Streichhölzern mehr gebastelt, um die rettende Bedeutung neuapostolischer Gebete kindgerecht zu veranschaulichen?


Während der Schlussbearbeitung dieses Beitrages erschien von Religionsreport unter http://www.religionsreport.de/?p=2885 gerade passend der Artikel:

 

Evangelisch-neuapostolischer Gottesdienst (€)

 

„Der Pfarrer hat es mir sehr leicht gemacht“

 

von Steffen Liebendörfer


Dort wird von einem von Anfang bis Ende gemeinsam gestalteten ökumenischen Gottesdienst berichtet:


(Zitat) „ ‚Für mich ist das ganz klar ein vollwertiger Gottesdienst‘, erklärte Vorsteher Hartwig noch kurz bevor es losging. Für den Nachmittag wurde in der NAK Lockwitz zusätzlich ein konventionell-neuapostolischer Gottesdienst angeboten – mit Abendmahl, das am Vormittag nicht gefeiert wurde – was für evangelische Gottesdienste allerdings nicht ungewöhnlich ist. Man habe im Vorfeld kommuniziert, dass es jeder nach Belieben handhaben könne: Nur am Vormittag oder nur am Nachmittag oder auch zweimal, jeweils ohne schlechtes Gewissen.“ (Zitatende)

 

Wer ein halbes Jahrhundert neuapostolisch war, weiß sofort, dass diese Auffassung mit der Lehre kollidieren muss:

 

Jeder Gottesdienst ist wichtig für die Erlangung der Würdigkeit der Seele und diese ist auf das geistgewirkte Wort, das Lebensbrot, ebenso angewiesen wie auf die Sündenvergebung und die Gemeinschaft im Heiligen Abendmahl. (Erinnert sich außer mir noch jemand an die Zeiten, als es sonntags zwei Gottesdienste gab, aber das heilige Abendmahl nur vormittags von allen gemeinsam gefeiert wurde. Diejenigen, die morgens nicht dabei gewesen waren, mussten dann am Nachmittag einzeln nach vorne, um die lebensnotwendige Hostie in Empfang zu nehmen.)

 

Und nun reicht ohne „schlechtes Gewissen“, d.h. auch ohne Gefährdung der „Würdigkeitsentwicklung“ die Teilnahme an einer ökumenischen Veranstaltung ohne Abendmahl aus?

 

Ungewöhnlich ist sicherlich, dass diese Möglichkeit von einem Vorsteher offiziell (?) so angeboten wird. (Dieses Vorgehen müsste dann vom Bezirksamt genehmigt und mit den „Vorangängern“ abgestimmt sein!) aber aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass quasi inoffiziell heute die Auffassung verbreitet ist, dass man z.B. um des Familienfriedens mit der nichtneuapostolischen Verwandtschaft Willen oder um Freunde nicht vor den Kopf zu stoßen, auch ruhig mal den NAK-Gottesdienst ausfallen lassen und eine andere Kirche besuchen kann, ohne „Schaden an der Seele zu nehmen“.

 

Früher wäre uns da in jedem Fall das angebliche Jesu-Wort entgegengehalten worden: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert.“ (vgl. Matth.10, 37)

 

Haben sich mit diesen und anderen „de-Facto-Änderungen“ der Praxis viele einzelne oder ganze Bezirke selber außerhalb der NAK-lehre positioniert?

Anders kann man es gar nicht sehen, denn die o.a. Zitate, allesamt der Lehre nach Aussprüche aus dem Mund der Gesandten Gottes und gewirkt durch den heiligen Geist sind nicht revidiert worden und an Deutlichkeit bleibt nichts zu wünschen übrig:

 

2001 Stammapostel Fehr in Tilburg /Holland, (Originalmitschrift):

„Liebe Geschwister, und wer den Heiligen Geist will, der kann wegen mir nach Rom reisen, oder zum Dalai Lama in den Himalaja oder weiß der Kuckuck wohin, er wird diesen Geist nicht empfangen, es sei denn durch die gesandten Apostel Jesu Christi. Das sei wieder mal in aller Deutlichkeit gesagt.“

 

Man muss nun allerdings nach dem Prinzip verfahren „Ober sticht Unter“ wenn man sich erinnert, dass Rolf Wosnitzka, ebenfalls als Apostel ein sprechender Mund Gottes vor rund fünf Jahren – im Juni 2007 – während eines Jugendgottesdienstes in Bautzen verkündet hat:

„Wir können auch nicht Andersgläubigen gegenübertreten und behaupten, Heiliger Geist könne nur durch das Apostelamt gespendet werden. Auch damit tun wir anderen Menschen weh und Unrecht […]“.

 

Machen wir uns klar: Mit Erscheinen des neuen Katechismus wird die NAK-lehre schriftlich fixiert – dann muss sich erweisen, wo jeder einzelne neuapostolische Christ, wo die Gemeinde und der Bezirk stehen und wie mit den dann schwarz auf weiß nachlesbaren Lehraussagen und ihren möglichen Differenzen zum praktizierten Glauben umgegangen wird.

26.10.2012 - (fcs/bt)

Klein-Willi legt die Bibel aus

(Exegese eines theologischen Geisterfahrers)

Der Gesamtleiter aller Neuapostolischen Kirchen auf der Welt, der promovierte Mathematiker und Laienprediger Dr. Wilhelm Leber, gibt in regelmäßiger Folge je ein sogenanntes Geleitwort im offiziellen Organ des in der Schweiz sesshaften Vereins sich Apostel nennender Männer, NAKI e.V. Zürich, der Zeitschrift „Unsere Familie“ heraus.

 

In der aktuellen Ausgabe [20/2012 vom 20. Oktober (siehe Bild rechts)] hat er sich für dieses Geleitwort durch eine in der Bibel in 2. Könige 4, 1-7 überlieferte Begebenheit aus der Zeit Elisas „inspirieren“ lassen. [http://www.bischoff-verlag.de/public_vfb/pages/Downloads/Downloads_UF/Geleit-2012-20.pdf]

 

Bevor wir uns auf Lebers Geleitwort einlassen, aber zunächst ein paar Hintergrundinformationen, da vielleicht nicht jeder Leser die Bücher der Könige gegenwärtig hat:

 

Elisa, eigentlich Elischa  (hebräisch אֱלִישַׁע auf Deutsch „Gott hilft“) hat der Überlieferung zufolge etwa im 9. Jhdt. v.Z. gelebt und war ein Prophet im Nordreich Israel. Er wird als wundertätiger Nachfolger des Propheten Elia (eigentlich Elija, hebräisch ‏אליהו auf Deutsch  „Mein Gott ist JHWH”) überliefert. Er war bei der angeblichen Himmelfahrt des Elija zugegen,  bei dieser Begebenheit soll der Geist des Elija auf Elischa herniedergefahren sein, und es wird berichtet, dass Elischa von der Zeit an Wunder vollbringen konnte. Die Geschichten über ihn finden sich im 2. Buch der Könige, aber interessanterweise wird er auch im Koran erwähnt – im Islam wird Elischa als Prophet Al-Yasa oder auch Elyasa geführt.

Elias Himmelfahrt (Giovanni Piazzetta; 18. Jh.)

Wundertaten ähnlich denen des Moses soll Elischa vollbracht haben, z.B. die Teilung des Jordan durch seinen Mantel. Es fällt aber auf, dass eine ganze Reihe vergleichbarer Wunder in teilweise abgewandelter Form später auch dem Wanderprediger Jesus von Nazareth, den das Christentum als Christus und Inkarnation Gottes überliefert, zugeschrieben werden. Wichtig ist aber auch, dass ähnliche Wundertaten ebenfalls von Siddhartha Gautama, dem historischen Buddha, der etwa im 6. Jhdt. v.Z. gelebt hat, berichtet werden.

 

Wenn wir uns nun vergegenwärtigen, dass das Buch der Könige in der ersten Redaktion ca. 580 v.Z. und in der 3. Redaktion ca. 500 v.Z. entstanden ist, und dass Buddha von 563 – 483 v.Z. gelebt hat, ist die Annahme einiger Bibelwissenschaftler, dass eine Beeinflussung der Elischa-Sagen durch Berichte über die Wunder des Buddha stattgefunden hat, nicht von der Hand zu weisen. Anders als Moses hat Buddha schließlich tatsächlich gelebt ;-)

 

Eines dieser Wunder des Elischa ist es, von dem sich Dr. Leber inspirieren ließ. Und da er es in seinem Geleitwort unzulässig stark verkürzt und sinnentstellt wiedergegeben hat, wollen wir auch dieses Wunder noch einmal nacherzählen:

 

Die Witwe eines Prophetenjüngers (in einem der Qumran-Targumin wird sie als die Witwe Obadjas bezeichnet) steht vor einem großen Problem: Nach dem Tod ihres Mannes steht ein Gläubiger vor der Tür, der einen zu diesem Tag fällig gestellten Betrag, den er ihrem verstorbenen Mann geliehen hatte[Josephus ergänzt (Ant. IX 4.2), dass Obadja das Geld geliehen hatte, um den Propheten und seine Jünger, die er versteckt hatte, zu verpflegen], zurückfordert.
Da sie nahezu vollkommen mittellos ist, kann sie die Schuld nicht tilgen, der Gläubiger ist daher berechtigt, ihre beiden Söhne, beide noch im Knabenalter, zum Ausgleich als Sklaven zu nehmen. Der Gläubiger war anscheinend kein Unmensch, da er der Witwe 3 Tage Zeit ließ, den nötigen Betrag aufzubringen. In ihrer Not wandte diese sich an den Propheten und dann geht es gemäß der 84er Luther-Übersetzung der Bibel  in 2. Könige 4, 2-7 wie folgt weiter:

Elisa vermehrt das Öl der Witwe

 

„(2) Elisa sprach zu ihr: Was soll ich dir tun? Sage mir, was hast du im Hause? Sie sprach: Deine Magd hat nichts im Hause als einen Ölkrug.

(3) Er sprach: Geh hin und erbitte draußen von allen deinen Nachbarinnen leere Gefäße, aber nicht zu wenig,

(4) und geh ins Haus und schließ die Tür zu hinter dir und deinen Söhnen und gieß in alle Gefäße; und wenn du sie gefüllt hast, so stelle sie beiseite.

(5) Sie ging hin und tat so und schloss die Tür zu hinter sich und ihren Söhnen; diese brachten ihr die Gefäße herbei und sie goss ein.

(6) Und als die Gefäße voll waren, sprach sie zu ihrem Sohn: Reiche mir noch ein Gefäß her! Er sprach zu ihr: Es ist kein Gefäß mehr hier. Da stand das Öl.

(7) Und sie ging hin und sagte es dem Mann Gottes an. Er sprach: Geh hin, verkaufe das Öl und bezahle deinen Schuldherrn; du aber und deine Söhne, nährt euch von dem Übrigen.“

 

Soweit die biblische Überlieferung dieser Legende, aus deren Interpretation sich allerlei Frommes herleiten lässt, wenn man denn an die göttliche Inspiration des Schreibers dieser Mär glauben mag: z.B., …

  • …, dass Gott keines seiner Kinder in der Not allein lässt
  • …, dass Gott sich nichts schenken lässt
  • …, dass Gott in der Lage ist, aus wenig viel zu machen (Segen bedeutet Vermehrung)
  • …, dass Gott sich zu dem Wort seines Propheten bekennt

 

Aber nun schauen wir uns die Schriftauslegung des Dr. Wilhelm Leber an:

(Zitat) „[…]Es war also genau so viel Öl vorhanden, dass diese Frau davon leben und den Rest verkaufen konnte. Der Erlös reichte sogar aus, dass sie ihre Schulden bezahlen konnte.

 

Ich möchte das biblische Geschehen auf uns übertragen und dabei das Bild von den leeren Gefäßen in den Mittelpunkt stellen. Im Gottesdienst geht es darum, dass wir Geistesöl aufnehmen. Da ist es wichtig, dass wir ein leeres Gefäß darstellen. Ich meine damit, dass wir alles, was uns belastet – alle Sorgen, alle Mühen des Tages –, ausschütten. Wir wollen nicht mit einem vollen Gefäß ins Haus Gottes kommen. Denn das bedeutet, dass nichts mehr hineingeht. Die Herzensgefäße sollen leer sein, sodass sie empfänglich für das Wort Gottes sind, für das Geistesöl.

 

Da  kann  es  vieles  geben,  was  die  Gefäße  anfüllt:  Sorgen  aus  dem  Alltag,  um  den

Arbeitsplatz, um die Gesundheit; Fragen, die uns beschäftigen, wie etwa: Ist denn der Herr noch mit mir? Ärger, der obenauf liegt im Herzen. Es ist gut, wenn wir das ausschütten und vor den Altar Gottes legen, um empfänglich zu sein für das Geistesöl. Ein leeres Gefäß, also ein aufnahmebereites Gefäß, ist notwendig. Das gilt in jedem Gottesdienst.

 

Es mag vielleicht hier und da auch so sein, dass man noch etwas Mühe hat, das Herzensgefäß zu leeren. Aber es lohnt sich in jedem Fall, denn das Wort Gottes ist immer mehr wert als alle Sorgen, als alle Belastungen, als alles, was uns zu schaffen machen könnte. Haben wir Mühe, unsere Gefäße zu leeren, dann hilft das Gebet, also die Bitte an den Herrn, er möge uns helfen, dass es uns gelinge, diese Sorgen und Nöte, die die Gefäße manchmal bis zum Rand füllen, auf ihn zu werfen.

 

Am Beispiel jener Witwe sehen wir, wie sie dann zu Reichtum kam oder zu einem angemessenen Lebensunterhalt – auf das Wort des Gottesknechtes hin. Also mit leeren Gefäßen in den Gottesdienst kommen und diese mit dem Wort Gottes anfüllen ist segensreich. Ich wünsche uns allen, dass es so sein möge, dass alle Herzensgefäße leer sind und gefüllt werden mit dem Geistesöl.“ (Zitatende/Textende)

 

Soweit die sachliche Darstellung und Analyse von fcs …

 

Ich kann nun allerdings gar nicht anders, als in meine Stellungnahme zu diesem Geleitwort des höchsten NAK-Amtsträgers sehr emotional einzusteigen und als erstes staunend festzustellen, dass hier uraltes Brot als frische Wegzehrung zum Geleit angeboten wird!

 

Und das nicht von einem Diakon oder Priester, der, überraschend zum mitdienen aufgerufen, auf die als erstes zur Verfügung stehenden Konserven zurückgreift, sondern von dem sogenannten „Elieser der Gegenwart“, der die Brautseelen bereiten soll, der oberster Hirte und Vorangänger ist, der Hüter der Geheimnisse Gottes, der zwischen den Zeilen der heiligen Schrift neue Erkenntnisse entdecken kann und dem der Heilige Geist offenbart, was zur Führung des Volkes Gottes ganz aktuell vonnöten ist!

Was bedeutet es, wenn ich in aller Aufrichtigkeit bezeugen kann, dass man mich nachts aus dem Tiefschlaf wecken könnte und ich auf das Stichwort „leeres Gefäß“ mit einem exakten Abspulen genau dieser köstlichen „Stammapostelworte“, derselben Interpretation der Bilder und derselben entsprechenden Ermahnungen und Verheißungen hätte dienen können? Und jede Wette, jeder altgediente NAKler könnte das ebenso!

Es bedeutet, dass wir alle, die wir treu die Gottesdienste „ausgekauft“ und „Öl gesammelt“ haben, dasselbe in unendlichen Wiederholungen bereits genauso gehört haben, - und die vielen Amtsträger aller Amtsstufen, denen diese wertvollen Gedanken zyklisch „auf den Geist“ kamen, die uns diese Gedanken dann in die Herzen gelegt haben, die konnten das auch einfach so, haben einfach das Bild von leeren Schüsseln, gläsern, Krügen, Fässern etc. benutzt, um die wesentliche Botschaft herüberzubringen. Die simple und empirisch leicht überprüfbare Wahrheit lautet: Wenn ein Gefäß voll ist, dann geht nix mehr rein!

 

Und wir saßen da, ergriffen von der Weisheit und Evidenz dieser Aussage! Aber damit nicht genug, sie wurde nun erst auf das Geistige übertragen und damit zu einem wertvollen Eckpfeiler im NAK-System, aufs trefflichste geeignet, die Mitglieder als treue Schafe in der Herde zu halten: Diese simple Wahrheit sollte ihnen beweisen, dass auch sie leere Gefäße sein müssen, um das wertvolle Glaubensöl aus der Predigt in sich aufnehmen zu können! – Immer schon wurden „Richtigkeit“ aus dem Bereich der Materie als bewiesene Wahrheiten im Bereich des Geistigen oder Geistlichen verkauft.

 

Und weil es so gut passt, übertrug man das gleichermaßen auf Kopf und Herz und Seele (der Magen durfte vernachlässigt werden) und schlug dabei diverse Fliegen mit einer Klappe:

 

Gute Gotteskinder sind „geleerte“ Gotteskinder, ganz besonders, wenn sie in den Gottesdienst kommen. Denn wie ein leeres Gefäß sollen sie das geistige Öl aufnehmen und das bedeutet, dass sie sich nicht mit eigenen Gedanken, eigenen Ansichten und Meinungen, schon gar nicht mit Kritik „anfüllen“ dürfen. – Eine solche Vorgabe ist natürlich grandios zur Stabilisierung eines hierarchisch strukturierten und auf Machterhalt der Führung ausgelegten Systems!

Die Gefahr des eigenen Denkens ist für ein solches System die größte Gefahr, und so wird auch intensiv und immer wieder auf vielfältige Weise davor gewarnt. Das Denken soll ganz und gar nur von göttlichen (= systemkonformen) Informationen erfüllt sein. Andere Quellen, theologische Literatur genauso wie Gespräche mit Kritikern werden als geistiges Gift bezeichnet. Damit erreicht man auf simpelste Weise, dass die Mitglieder weder selber kritische Gedanken entwickeln, noch sich den kritischen Ideen anderer zuwenden.

 

Das Bild von den aufnahmefähigen leeren Gefäßen wird aber auch gern, weil’s so schön ist, nicht nur auf das Denken, sondern auch auf Gefühle übertragen, obwohl da das Bild schon unlogisch wird: Gefühle von Ärger, Unmut, Überheblichkeit etc. sollen raus, aber für akzeptierte Gefühle wie Freude, Begeisterung usw. gilt das nicht, die dürfen bleiben, bilden aber seltsamerweise auch kein Hindernis beim befüllt werden mit dem Geistesöl im Gottesdienst.

 

Wenn es um die Vorbereitung des „Gefäßes“ auf den Gottesdienst geht, wird es ähnlich schief: Sich Freuden und Beschäftigungen der Welt hingeben, das macht das Gefäß voll: Simpelste Erläuterung dazu war früher gern der Spätfilm, der einem Gotteskind nicht ganz aus dem Kopf geht und seine Aufnahmefähigkeit im Gottesdienst schmälert. Vorbereitung durch lesen der Bibel oder noch besser der NAK-Schriften ist erwünscht und führt dadurch, dass im Seelengefäß schon die bekannten NAK-Phrasen schwirren zu den so beliebten Erlebnissen ganz besonderer Verbindung nach „oben“, wenn komplementäre Phrasen aufeinandertreffen! So muss es sein, das bewirkt dann auch den ersehnten Effekt: „Sind wir nicht alle wieder selig geworden?!“

 

Und es bewirkt eine weitere Absicherung des NAK-Systems, die auch ganz besonders notwendig ist, weil in der NAK nicht nur Laienprediger tätig sind, denen theologisches Wissen fehlt, sondern oft auch sprachlich und rhetorisch ungeschulte Amtsträger, teilweise mit geringer Allgemeinbildung und dementsprechend kommt es gelegentlich auch zu recht unerquicklichen Predigten.

 

Und da kommt dem Prediger nun wieder das von allen kritischen Gedanken und Ansprüchen geleerte Gefäß der Zuhörer zugute – aber ganz leer sollte es nicht sein, im Bodensatz wabern natürlich zu aller Freude die internalisierten Lehren: „Wir werden auch durch törichte Predigt selig, wir verlangen nicht nach kunstvollen Formulierungen und schönen Worten, wir sehen durch „den Vorhang des Fleisches“ Gott selbst am Altar stehen, und es wird uns nicht gepredigt, „wonach unsere Ohren jücken“, sondern das zeitgemäße Wort Gottes, das uns stärkt und selig macht!

 

Wir alle haben gelernt: Wenn wir nicht selig geworden sind „unter dem Wort“, wenn uns die Predigt nichtssagend und langweilig vorkam, - ja dann waren wir nicht richtig vorbereitet, wir waren kein aufnahmefähiges leeres Gefäß und an unserem Dilemma selber schuld!


So perfekt systemstabilisierend funktionieren die einfachen alten Bilder und ihre altbekannten Auslegungen, auch wenn sie schief sind, sind sie wirksam – nichts zu verbessern!

Dabei hätte dann auch Leber lieber bleiben sollen – aber er als Oberhaupt und Brautführer möchte natürlich auch als theologisch versierter Prediger dastehen und entsprechend seinem hohen Amt nicht einfach nur die altbekannten Sprüche herbeten sondern zeigen, dass er kraft seines Amtes zur Exegese biblischer Texte fähig ist!

 

Leider fällt er damit grandios auf die Nase! Der Bezug auf die Geschichte, mit dem er sich als begabter Exeget erweisen will, ruiniert ihm seine Bemühungen:

 

Dieser Geschichte folgend, macht es keinen Sinn, die Witwe selbst mit dem Gefäß gleichzusetzen und dann über ihre Aufnahmefähigkeit und den damit verbundenen Segen zu philosophieren, denn diese Frau war nicht selber im übertragenen Sinne ein Gefäß, sondern sie besaß ein Gefäß – und der besondere Witz an der Sache ist, dass der ganze Ablauf der Erzählung darauf aufbaut, dass das Gefäß, von dem alles seinen Ausgang nimmt nun eben gerade nicht leer ist !

 

Peinlich für den lieben Stammapostel, dem es doch gegeben ist, die Schrift auszulegen, wenn er solch gravierende Abweichung zu seinem eigenen Bild nicht bemerkt:

 

In dieser Geschichte hatte die Frau ihren eigen Grundstock an Öl und sie hat ihr Gefäß nicht geleert, damit es jemand anderer anschließend wieder auffüllen konnte, sondern das, was sie schon besaß, wurde vermehrt und sie konnte, ohne dass ihr Gefäß leer wurde, die anderen Gefäße füllen. Was sie auf diese Weise gewann wurde auch nicht „bewahrt“ und eingelagert, sondern verkauft und der Erlös verwendet.

Das Bild von der eigenen Seele als aufnahmefähiges und dann angefülltes Gefäß greift hier überhaupt nicht.

 

Bezug nehmend auf diese Geschichte hätte Leber passenderweise auf die Notwendigkeit von Glauben und Vertrauen hinweisen und das auf das Verhältnis der gläubigen NAK-Mitglieder zu den NAK-Funktionären übertragen können:

 

Glaube muss in ausreichendem Maß vorhanden sein und bei der Witwe war dieser der Geschichte zufolge immerhin so stark, dass sie in Kauf nahm, sich unter Umständen lächerlich zu machen. Ihre wirtschaftliche Lage dürfte bekannt gewesen sein, und die Nachbarn werden sich ihr Teil gedacht haben, als sie sich die leeren Krüge ausgeliehen hat. – Hätte sie versuchshalber lediglich einen Krug geborgt, dürfte der Verkaufserlös nicht zur Schuldentilgung gereicht haben… Aber sie hätte wohl auch noch wesentlich mehr Krüge füllen können, wenn mehr vorhanden gewesen wären. Die Erzählung lässt hier einiges an Spielraum.

 

Auf jeden Fall schien der Verkaufserlös ausreichend gewesen sein zur Tilgung ihrer Schulden und es blieb sogar noch ein wenig Geld übrig, sodass sie sich und die beiden Knaben eine Weile ernähren konnte. Mehr gibt die Erzählung diesbezüglich aber auch nicht her.  Und das alles hätte Leber doch ohne sich zu blamieren aus dem Text herausholen können und es wäre doch auch in der vertrauten Linie geblieben. Er hätte abschließend den Gläubigen noch einmal liebevoll ins Herz legen können, den Knechten des Herrn zu vertrauen, deren Worten zu glauben, sie zu befolgen und dann nimmermehr Mangel zu leiden!  Und auch wenn die Lage hoffnungslos erschiene, wir wissen ja: Geht’s auch wider die Natur, Jesus spricht ja: glaube nur!

 

Wir wissen: Es bleibt nicht so – mit Gott ist alles möglich, der Herr lässt sinken, doch nicht ertrinken, Gott kann unsere Verhältnisse ändern – wenn er es nicht tut, dann lassen wir uns aber von der Hitze des Tages nicht verdrießen, auch wenn es den Gottlosen so wohl geht, denn wir sehen ihr  Ende an! Unsere Trübsal aber ist zeitlich und leicht und auf uns wartet eine über alle Maßen wunderbare Zukunft: Was noch kein Auge gesehen und kein Ohr gehört, ist denen bereitet, die Gott lieb haben!!

 

Geht doch, oder!?

30.06.2012 (fcs)

Anspruch ohne Begründung: Das Amtsverständnis der NAK

Der Stein des Anstoßes: Die PDF zum Thema Amtsverständnis der NAK

DieserBeitrag hat eine Vorgeschichte: Die Sozialplattform facebook bietet für Benutzergruppen seit kurzem die Möglichkeit, Dateien hochzuladen. Einfach um diese Funktion auszuprobieren, habe ich dann eine im Juni beim Friedrich-Bischoff-Verlag Frankfurt/Main, dessen Eigentümerin der Züricher Verein NAKI e.V. ist, zum Download auf seiner Internetpräsenz bereitgestellte PDF-Datei in der facebook-Gruppe „Klartext“ eingestellt. Das Ergebnis war, dass ich am übernächsten Tag eine sogenannte Facebook-Warnung erhielt:

 

„Wir haben den Zugriff auf folgende Inhalte, die Du auf Facebook gepostet hast, entfernt oder gesperrt, weil wir einen Bericht von einer Drittpartei erhalten haben, dass die Inhalte gegen ihre Urheberrechte verstoßen:


Datei von einer Gruppe: "Klartext", LEO_06-2012_dt.pdf, Hochgeladen am 25. Juni 17:39 PDT
Wir möchten Dir dringend dazu raten, dass Du die von Dir auf Facebook geposteten Inhalte überprüfst und sicherstellst, dass Du keine anderen verletzenden Inhalte gepostet hast. Unseren Richtlinien zufolge schließen wir die Konten von Wiederholungstätern gegebenenfalls.
Weitere Informationen über geistiges Eigentum findest Du in unserem Hilfebereich unter http://www.facebook.com/help/?page=439.

 

Das Facebook-Team“

 

Meine Neugier war geweckt! Wenn die Neuapostolische Kirche einen Aufstand wegen einer eigentlich frei herunterladbaren PDF macht, muss der Inhalt doch eher brisant sein.  Ich habe mir den Text etwas genauer angeschaut, und so entstand der nachfolgende Beitrag, in welchem ich das fragliche Dokument eingehend prüfe und beurteile.

 

Die fragliche NAKI-Publikation, ist unter dem folgenden Link abrufbar:

 

http://www.bischoff-verlag.de/public_vfb/pages/Downloads/Downloads_UF/lehreunderkenntnis-ab-2012-02/LEO_06-2012_dt.pdf

 

Um mich nicht erneut  der Gefahr auszusetzen von den Leuten der Neuapostolischen Kirche fälschlicherweise der Urheberrechtsverletzung bezichtigt zu werden, habe ich in dem Artikel jeweils nur einen Abschnitt des Textes wörtlich zitiert und anschließend kommentiert. Zitat und Kommentar sind am unterschiedlichen Schriftgrad und der unterschiedlichen Schriftfarbe erkennbar. Die Übereinstimmung von Zitat und Original ist über den vorstehenden Link überprüfbar. Ggf. sende ich auf Anfrage aber auch gerne die Ursprungsdatei per E-Mail zu.

Sitz des Apostelvereins NAKI e.V. in der Züricher Uberlandstraße

(Zitat) „Amtsverständnis der NAK

 

Seit ihren Anfängen versteht sich die Neuapostolische  Kirche als eine Kirche des Amtes. Der folgende Beitrag gibt Aufschluss über unser Amtsverständnis und erläutert die einzelnen Ämter und Dienste der Kirche.

 

Im Allgemeinen ist unter „Amt“ eine Funktion oder offizielle Stellung zu verstehen, der ein Verantwortungsbereich  zugeordnet ist. Im weiteren Sinn ist „Amt“ eine verliehene Autorität zur Vertretung, Leitung und Ordnung einer Gemeinschaft. Zur Ausübung eines Amtes gehören sowohl administrative als auch autoritative Aufgaben.

 

Im Folgenden geht es hauptsächlich um das geistliche Amt. […]“ (Zitatende)

 

Ein böser Trick der Verfasser: Sie haben ihre Gemeinschaft als Amtskirche definiert, müssten also ehrlicherweise von „Kirchenamt“ sprechen und nicht von geistlichem Amt.  Mit der einfach begründungslos in den Raum gestellten Behauptung, es gehe um ein „geistliches Amt“ setzen die Verfasser automatisch voraus, dass der folgende Abschnitt die Wahrheit sei.

 

(Zitat) „[…] Das Amt und die Dienste

 

Ein geistliches Amt ist eine durch Ordination erteilte Bevollmächtigung, Segnung und Heiligung zum Dienst in der Kirche Christi. Es wird in der Kraft des Heiligen Geistes ausgeübt.

 

Das geistliche Amt wird von einem „Höheren“, dem Sender, übertragen. Der Gesandte ist dem Sender gegenüber in der Erfüllung seines Amtsauftrages verantwortlich und verpflichtet. Amt steht immer in Zusammenhang mit Jesus Christus und den von ihm gesandten Aposteln.

Trinität (Bild aus dem Heiligenlexikon)

Vom Amt zu unterscheiden sind in der Kirche Christi die vielfältigen Dienste zur Verkündigung des Evangeliums und zum Wohl der Gläubigen, die auch ohne Ordination vollzogen werden können. Dienste werden sowohl innerhalb als auch außerhalb der Neuapostolischen Kirche verrichtet.

 

Ebenso vom Amt zu unterscheiden ist der an jeden Gläubigen ergangene Ruf, dem Herrn durch Nachfolge zu dienen (vgl. Joh. 12, 26; 1.Petr. 2, 5+9). […]“ (Zitatende)

 

Auch hier wieder eine ganze Reihe leerer Behauptungen und Unwahrheiten: Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass jedwedes Amt lediglich verliehen wird… übertragen wird dagegen ein Auftrag. Bereits hier sehen wir eine unzulässige Vermischung von Begriffen, mit denen der Boden für weitere Unwahrheiten vorbereitet wird.

Und wenn es auch wahr ist, dass der Träger eines Amtes dem Verleiher des Amtes gegenüber verantwortlich ist, so ist es doch wieder eine leere Behauptung, dass das Amt selbst im Zusammenhang mit Jesus Christus stehe, und ebenfalls fehlt jeder Beweis dafür, dass die derzeit tätigen Apostel von Jesus ausgesandt seien. – Und auch mit dieser Behauptung, ich möchte das noch einmal ausdrücklich betonen, wird der Boden für weiter unten verkündete Unwahrheiten bereitet.
Der Leser wird durch das sukzessive hergestellte Einverständnis mit nicht den Tatsachen entsprechenden Behauptungen zu fortlaufender Zustimmung verführt.

 

(Zitat) „[…] Ursprung des Amts

 

Das geistliche Amt gründet auf der Sendung Jesu Christi durch den Vater; Jesus ist König, Priester und Prophet. Er war als der Gesandte seines Vaters bevollmächtigt, gesegnet und geheiligt zur Erlösung der Menschen. […]“ (Zitatende)

 

Hier müssen wir frühzeitig unterbrechen, denn dieser Absatz besteht aus nichts als leeren Behauptungen, für die jeder Beleg fehlt. Was allenfalls als wahr angenommen werden kann, ist, dass Jesus sich als Sohn Gottes fühlte, wie jeder Mensch im religiösen Sinn Kind Gottes ist, und dass er sich berufen fühlte, eine Religion des Friedens und der Vergebung zu verkünden – eine im Kern humanistische Lehre…

 

(Zitat) „[…] Bereits im alten Bund hatte es Vorläufer des Amts in der Kirche gegeben – im König, im Priester und im Propheten. Diese Hinweise lassen sich an herausragenden Personen der Heilsgeschichte  beispielhaft festmachen: David steht für den erwählten und gesalbten König. Melchisedek steht für den Priester, der Gottes Segen vermittelt. Und Mose steht für den Propheten, der den göttlichen Willen verkündigt.

 

Doch besteht zwischen dem Amt des alten Bundes und dem des neuen Bundes ein beträchtlicher Unterschied. Hierzu sagt Hebr. 8, 6: „Nun aber hat er [Jesus] ein höheres Amt empfangen, wie er ja auch der Mittler eines besseren Bundes ist …“ […]“ (Zitatende)

"Abraham und Melchisedek" (Peter Paul Rubens)

Okay… alttestamentarische Überlieferung berichten, dass es bereits in Urzeiten hierarchische Priesterstrukturen gab. Allerdings muss auch festgehalten werden, dass sowohl Melchisedek als auch Mose mythische Figuren sind, Archetypen, die so, wie es in der Bibel überliefert wird und vor allem mit diesen Namen, nie wirklich existiert haben. Diese Figuren wurden etwa zur davidischen Zeit, mit dem Beginn der Abfassung des Pentateuch als identitätsstiftende Schrift für den kanaanitischen Vielvölkerstaat, schlicht adaptiert.
Dass dann ausgerechnet der Hebräerbrief als Beleg dafür gelten kann, dass der Wanderprediger Jesus von Nazareth ein „hohepriesterliches Amt“ innehatte, muss als lächerlich abqualifiziert werden:

 

Der theologische Berater der NAK-Führungsfunktionäre, der Literaturwissenschaftler Priv.-Doz. Dr. phil. habil. Reinhard Kiefer, hat in einem Nebenstudium evangelische Theologie studiert. Damit ist er zwar noch lange kein Theologe, aber dennoch dürfte ihm bekannt sein, dass der Hebräerbrief von keinem der Männer stammt, die zu den tatsächlichen Begleitern des Jesus von Nazareth gehört haben. Und auch der später Paulus genannte Saulus von Tarsus scheidet als Verfasser dieser Schrift aus.

Da dieser Brief in Kapitel 10 Hinweise auf die Christenverfolgung durch Nero enthält, ist klar, dass er frühestens im Jahr 64 n.Chr. entstanden sein kann, da er im Klemensbrief ausgiebig zitiert wird, kann er spätestens im Jahr 96 n.Chr. verfasst worden sein. Allgemein wird eine Entstehung dieses Briefes etwa um das Jahr 70 n.Chr. angenommen. Er ist also eindeutig nach dem Tod des sogenannten Apostels Paulus und wahrscheinlich knapp vor Entstehung des ältesten der kanonischen Evangelien, dem Matthäusevangelium, verfasst worden. Und damit spiegelt er vielleicht wieder, wie die damaligen Anhänger des Weges, aus denen später, so um 100 n.Chr. das Christentum entstanden ist, ihren Jesus gerne gesehen hätten, sagt aber nun gar nichts über einen Amtsauftrag für diesen Wanderprediger aus.

 

(Zitat) „[…] Durch die Berufung und Sendung der Apostel hat Jesus das Amt für seine Kirche gestiftet. Die Kirche Jesu Christi ist an Pfingsten in ihrer geschichtlichen  Realisierung hervorgetreten. Zu diesem Zeitpunkt beginnt auch die Wirksamkeit des Amtes in der Kirche. Das Amt selbst aber hat Jesus bereits vorher seinen Aposteln (vom griechischen „apóstolos“ = Gesandter) gegeben.

 

Aus seiner göttlichen Vollmacht erwählt er, der Erwählte Gottes, die zwölf Apostel. Er bevollmächtigt, segnet und heiligt sie zum Dienst am Evangelium. Ihnen vertraut er die Verwaltung der Sakramente an. Auf diese Weise kann sein Opfer zur Erlösung der Menschen allen zugänglich werden (vgl. Matth. 28, 19+20). Die Apostel sind also die Gesandten Jesu. […]“ (Zitatende)

 

Auch hier wieder simple Behauptungen, ohne jeden Nachweis für deren Wahrheitsgehalt. Das Matthäusevangelium ist später entstanden als der Hebräerbrief. Bereits der Hebräerbrief enthält eine durch nichts begründete Überhöhung des Jesus von Nazareth, das was im Matthäusevangelium über die Beauftragung der Apostel geschrieben steht, baut auf frühere Unwahrheiten auf und dient lediglich dazu, Führungsämter ohne wirklichen Führungsauftrag hörigen Dritten gegenüber zu legitimieren.

"Christi Himmelfahrt" (orthodoxe Ikone)

Und selbst wenn Jesus von Nazareth vor rund 2000 Jahren seine Jüngerinnen und Jünger beauftragt hatte , in seinem Namen weiter zu predigen (das ist immerhin nachvollziehbar) so ist bei einer Gesamtschau selbst der kanonischen Evangelien keinesfalls belegt, dass er 12 Männer speziell ausgesucht hat. Wenn, dann galt dieser Sendungsauftrag für seine gesamte Nachfolgerschaft. – Was aber noch wichtiger ist: Was hat das, was ein Wanderprediger vor ca. 2000 Jahren irgendwelchen Frauen und Männern aufgetragen hat, mit irgendwelchen Männern unserer Tage zu tun?

 

(Zitat) „[…] Welch hohe Bedeutung Jesus Christus seinen Aposteln beimisst, bezeugt auch seine Hinwendung zu ihnen unmittelbar vor seinem Leiden und Sterben: Mit ihnen redet er, ihnen gibt er die Verheißung seiner Wiederkunft, für sie tritt er im hohepriesterlichen Gebet ein:

 

„Wie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt“ (Joh. 17, 18). Der Auferstandene gibt seinen Aposteln Vollmacht zur Sündenvergebung, rüstet sie mit der Kraft des Heiligen Geistes aus und stellt seine Sendung nochmals mit der ihrigen in unmittelbaren Zusammenhang: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (vgl. Joh.  20, 2–23).

 

Zielte die Sendung Jesu Christi auf die Erlösung durch seinen Tod und seine Auferstehung, so macht die Sendung der Apostel den Menschen dieses Verdienst Christi und die Fülle des Heils zugänglich. War das Amt im alten Bund auch dazu gegeben, um das Volk des Herrn auf das Erscheinen des verheißenen Messias vorzubereiten, so ist es eine wesentliche Aufgabe des neutestamentlichen Amts, die Gläubigen auf das Wiederkommen ihres Herrn vorzubereiten. […]“ (Zitatende)

 

Hier gilt das Gleiche wie im vorherigen Kommentar: Simple Selbstlegitimation von Männern, die ihren Führungsanspruch zementieren wollen. Zudem ist das knapp vor 100 n.Chr. entstandene Johannesevangelium das jüngste und am wenigsten authentische der Evangelien und es widerspricht auch in weiten Zügen sogar den übrigen, den sogenannten synoptischen Evangelien.

 

Zudem beabsichtigen Die Verfasser dieser NAK-Lehrschrift noch etwas anderes:  Sie stellen erstmals in dieser Schrift den nachweislich erst durch die paulinische Theologie in die Überlieferungen eingeflossenen Opfergedanken aus dem Mithraskult in Zusammenhang mit dem angeblich stattgefundenen Kreuzestod des Jesus von Nazareth, darüber hinaus wohl wissend, dass mehr Anhaltspunkte dafür sprechen, dass dieser Jesus lebend vom Kreuz genommen wurde, als dafür, dass er tatsächlich gestorben ist.

Stieropfer (Mithrasstein im Museum Aguntum/Österreich)

(Zitat) „[…] Das Apostelamt

 

Jesus Christus hat seiner Kirche unmittelbar nur ein Amt gegeben, nämlich das Apostelamt. Es soll an seiner statt und in seinem Auftrag die Kirche bauen und heilsverlangenden Menschen Erlösung zugänglich machen. Ferner ist das Apostelamt dazu bestimmt, die Gläubigen auf die Wiederkunft Christi vorzubereiten.

 

Die Bedeutung des Apostelamts wird im vierten Glaubensartikel dargelegt: „Ich glaube, dass der Herr Jesus seine Kirche regiert und dazu seine Apostel gesandt hat und noch sendet bis zu seinem Wiederkommen mit dem Auftrag, zu lehren, in seinem Namen Sünden zu vergeben und mit Wasser und Heiligem Geist zu taufen.“ […]“ (Zitatende)

 

Wie schon weiter oben festgestellt, sind das alles leere Behauptungen. Und auch die Tatsache, dass die NAK die bisher bereits festgestellten Unwahrheiten zur Wahrheit und gar zum Dogma erhebt, macht diese Behauptungen nicht wahrer. Darauf, dass dieser sogenannte Glaubensartikel weiteren Unsinn über einen angeblichen Amtsauftrag irgendwelcher Männer, die sich heutzutage Apostel nennen lassen, enthält werden wir später noch eingehen.

 

(Zitat) „[…] Das Selbstverständnis der Apostel

 

Die Apostel sind nach dem Willen ihres Senders Jesus Christus tätig und völlig von ihm abhängig. Nach dem Vorbild Jesu sind die Apostel Diener aller (vgl. Joh. 13, 15). Sie sind nicht Herren über den Glauben der Gemeinde, sondern Gehilfen der Freude (vgl. 2. Kor. 1, 24), das heißt, durch ihr Wirken sollen die Glaubenden in eine freudige, dankbare Grundhaltung Gott gegenüber gelangen. Dazu dienen gegebenenfalls auch Ermahnungen und Anordnungen (vgl. Jak. 1, 21).

 

Die Apostel stehen in der Verpflichtung, Vorbild für die Gemeinde zu sein und ihr in der Nachfolge Christi voranzugehen (vgl. 1. Kor 11, 1). […]“ (Zitatende)


Eusebius von Cäsearea (Heiligenlexikon)

Auch hier können wir uns kurz fassen: Was über das Johannesevangelium zu sagen ist, haben wir weiter oben bereits gesagt. Und auch der Jakobusbrief ist sogar aus Sicht der Kirchenlehrer sehr umstritten.  Seine Authentizität wurde unter anderem von Theodor von Mopsuestia bezweifelt, und auch Eusebius zählte ihn in seiner Kirchengeschichte unter die umstrittenen Schriften. Er ist eine pseudepigraphische Schrift und mit ziemlicher Sicherheit erst um das Jahr 100 n.Chr. entstanden.

Die Korintherbriefe sind indes als authentisch anzusehen. Allerdings vermitteln sie lediglich etwas über das Amtsverständnis des sogenannten Apostels Paulus.

 

(Zitat) „[…] Der Petrusdienst

 

Jesus hat Simon Petrus in Anwesenheit der übrigen Apostel besondere Vollmachten erteilt. Die Vorrangstellung des Petrus deutete sich schon während des Erdendaseins des Herrn an: Ihm wurde die Schlüsselvollmacht erteilt (Mt.  16, 19); er erhielt den Auftrag, seine Brüder zu stärken (Luk. 22, 31+32); er sprach im Namen der zwölf Apostel (Joh. 6, 68+69). Petrus vertraute der Herr seine „Lämmer und Schafe“ zur Pflege an (vgl. Joh. 21, 15–17).

 

Nach der Himmelfahrt zeigte sich die Vorrangstellung des Petrus mehrfach: Er veranlasste, dass Judas Iskariot im Kreis der Apostel ersetzt wurde (Apg. 1, 15–26); er hielt die Pfingstpredigt (Apg. 2, 14); ihm zeigte der Herr, dass auch den Heiden das Heil in Christus zugedacht ist (Apg. 10). […]“ (Zitatende)

 

Schön – der galiläische Fischer Simon genannt Petrus hat also die Führung übernommen, nachdem Jesus von Nazareth nicht mehr selbst unter den sogenannten Jüngern zugegen war.  Nur sagt das leider überhaupt nichts über ein apostolisches Amt aus.

Den lange nach dem scheinbaren Tod des Jesus von Nazareth und auch noch nach der Hinrichtung des sogenannten Apostels Paulus entstandenen Evangelien ist leider keine Bedeutung beizumessen. Die Evangelien berichten nämlich über Vier-Augen-Gespräche zwischen Jesus und Petrus. Und es muss die Frage gestattet sein, woher die Evangelienschreiber vom Inhalt dieser Gespräche gewusst haben sollen? Es kann nur so sein, dass Petrus diese angeblichen Inhalte als Selbstlegitimation in Umlauf gebracht hat. Und damit sind die angeführten Bibeltexte als Begründung für ein sogenanntes Petrusamt nicht geeignet. Fazit: Es gibt weder ein Petrusamt noch einen Petrusdienst!

Bis Pfingsten 2013 verrichtet er noch den angeblichen Petrusdienst: Der Mathematiker und Laienprediger Dr. W. Leber

(Zitat) „[…] Die Ämter in der Neuapostolischen Kirche

 

Die Neuapostolische  Kirche wird vom Stammapostel und den Aposteln geleitet. Den Petrusdienst nimmt der Stammapostel wahr.

 

Aus dem Apostelamt gehen alle weiteren Ämter hervor. Dazu sagt der fünfte Glaubensartikel: „Ich glaube, dass die von Gott für ein Amt Ausersehenen nur von Aposteln eingesetzt werden und dass aus dem Apostelamt Vollmacht, Segnung und Heiligung zu ihrem Dienst hervorgehen.“

 

In der Neuapostolischen Kirche gibt es drei Amtsebenen mit unterschiedlichen geistlichen Vollmachten:

 

  • das Apostelamt (Stammapostel, Bezirksapostel und Apostel)

 

  • die priesterlichen Ämter (Bischof, Bezirksältester, Bezirksevangelist, Hirte, Gemeindeevangelist und Priester)

 

  • das Diakonenamt.

 

Alle Amtsträger sind Geistliche. […]“ (Zitatende)

 

Naja… jetzt wissen wir also wie die NAK ihre Führungshierarchie gliedert. Und wir sehen, dass es eine patriarchale Hierarchie ist, die die durch die Historie überlieferten Frauenämter unterschlägt. Dazu ist allerdings zu sagen, dass dies das gute Recht einer Organisation ist, die insgesamt keine historische Grundlage hat, sondern erst 1878 entstanden ist.

 

Auf jeden Fall ist es mehr als zweifelhaft, dass die Amtsträger der NAK Geistliche sind. Um diesen Anspruch zu begründen müsste die NAK dann schon nachweisen, dass ihre Funktionäre charismatisch-pneumatologisch berufen seien. Leider zeigt aber die erst 134 Jahre kurze Geschichte der NAK, dass Amtseinsetzungen eher unter dynastischen Gesichtspunkten erfolgen.

 

(Zitat) „[…] Ordination

 

Die Einsetzung – die Ordination – ins geistliche Amt wird vom Apostel im Namen des drei- einigen Gottes durch Handauflegung und Gebet vollzogen. Dabei wird aus dem Apostelamt das jeweilige Amtsvermögen übertragen und die entsprechende Vollmacht erteilt. Auf dieser Grundlage kann der Amtsträger die ihm übertragenen Aufgaben erfüllen.

 

Durch die Ordination wird der Amtsträger für seinen Dienst gesegnet und geheiligt. Vorhandene Begabungen werden für die Amtsausübung erweckt und geweiht.

 

Die Ordination ist kein Sakrament, sondern eine Segenshandlung.  Die Heiligkeit dieser Handlung und der dienende Charakter des Amts werden dadurch sichtbar, dass das Amt kniend empfangen wird. Der zu Ordinierende gelobt Gott gegenüber Treue, Nachfolge Christi und Gehorsam des Glaubens gegenüber dem Apostelamt.

Apostelin Junia (kreuzgang.org)

Die Ausersehung zum Amt liegt grundsätzlich nicht im menschlichen Willen, sondern im göttlichen Willen begründet. Diesen zu erkennen und demgemäß zu handeln ist Aufgabe des Apostels.

 

Bei der Ordination wird göttlicher Segen vermittelt. Er beinhaltet die Zusage von Begleitung und Stärkung durch den Heiligen Geist sowie Bewahrung durch den Dienst der Engel.

 

Der Amtsträger kann seinen Dienst nicht aus eigenem Vermögen vollbringen, sondern nur in Verbindung mit dem Apostolat und in der Kraft des Heiligen Geistes. In der Ausführung seines Amts ist der Amtsträger dem Apostelamt verpflichtet und auf dieses angewiesen. Das Apostelamt ist lehrsetzend und Vorbild für die Verkündigung des Wortes Gottes durch die weiteren Amtsträger. […]“ (Zitatende)

 

Was immer die NAK im Zusammenhang mit den Ordinationen behauptet: Es ist solange die Unwahrheit, wie deren Funktionäre nicht die Historizität und die apostolische Sukzession ihrer Führungsämter nachweisen kann.  Und dass das nicht möglich ist, haben wir oben in den ausführlichen Besprechungen nachgewiesen!

 

Gäbe es bessere historische Herleitungen, würde die NAK sie mit Sicherheit angeführt haben. Und auch wenn es eine charismatisch-pneumatologische Begründung für ihre Ämter gäbe, hätte die NAK das belegt. – Aber sie sagen im Grunde genommen gar nichts darüber, woher ihre Führungsfunktionäre, die sogenannten Apostel, das Recht herleiten, irgendjemanden in irgendein geistliches Amt zu ordinieren.

Es geht also um rein menschliche Funktionen innerhalb einer rein menschlichen Organisation! Und diese menschlichen Funktionen in einer menschlichen Organisation werden nach menschlichen – wie ich weiter oben festgestellt habe häufig dynastischen – Überlegungen vergeben. Es klingt zunächst gut, wenn die NAK behauptet, die Ausersehung zum Amt liege grundsätzlich nicht im menschlichen Willen, sondern im göttlichen Willen begründet. Aber die Tatsachen der neuapostolischen Geschichte belegen, dass es nicht an dem ist. – Ich denke nur an Männer wie Armin Brinkmann, und Vater und Sohn Bischoff als Beispiele für Unheiligkeit, oder an Michael Ehrich und Wilhelm Leber als aus rein dynastischen Erwägungen heraus ordinierte Leute. Den Nachweis der angeblich für alle Amtseinsetzungen vorhandenen göttlichen Zeichen und Wunder bleiben die Leitungsfunktionäre der NAK dann auch regelmäßig schuldig.

Der designierte Nachfolger von Dr. Leber und als sogenannter "Stammapostelhelfer" beauftragte Jean-Luc Schneider (hier i.d. NAK Cavalaire/Frankreich)

 

(Zitat) „[…] Beauftragungen


Vom Amt zu unterscheiden sind die Beauftragungen. Eine Beauftragung ist das Übertragen einer fest umrissenen Aufgabe. Die Beauftragung kann zeitlich und örtlich begrenzt sein.


Unter „Beauftragung“ in Verbindung mit einem Amt wird die Beauftragung zum Gemeindevorsteher, Bezirksvorsteher, Bezirksapostelhelfer und Stammapostelhelfer verstanden. Diese Beauftragung erfolgt in aller Regel im Rahmen eines Gottesdienstes. Solche Beauftragungen werden von leitenden Amtsträgern der Kirche vorgenommen.  Eine Beauftragung ist nicht gleichzusetzen mit einer Ordination. Die Beauftragung in Verbindung mit einem Amt ist nicht an die Zeit der Amtstätigkeit gebunden, sie endet aber mit ihr. […]“ (Zitatende)

 

Dagegen ist nichts einzuwenden. Welche Aufträge Funktionäre einer Organisation an wen vergeben ist deren Sache. Maßgeblich dafür ist allein die Verfassung oder Satzung die eine Organisation sich in freier Abstimmung der Mitglieder gibt.

 

(Zitat) „[…] Dienste


Zur Erfüllung der vielfältigen Aufgaben in den Gemeinden und Bezirken werden Beauftragungen unabhängig von einem Amt sowohl an Schwestern als auch an Brüder erteilt.


Die Beauftragten verrichten ebenso wie die Amtsträger ihren Dienst in der Kirche grundsätzlich ehrenamtlich. […]“ (Zitatende)

 

Das ist klug geregelt! Da diejenigen, die die Arbeit machen, nicht entlohnt werden müssen, bleibt ein größerer Anteil der Einnahmen auf den Konten der NAK…

 

(Zitat) „[…] Die Ausübung des Amts

 

Ein Amtsträger muss in seiner Lebensführung und geistlichen Kompetenz bestimmten Anforderungen gerecht werden. Die durch die Ordination erfolgte Heiligung muss der Amtsträger verwirklichen, damit sich die empfangenen Gaben zum Segen für die Gemeinde entfalten können (vgl. 1. Tim 3,2.3.8.9).

 

Die in das Amt Berufenen dienen aus Liebe zu Gott und zum Nächsten. Sie richten sich am Beispiel Jesu aus und wissen, dass sie Werkzeuge in der Hand Gottes sind.

 

Das Vertrauen zwischen den Gemeindemitgliedern und den Amtsträgern ist Voraussetzung für eine gesegnete Entwicklung in der Gemeinde. Um ein solches Vertrauensverhältnis aufbauen und bewahren zu können, ist das Eins sein der Amtsträger untereinander und mit ihrem Apostel unerlässlich.

 

Der Amtsträger führt sein Amt im Rahmen der ihm erteilten Vollmacht aus. Dazu erhält er einen Auftrag von seinem Apostel, der ihm einen Arbeitsbereich zuweist.

 

Der Auftrag, ein Amt auszuüben, endet grundsätzlich mit der Ruhesetzung; das Amt bleibt. Bei einer Amtsniederlegung  oder Amtsenthebung hingegen geht mit den Rechten und Pflichten des Amtsträgers auch sein Amt verloren. […]“ (Zitatende)

Nazipropaganda der Neuapostolischen Kirche (Kirchenzeitschrift "Unsere Familie" 1941, Nr. 16 Seite 287)

Na… ob man das alles so unbesehen unterschreiben kann? Ich erinnere nur daran, was sich in den Niederlanden und in Nordrhein-Westfalen zuletzt in der NAK getan hat. Da die staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen gegen den Präsidenten der NAK-Gebietskirche noch nicht abgeschlossen sind, will ich an dieser Stelle dazu nichts weiter sagen.[1]

 

Und nicht vergessen darf man die unbewältigte Nazi-Vergangenheit der NAK, in der der Schwiegervater des jetzigen NAKI-Präsidenten und dessen Vater, der gleichzeitig der Ziehvater der Mutter des jetzigen NAKI-Präsidenten (es geht also um Vater und Sohn Bischoff) eine „besondere“ Rolle gespielt haben.

 

(Zitat) „[…] Aufgaben der Ämter

 

Apostel Paulus schreibt: „Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen. In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller“ (1. Kor. 12, 4–7).

 

So ist jeder Amtsträger ein Diener Gottes mit der Aufgabe, das Evangelium Christi unverfälscht zu verkündigen und dafür einzutreten. Er betreut die ihm zur Seelsorge anvertrauten Gemeindemitglieder und fördert ihren Glauben und ihre Erkenntnis. Als Seelsorger nimmt er teil an ihren persönlichen Anliegen, er betet mit ihnen und hilft ihnen beim Tragen der Lasten des täglichen Lebens.

 

Der Amtsträger ist Vorbild für die Gemeinde; ihm gilt das Wort: „Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst“ (Phil. 2, 3). […]“ (Zitatende / Dokumentende)

 

Diesem Schlusswort der NAK würden wir denn gerne unser Schlusswort gegenüberstellen:

 

Ein Amtsträger der NAK ist ein Diener der Neuapostolischen Kirche – nicht mehr. Dass diese Männer (Frauen sind ja von einer Ordination ausgeschlossen) das „Evangelium Jesu Christi“ verkünden wollen, ist ehrenhaft; dagegen ist allenfalls einzuwenden, dass diese theologisch ungebildeten Männer zumeist keine Ahnung davon haben, was das Evangelium Jesu Christi überhaupt ist. – Aber immerhin:

 

  • sie erzählen etwas über den Inhalt der von den Christen als „Heilige Schrift“ verehrten Bibel…

 

  • sie fördern , dass die Gemeindemitglieder für wahr halten, was sie ihnen über den Inhalt der Bibel erzählen…

 

  • und ja, viele von ihnen kümmern sich unentgeltlich, rührend und aufopfernd um die persönlichen Anliegen der Gemeindemitglieder, deren Lasten des täglichen Lebens.

 

Aber sie tun es sehr wohl aus Eigennutz, nämlich für das, was sie ewiges Seelenheil nennen!

 

 



[1] Mittlerweile ist die staatsanwaltschaftliche Untersuchung abgeschlossen. Ergebnis: Brinkmann kam mit einem blauen Auge davon, weil er irgendwie glaubhaft machen konnte, dass seine Vorgänger im Amt [Seit Bestehen der aktuellen Verfassung waren das die BezAp Ehlebracht und Leber(!)] ebenfalls nach Gutdünken über das Kirchenkapital verfügt haben, da lediglich Ausgaben für Kirchenbauten als Investition galten. Er hat also sozusagen Gewohnheitsrecht für sich geltend gemacht…

Mehr Info: (- klick) ins Bild!
Informationen über die NAK von Detlef Streich
veröffentlichte Artikel und Aufsätze über die NAK von Rudolf J. Stiegelmeyr
aktuelle Artikel zur NAK von Dieter Kastl
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Aktuelles:

26.11.2016

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Update 1:

Es ist schon auffällig, dass die NAK-Funktionäre ihre Methoden seit den 50ern des vorigen Jhdt. nicht geändert haben. - Auch dann nicht, wenn sie scheinbar einen Scherz machen. fcs hat das am Fall eines scheinbren Schenkelklopfers vom Rüdiger Krause aufgezeigt:

 „Von einem der auszug, die Anderen das Fürhten zu lehren“ (- klick)

 

Update 2:

Dass wir das noch erleben durften!
Die bornierten Halbgebildeten der NAK-Gemeinde Hamm-Werries setzen sich unter der Moderation vom auf facebook sattsam bekannten Hardcore-NAKidei Dieter Schulze zu einem Gesprächskreis zusammen und stellen fest, dass Geistesgrößen wie Schopenhauer, Berlin, Fred et al. schwachköpfige Dummschwätzer waren, indem sie auf bestechende Weise deren Erkenntnisse zur Willensfrei
heit des Menschen widerlegen:

„Klartext über die NAKn“ (- klick)

 

Update 3:

Es ist nahezu unglaublich, was für einen Haufen Schwachsinn nur eine Handvoll Apostel im Laufe eines Jahres so von sich gibt!
Und dann sind sie auch noch so stolz auf diesen Blödsinn, dass sie ihn als Zitate veröffentlichen lassen.
Wir haben sie einmal gesammelt und als kommentierte Zitate bei uns eingestellt:

„Die blöden Sprüche der NAK-Granden (Vol.1 + Vol. 2)“ (- klick)

 

Update 4:

Ein unverhoffter Leserbrief hat uns einen völlig neuen Blick auf die NAK eröffnet.
Grund genug, ihn unserer gesamten Leserschaft zur Verfügung zu stellen:

„Unverhofft kommt selten“ (- klick)