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Auf dieser Seite finden Sie folgende Beiträge:

  • ·         26.02.2013 – (bt) „Hilflose Helfer“ Warum der Verein zur Hilfe für von Missbrauch betroffene neuapostolische Christen scheitern wird
  • ·         21.02.2013 – (bt) „Leiden, leiden und kein Ende …“ Wie die Neuapostolische Kirche die jesuanische Lehre pervertiert
  • ·         31.10.2012 - (bt) „Motivationstraining für Bezirksämter“  Oder: Was tun, wenn der Heilige Geist es nicht mehr richtet?

14.07.2013 – (fcs)

Und sie geiern DOCH nach dem Geld der Kleinsten!!!

 

Auf die wiederholten Hinweise von CANITIES-News bezüglich der auch Kindern gegenüber  gnadenlosen Opfer-Erpressungs-Strategie der Neuapostolischen Kirche, auf unseren Seiten insbesondere bei der NAK-Gebietskirche Nordrhein-Westfalen belegt, sind wir mehrfach der Lüge und der üblen Nachrede bezichtigt worden. Nicht zuletzt wurden uns auch durch den Rechtsvertreter dieser meiner Meinung nach faschistoiden Organisation – der schlimmsten innerhalb der Neuapostolischen Kirchen, wie ich meine – die Anwendung von Rechtsmitteln angedroht. Die Leser unserer früheren beepworld-Seite werden sich noch an den Vorgang erinnern.

 

Nun hat die NAK-NRW ihrerseits einen Beleg für die üblen Methoden geliefert, mit denen selbst höchste „Würden“träger  die Kinder zum Opfergehorsam indoktrinieren!

Der seinerzeitige Apostelvereinspräsident Leber beim Kindertag 2007 in Oberhausen

Am 12. Juli 2013 um, 09:18 Uhr hat Frank Schuldt, der Kriechensprecher der NAK-Gebietskirche NRW ein aufschlussreiches Schriftwerk im PDF-Format zum Download ins Internet gestellt: Eine Broschüre mit einer Gesamtschau über die 36 sogenannten Gottesdienste und 5 Trauerfeiern die der vormalige NAKI-Vereinspräsident, der als „Stammapostel“ betitelte promovierte Mathematiker und Laienprediger Dr. Wilhelm Leber, in Nordrhein-Westfalen gehalten hat:

 

Auf insgesamt 90 Seiten geht es ausschließlich um „Stammapostel Wilhelm Leber in Nordrhein-Westfalen“ (- klick). Zu verantworten hat das Pamphlet der Präsident der NAK-NRW, der Diplom-Ingenieur (Chemie) und Laienprediger Armin Brinkmann, Redakteur ist der bereits erwähnte Frank Schuldt mit Unterstützung einer gewissen Anke Nierstenhöfer (ob wenigstens letztere Ahnung von ihrem Job hat?). Und jetzt darf man spekulieren:

Die veröffentlichten Predigtauszüge haben ja wohl diese drei Personen ausgesucht… Ob das, was veröffentlicht wurde, aber tatsächlich die Kerngedanken, so, wie auch Leber sie aus der Gesamtpredigt herausgreifen würde, sind, oder ob nicht viel mehr diejenigen Gedanken Lebers, die dem Redaktionsteam am meisten zusagen, herausgegriffen wurden.

 

Ich unterstelle einmal, dass sich das Redaktionsteam in dem speziellen Fall, um den es hier geht, mit Leber über das Gewicht der ausgewählten Kerngedanken einig war – ich glaube nämlich nicht, dass einer dieser Leute einen besseren Charakter hat als die anderen. Es geht nämlich gegen Kinder:

Auf den Seiten 26/27 dieser PDF-Broschüre [diese beiden Seiten incl. Impressum sind am Ende des Beitrags als PDF zum Download vorhanden] steht ein Kurzbericht über den NAK-NRW-Kindertag vom 16.06.2007 in Oberhausen.

 

Im Textwort ging es um die Rufung der Jesus-Jünger Jakobus und Johannes gemäß  Matthäus 4, 21+22 (- klick). Und ausweislich der hier vorliegenden Broschüre predigte Leber dazu wie folgt:

 

(Zitat:) „Diese Szene kann man sehr kindgerecht schildern: Der Herr Jesus zog durchs Land und suchte Jünger. Die zwei Brüder Jakobus und Johannes fielen ihm auf, wie sie ihrem Handwerk nachgingen.
Der Herr Jesus hat keine langen Erklärungen abgegeben, sondern die beiden einfach gerufen. Die beiden haben nicht lange überlegt oder sich beraten, sondern haben alles liegen lassen und sind sogleich gekommen.

 

Wie schwer das ist, wissen Kinder aus dem täglichen Erleben. Da rufen Vater oder Mutter, aber man fühlt sich gestört bei dem, was man gerade tut. Gehorsam bedeutet, sofort zu reagieren! […]“

 

Clever gemacht und Bezug zum täglichen Leben hergestellt: Den Eltern gehorchen zu müssen, ist den Kindern nichts Neues, und sie wissen, wenn sie nicht spuren, gibt’s schon mal irgendwelchen Ärger.
Es leuchtet ein – wenn ein Erziehungsberechtigter ruft, hat man sofort zu reagieren. – Und das überträgt Leber dann wieder auf die Kirche:

 

„[…] Auch der Herr Jesus ruft. Wir hören den Ruf in unserem Herzen.

Er ruft uns:

  • in die Sonntagsschule, in den Unterricht oder in den Gottesdienst zu gehen
  • morgens und abends zu beten
  • zu opfern, wenn wir unser Taschengeld oder ein Geldgeschenk bekommen haben.

Es ist wichtig, dass man den Ruf Gottes immer hört und dann sogleich reagiert. Wir wollen das nicht auf die lange Bank schieben. […]“

 

Bei der Unverfrorenheit, mit der Leber den Kindern hier in die Tasche greift, kann einem schon einmal die Luft wegbleiben! Und damit das auch ja bei den Kindern verfängt, weist er auch noch einmal darauf hin, wie wichtig es ist, sofort zu reagieren. – Das damit Ärger vermieden wird, braucht Leber an dieser Stelle nicht noch einmal zu erwähnen.  – Stattdessen setzt er einen anderen Reiz!

 

Die Verknüpfung zwischen Opfer und Segen, von der sein Vorgänger Richard Fehr noch behauptet hat, dass sie nicht Bestandteil der neuapostolischen Lehre ist:

 

„[…] Wenn man so gehorsam ist, erlebt man auch den Segen Gottes. Das zeigen viele Beispiele in der Heiligen Schrift. […]“

Gimme all your money...

Dann folgt ein weiterer Hammer. So ein Kind könnte ja trotz der Mahnung, sofort zu reagieren, auf den Gedanken verfallen, in bestimmten Situationen könne man das Opfer zurückhalten, entsprechende Fälle kann sich jeder leicht ausdenken. Aber nicht mit Leber! Der führt ein derart schreckliches Beispiel an, wie ein Kind es sich normalerweise nicht denken kann:

 

„[…] Etwas Interessantes wird aus der Zeit des Propheten Elia berichtet. Damals gab es eine große Dürre und die Menschen hatten wenig zu essen. Auch Elia hatte Hunger. Gott schickte ihn zu einer Witwe (Witwe zu Zarpat), die ihn versorgen sollte. Die Witwe hatte jedoch nur noch wenig Mehl und Öl. Sie wollte daraus für sich und ihren Sohn eine Speise zubereiten und dann sterben.
Elia als der von Gott gesandte Prophet sagte: Gib das, was du bereiten willst, zunächst einmal mir. Hinterher kannst du für dich und deinen Sohn sorgen. Du wirst sehen, das Mehl und das Öl werden nicht ausgehen (vgl. 1. Könige 17,10-14).

 

Es war sicher nicht einfach, das zu tun, was der Prophet erwartete. Aber die Frau hat es im Glauben getan und siehe da - das Wort des Propheten erfüllte sich: Mehl und Öl gingen nicht aus. […]“

 

Welches Kind wird da noch sagen können, zu opfern sei nicht möglich gewesen, weil es z.B. dringend irgendwelchen Schulbedarf habe kaufen wollen? Und das wird gleich noch einmal verstärkt:

 

„[…] Wenn man dem Herrn gehorsam ist, gleich das tut, was gesagt wird – auch wenn es schwerfällt –, dann kann der Herr auch großartig segnen! […]“ (Zitatende)

 

Wie soll nun von dem nicht existierenden abrahamitischen Gott Segen kommen? – Man sollte doch denken, dass, da der Segen zwangsläufig ausbleiben muss, auch ein Kind irgendwann sagen würde „Ich lass‘ mich doch nicht veräppeln!“

 

Nun, die Kinder werden beständig gelehrt, alles Positive als göttlichen Segen zu interpretieren. So z.B. das Geldgeschenk der Großeltern (von dem dann natürlich auch wieder der Zehnte abgezweigt werden muss!) Wenn negative Erlebnisse zu zeigen scheinen, dass der Segen ausbleibt, dann muss sich das Kind wiederum fragen, was es falsch gemacht hat:

  • Nicht genug geopfert?
  • In der falschen Herzenseinstellung geopfert?

Möglicherweise handelt es sich aber auch um eine Prüfung der Geduld und Demut des Kindes!

 

Ja, die Lehre vom Opfer ist rundum abgesichert und die Kinder haben dem nichts entgegenzusetzen! Kein Zweifel erlaubt - und der wäre natürlich auch wieder ein Grund für ausbleibenden Segen!

 

Perfekt für die NAK… -

 

… - für die Kinder eine traumatische Knebelung
ihrer geistigen Entwicklung!

Kernaussagen der Kindertagspredigt in der Lesart der NAK-NRW
Stammapostel Leber in NRW - Kindertag.pd[...]
PDF-Dokument [185.1 KB]

26.02.2013 – (bt)

Hilflose Helfer

Warum der Verein zur Hilfe für von Missbrauch betroffene neuapostolische Christen scheitern wird

 

Seit 2004 bemüht sich LINDD - Licht nach dem Dunkel e.V., ein gemeinnütziger Verein, Hilfe für neuapostolische Christen und andere Betroffene von sexueller, seelischer und körperlicher Gewalt zu bieten. - Meiner persönlichen Meinung nach mit, wenn überhaupt, eher mäßigem Erfolg. - Und das war auch nicht anders zu erwarten, da die Funktionsträger des Vereins angepasst innerhalb des faschistoiden "Systems NAK" operieren.

Aus diesem Grund rechnen CANITIES auch für die jüngste Aktion von LINDD e.V. nicht mit einem wirklichen Erfolg...

Zu dieser jüngsten Aktion des Vereins schreibt dessen Vorsitzender Rainer Ballnus, den Verein habe seit geraumer Zeit zum Thema „sexuelle Gewalt an Kindern“ die Frage bewegt, wie die Gemeinden sicherer gemacht werden könnten. Für diese Frage hätte es zwei gewichtige Gründe gegeben:

  • Der Verein werde von besorgten Eltern und Funktionären nach Präventionsmöglichkeiten gefragt
  • Man beobachte seit dem Aufdecken der sexuellen Gewalt an Kindern in anderen Einrichtungen dort die jeweiligen Aktivitäten zum Thema Prävention

 

Außerdem sei man auch selbst „von innen heraus motiviert“ einen Beitrag zur Prävention zu leisten.

Deshalb habe man ein Konzept entwickelt und [jetzt kommt der absolute Hammer, der letztlich beweist, dass die Aktivisten obrigkeitshörig sind und deshalb zum Scheitern verurteilt sein werden]

(Zitat) „[…] dem Stammapostel mit der Bitte um Prüfung bzw. Weiterleitung an den designierten Stammapostel-Nachfolger übersandt. […]“ (Zitatende)

 

Wenn der LINDD e.V. ein Konzept zum Thema „Wie können wir unsere Gemeinden sicherer machen?“ erarbeitet und es dann der NAK-Führung zur Prüfung vorlegt, wird das Hauptproblem, der Grund für ein vermutliches Scheitern der positiven Bemühungen, genau in dieser Aktion bereits deutlich, soll aber in der nachfolgenden Betrachtung und Analyse noch genauer dargestellt werden.

 

Werfen wir einen Blick in das auf der website von LINDD im Menü unter „Fachliches“ abrufbare Konzept „Wie kann unsere Kirche sicherer gemacht werden?“. Dort heißt es unter 2.b.:

 

(Zitat) „b. Führungsstruktur

 

Es gibt Erfahrungen, dass bestimmte Führungsstrukturen mit dazu beitragen, das Risiko einer sexuellen Gewalttat an Kindern zu erhöhen. Wir benennen eine, von der wir glauben, dass sie auch in unserer Kirche anzutreffen sein kann:

 

Eine autoritäre Führung, die u. a. unbedingte Gehorsamspflicht einfordert, die bei Nichtbeachtung vor allem den Zorn Gottes nach sich zieht.“ (Zitatende)

 

(man beachte hier schon die vorsichtige Formulierung: „auch in unserer Kirche anzutreffen sein kann) - Immerhin... Gefahr erkannt – aber dann ganz schnell die Augen wieder zu, denn dann heißt es weiter:

 

(Zitat) „Klare und nachvollziehbare Führungsstrukturen mit optimaler Beteiligung aller Mitwirkenden bilden zum einen eine gute Grundlage, verantwortlich mit Macht umzugehen und zum anderen kann dadurch ein Umfeld geschaffen werden, das sexuelle Gewalt verhindern hilft bzw. rechtzeitig erkennen lässt.“ (Zitatende)

 

Jetzt wird also plötzlich so getan, als handele es sich ganz normale, menschlich organisierte und demokratisch prüf – und modifizierbare Führungsstrukturen!

Aber jede/r der/die innerhalb des NAK-Systems lebt oder gelebt hat und mit der NAK-Lehre vertraut ist, kennt den fundamentalen Unterschied dieses Systems gegenüber anderen gesellschaftlichen, also „weltlichen“ Systemen!

 

Auch hier wieder: Dem Verfasser ist die zugrundeliegende Problematik nicht völlig unbekannt, aber die entsprechenden Folgen dürfen nicht konsequent ausgesprochen werden! Im Text heißt es:

 

(Zitat) „Das Thema „Gehorsam-Ungehorsam-Gehorsamspflicht“ wird nicht zuletzt durch biblische Hintergründe auch heute noch streng beachtet.

  • Auch die Vergebungs-Haltung wird derzeit immer noch eingefordert, ohne auf ganz spezifische Situationen einzugehen.
  • Nicht zuletzt ist die Amtsautorität, verbunden mit dem Amtsauftrag und der Vorbildfunktion zu benennen.“ (Zitatende)


Nirgendwo wird einmal ganz klar ausgesprochen, dass das gesamte NAK-System mit allen Strukturen und Abläufen auf der unverzichtbaren Prämisse aufgebaut ist, die da lautet:

 

Die NAK ist das von Gott errichtete Erlösungswerk und Gott selbst ist es, der Amtsträger erwählt und durch entsprechende Hinweise und Zeichen dafür sorgt, dass die entsprechenden Amtseinsetzungen erfolgen!

Gott macht bei dieser Auswahl keine Fehler und wenn ein Amtsträger nicht mehr sein Amt ausüben soll, wird Gott auch selbst dafür sorgen.

 

Weiter ist dieser Glaube auch noch mit einer viel umfassenderen Prädestinationsvorstellung verknüpft: „Alles, was uns widerfährt, ist von Gott zugelassen – wir nehmen es als Aufgabe, Prüfung oder auferlegtes Kreuz gläubig an und legen unsere Bitte um Hilfe ins Gebet!“ Was wir gelernt haben nicht zu tun: „Dem lieben Gott aus der Schule laufen, das Kreuz abwerfen, auf unsere eigenen Kräfte vertrauen!“

 

Schließlich wurde ganz folgerichtig auch gelehrt, dass selbst Irrtümer und Fehlverhalten von Amtsträgern nie zum Schaden der Anvertrauten führen würden, dafür würde Gott persönlich in jedem Einzelfall sorgen, so wie ja auch kein „Haar von unserem Haupte und kein Spatz vom Himmel fiele“ ohne Gottes Zulassung.

 

Wenn wir diese unendlich oft wiederholten (nach NAK-Lehre vom heiligen Geist am Altar erweckten!) Sätze lesen und in den Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch stellen, muss eigentlich jedem deren Unhaltbarkeit einleuchten, wenn wir ernsthaften Opfer Schutz erreichen wollen!

 

Aber hier liegt nun auch die crux des ganzen Vorhabens:

 

für den Bereich Missbrauchs-Prävention und Opfer-Schutz möchte man gerne aus diesem Glaubens-System aussteigen und fordert:

(Zitat) „[...]

  • Schaffen einer Kritik- und Rückmeldungskultur, in der es untereinander und in jeder Amtsstufe „erlaubt“ sein muss, Auffälligkeiten, diffuse Wahrnehmungen, irgendwelche „Bauchgefühle“ vorbehaltlos und angstfrei anzusprechen – mit für jedermann erkennbaren Willen einer umfassenden Lösungssuche;
  • Kooperatives Führen heißt, Verantwortung zu delegieren, aber auch Kontrollmechanismen zu installieren, [...]“ (Zitatende)

Das aber ist ein zum Scheitern verurteilter Versuch der „Quadratur des Kreises“: Ein reinschwarzes Ding kann nicht gleichzeitig weiß sein, innerhalb des NAK-Systems kann man nicht gleichzeitig nach vorbehaltloser Offenheit, kritischer Beobachtung und Kontrolle verlangen und gleichzeitig die Funktionsträger auf dem Sockel ihrer von Gott selbst vorgenommenen Erwählung als Boten und Gesandte Gottes festhalten!

 

Wenn wir in dieser Sache konsequent die Fehlbarkeit von Amtsträgern (auch für Beauftragte in den verschiedenen Bereichen wird übrigens davon ausgegangen, dass sie gottgewollt an ihrem Platz stehen, eben wie die besagten Haare auf unserem Kopf…) fordern wollten, dann können wir nicht für die anderen „Systemteile“ an deren Unantastbarkeit festhalten!

 

Da ist einfach kein logischer Kompromiss möglich und darum kommt es ja auch zu der so paradox anmutenden Situation, dass ein solches Konzept wie das hier vorliegende den oberen Funktionsträgern zur Absegnung vorgelegt wird!

 

Diese „Absegnung“ könnte sogar erfolgen, denn:

 

an entscheidenden Stellen wird entweder unscharf formuliert oder die auf der Hand liegenden Konsequenzen werden gar nicht ausgesprochen, und so können die Funktionäre mit Recht darauf vertrauen, dass die jahrzehntelang internalisierten Glaubenssätze über die göttliche Führung durch die Amtsträger erhalten bleiben und in den alten stabilen Strukturen nur eine Pseudo-Auseinandersetzung und deshalb auch nur ein Pseudo-Opferschutz stattfindet, trotz bester Absichten der Initiatoren!

 

Aber was sollen die Initiatoren von LINDD e.V. tun? Schließlich sind sie selber innerlich zutiefst in das Glaubenssystem NAK eingebunden – sie fordern zwar ganz richtig Entmythisierung“

(Zitat) „Sichere Gemeinden in unserer Kirche zu schaffen, bedeutet auch, sich von gefährlichen Mythen zu verabschieden, denn sie tragen eher zu einer Verharmlosung und einer Vernachlässigung der Achtsamkeit gegenüber unseren Kindern bei“ (Zitatende),

wagen dann aber nicht, den grundlegenden Mythos anzutasten: Den Glauben an die göttliche Erwählung der Funktionäre und die allgegenwärtige göttliche Lenkung im „Werk des Herrn“!

Ein Indoktrinator par excellence: Der designierte sog. Stammapostel der NAK, Jean-Luc Schneider

In der NAK werden immer noch, und gerade auch von dem zukünftigen StAp Jean-Luc Schneider, bedingungsloser Glaubensgehorsam, kritikloses Ja-Sagen und uneingeschränkte Opfertreue gefordert:

 

(Zitat) Ich kenne auch viele Geschwister, die jahrelang treu geblieben sind, die „Ja“ gesagt haben und die diesem „Ja“ treu geblieben sind und im Lauf der Jahre wurden sie reich gesegnet. Und nun kommt Gott wieder und will ihnen scheinbar einen Teil dieses Segens wegnehmen und er versetzt sie in Prüfungen, in Krankheiten, in Schwierigkeiten und dann versteht man nichts mehr und sagt: Warum, Herr, warum denn das für mich, warum muss ich das erleben? Der Herr verlangt von dir jetzt das zweite „Ja“, das „Ja“ der Beharrlichkeit!“ (Zitatende)

 

So Jean-Luc Schneider in seiner Predigt in Ostermundigen, in der Gemeinde, in der auch der unsägliche „Notfall Zettel“ Opfer dazu auffordert, die Schuld bei sich selber zu suchen, zu schweigen und zu vergeben.

 

In demselben Gottesdienst verlangt Schneider  auch das Festhalten und Nachahmen einer der wohl übelsten Opfer Geschichten des Alten Testamentes: Gott verlangt von Abraham, seinen eigenen Sohn zu opfern und das soll uns ein Vorbild sein für Glaubensgehorsam und Nachfolge!

 

Wie bitteschön soll eine solche Haltung dazu führen, dass wir Eltern wie Löwen bereit sind, unsere Kinder zu verteidigen? Nicht nur gegen sexuellen, sondern auch gegen geistlichen Missbrauch?

Dann nämlich müssten wir auch bereit sein, sie gegen weite Teile der restriktiven, angstmachenden NAK-Lehre zu verteidigen!!!

 

Und das kann innerhalb des Systems NAK nicht gewünscht sein, denn es käme, wie ich zu zeigen versucht habe, einer Selbst-Demontage gleich!

 

Deshalb bleibt das so gut gemeinte Konzept von LINDD e.V. ein ängstlicher, halbherziger Versuch, die Kinder zu schützen, deshalb gibt es Hilfe, die zu 100% und ohne Ausweichen auf der Seite der Opfer steht, nur außerhalb der NAK!

 

Oder anders ausgedrückt: Wer sich ohne Vorbehalte gegen körperlichen und geistlichen Missbrauch einsetzt, - der steht unversehens, quasi automatisch, außerhalb des NAK-Systems, weil in dem Moment bereits deren grundsätzliche Prämissen negiert werden.

 

Und da ist das System wie immer unerbittlich: Kritiker und Reformer, die mehr wollen als unbedeutende Äußerlichkeiten zu verändern, müssen gehen.

 

Sollte die NAK-Führung dieses Konzept absegnen, heißt das nur, dass sie sicher ist, dass es zumindest in naher Zukunft zu keinen entscheidenden Änderungen führen wird!

21.02.2013 – (bt)

Leiden, leiden und kein Ende …

Wie die Neuapostolische Kirche die jesuanische Lehre pervertiert

Leiden, leiden, leiden…  – das sind keine ollen Kamellen, liebe Neuapostolische Jugend! Das ist immer noch hochaktuell! Und einen entsprechenden Liedbeitrag gibt es auch im NEUEN(!) Gemeindegesangbuch. Das textliche Machwerk stammt von dem sogenannten Apostel Keck [Bild re.]  und findet sich paradoxer Weise zum Thema „Glaube – Vertrauen – Trost“ unter der Nr. 209 auf Seite 312:

 

Gottes Wege, sie sind richtig

 

1. Gottes Wege, sie sind richtig

Menschlich Denken ist oft nichtig,

sein Gedanken liebend groß.

Zeitlich nur sind ird´sche Leiden,

helfen uns zu ew´gen Freuden,

machen von der Weltlust los.

 

2. Soll sich Frucht der Rebe mehren,

darf dem Schneiden man nicht wehren,

Läutrung macht das Gold erst rein;

Hitze bringt das Korn zum Reifen;

Edelsteine muss man schleifen,

dass sie strahlen hell und fein.

 

3.Trübsal macht das Herze beben,

aber auch den Herrn erleben,

bringt Erfahrung seiner Huld,

lässet hoffend auf ihn schauen,

stets auf seine Hilfe bauen,

Früchte tragen der Geduld!

 

(Melodie: http://www.nak-gesangbuch.de/ngb/ngb147.mp3)

Unser Freund Detlef Streich schreibt dazu auf seiner website:

 

(Zitat) „[…] Die Geschichte der NAK ist eine Geschichte der Unterdrückung und des psychischen Missbrauchs mit zahllosen Einzelopfern und über Generationen geschädigter Familien. Niemand ‚muss‘ hier vergeben ‚müssen‘! Auch  ist dabei unbedeutend, ob das missbräuchliche Verhalten länger oder kürzer her ist: Schweigt nicht, wenn ihr darum wisst! Klärt auf und gebt der Erinnerung Raum, zum Schutz der kommenden Generationen eurer Enkel und Urenkel!  Die Religionsfreiheit als hoch zu schätzendes Gut ist kein Deckmantel für systematische, psychische Unterdrückung oder stillschweigende Erduldung körperlichen und geistlichen Missbrauchs durch ein System, für dessen Existenz aber die indoktrinierte Unterordnung und das damit verbundene Schweigen die konstitutive Voraussetzungen sind. Wie drückte Rupert Lay das drastisch aus: ‚Systemagenten‘, und dazu gehören der Stammapostel und alle leitenden Funktionäre der NAK, ‚sind alle Faschisten‘, denn sie setzen den Schutz des Systems vor die Bedürfnisse der  Menschen und gehen dabei sinngemäß über Leichen.  Vielleicht haben gerade wir als Deutsche da eine historisch bedingte, ganz besondere Verantwortung, der wir nachkommen sollten. […]“ (Zitatende)

 

Quelle: http://nak-aussteiger2010.beepworld.de/geistlicher-missbrauch.htm

 

Gerade zu dem Thema „Leidensverherrlichung“ wie in obigem Liedtext schrieb ich heute Morgen an anderer Stelle:

„Warum zum Donnerwetter wurde eigentlich nicht öffentlich am Altar um Krankheit, Armut und frühen Tod gebetet???“

 

Seltsam, dass Opfertreue gepredigt wurde, um sichtbaren irdischen Segen Gottes zu erlangen - aber wenn' s einem dreckig ging konnten die lieben Brüder sich aussuchen, ob sie dem geplagten Geschwist die mahnende Frage stellten ob es auch treu im Opfern war, oder damit trösten, dass  Gott die am härtesten prüft, die er am meisten liebt!!!

 

Ja, man hat uns wirklich alles weismachen können unter der Prämisse, dass Apostelwort =  Gotteswort ist! Und heute gilt für die Folgegenerationen immer noch das selbe…

 

Diese elende Leidensverherrlichung zementiert nicht nur das Leiden des einzelnen (es heißt, man soll sein Kreuz nicht wegwerfen, dem lieben Gott nicht aus der Schule laufen ...), sondern auch das Leiden an sich, seine Ursachen, seine gesellschaftlichen Bedingungen!


Der seinerzeitige sog. "Stammapostel" der NAK beim NRW-Jugendtag am 22.05.1977 in der Westfalenhalle, Dortmund

Wir erinnern uns an den Jugendtag am 22. Mai 1977 in der Westfalenhalle in Dortmund, an den sogenannten Stammapostel Ernst Streckeisen und seine Mahnung:

 

„[…] Ziehet nicht am fremden Joch! - Die Neuapostolische Jugend ist nicht dazu da, an dem in den Dreck gefahrenen Karren der Welt zu ziehen! […]“

 

Ein Schelm, wer folgende bösen Gedanken dazu hat: Die Jugend soll Zeit, Energie und Geld in die NAK investieren! - Die NAK ist ein Moloch, der alles für sich beansprucht: Die körperlichen, seelischen und materiellen Kräfte seiner Mitglieder!

 

Wo kämen wir denn auch hin, wenn die sich plötzlich gesellschaftlich und politisch engagieren würden???

 

Seine Zeit in soziale Projekte einbringen? Sich für gerechte Verteilung der materiellen Güter dieser Erde einsetzen? Für Gleichbehandlung von Frauen in unserer Gesellschaft? Gegen Gewalt und Missbrauch?

 

Wozu protestieren? – Es gilt doch nach dem neuapostolischen Lehrverständnis

  • Erstens: Unsere Trübsal ist zeitlich und leicht und führt uns in die ewige Herrlichkeit!
  • Und zweitens: Alles geht nach Gottes Willen der Vollendung entgegen und die Verhältnisse auf Erden müssen sich hin zu einer großen Trübsal entwickeln, aus der dann die privilegierten Gotteskinder gerettet werden!

 

Wer also die Verhältnisse hier zum Positiven verändern will, wäre dann möglicherweise schuld, wenn der Herr noch nicht kommen kann!!!

 

Und für das private Leid gilt weiterhin, dass Gott es zugelassen hat, damit wir würdig werden - also beten die Missbrauchten Kinder für ihre Missbraucher und vergeben ihnen, die geschlagenen Frauen laufen nicht davon und zeigen die Täter nicht an, werden nur treuer im Opfern und Dienen!

Falls jemand an die jesuanische Lehre glaubt: Die wird völlig pervertiert! Hungernden, Kranken und Leidenden wird nicht geholfen, sondern sie werden getäuscht und VER-tröstet!

 

Das Höchstmaß der Übelkeit lösen dann die Gedanken aus, die  besonders auf der NAK-eigenen Sozialplattform nacworld.net immer wieder einmal zu lesen sind:

... Dass es doch für die vielen hungernden Kinder auf der Welt so gnädig ist, wenn Gott sie schnell sterben lässt, damit sie dann in der Ewigkeit im nächsten Entschlafenen-Gottesdienst hinzugefügt werden können zum Volk des Herrn!

 

Pfui Teufel!!!

31.10.2012 - (bt)

Motivationstraining für Bezirksämter

Oder: Was tun, wenn der Heilige Geist es nicht mehr richtet?

Die vom Finanzskandal gebeutelten Bezirksämter in NRW haben sich ein ganzes Wochenende für ihren seelischen Wiederaufbau gegönnt! Und sogar die Frauen durften dabei sein, schließlich war Wohlfühlen angesagt.

 

Bezirksapostel Armin Brinkmann eröffnete das Bezirksämter-Wochenende mit dem Hinweis, es gehe  um freudige und positive Themen und sein Ziel sei für die nächsten Monate und Jahre(?), nach den Strukturveränderungen der letzten Monate und Jahre wieder stärker eine freudige Grundstimmung zu vermitteln.

Siehe Bild rechts:

http://www.nak-nrw.de/aktuelles/berichte/121029_wochenende-fuer-bezirksaemter-2012/

 

Die schlichte Freude, ein Gotteskind zu sein, allein, reicht da anscheinend aber nicht mehr aus, und so musste ein richtiger Motivationstrainer herbei! Torsten Will, der auf seiner Homepage fragt: Wollen auch Sie ganz nach oben?“ und dann sich selbst empfiehlt:

Profitieren Sie von dem Erfolgstrainer, der SELBST Millionenumsätze macht: Torsten Will.

 

Donnerwetter – früher sollte die Kraft des Heiligen Geistes reichen und die Überwindungskräfte sollten genutzt werden, um Trägheit, Unlust, Eigennutz zu überwinden und sich freudig in den Dienst des Werkes Gottes zu stellen und ein Tagwerk für den Heiland zu verrichten. Es war geradezu ein Zeichen der Seelenreife, treu in der Arbeit und im Dienen auszuharren… Und jetzt, kurz vor dem Tag des Herrn muss auf die letzten Meter ein Motivationstrainer her? Auf Bezirksämterebene? Vielleicht besteht in NRW besonderer Bedarf wegen des Millionen(verlust)frustes? Hat die erst kürzlich verlautbarte Ermahnung des Stammapostels, auch eine schlechte Chorprobe oder eine langweilige Jugendstunde müsse dennoch zur Freude führen, nicht gefruchtet?

 

Torsten Will ist ja nicht nur geschäftstüchtiger Erfolgstrainer, sondern auch Diakon der NAK und vielleicht ist seine Frage: „Wollen auch Sie ganz nach oben?“ im Sinne von „Vorwärts, aufwärts, himmelan!“ zu verstehen? - Dann würde es ja wieder passen für ein Motivations-Wochenende für Bezirksämter… aber was ich da gefunden habe [Bild ], klingt nicht wirklich neuapostolisch:

(Zitat) „Verändern Sie Frust in Lust und werden Sie zu einer 24 Stunden Persönlichkeit voller Glück und Erfolg. Messbare Unterschiede in vernünftiger Zeit verspreche ich Ihnen schon heute auf dem Weg zu Ihren Zielen.“ Torsten Will elektrisiert und zeigt Ihnen eindrucksvoll wie Sie aus Frustration Faszination machen. Selbstmotivation als Schlüssel für beeindruckende Kommunikation, anhaltende Begeisterung und maximale Hebelwirkung für Glück und Erfolg." (Zitatende)

 

Quelle: http://www.amiando.com/eventResources/F/a/Nj9rfjAGnCMugk/UE_Flyer_A4_4S_2.pdf (Seite 2/4)

 

Hört sich nicht ganz so an wie: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit“, oder nach dem Sammeln von „Schätzen, die weder Motten noch Rost fressen“ oder?

 

Und mit der Prädestinationslehre der NAK kann er ja auch nicht einig sein, wenn er schreibt: (Zitat) „[...] Wie ist das aber mit dem Glück? Meine Überzeugung: Jeder kann Glück haben, denn Glück ist machbar, es liegt an jedem selbst. [...]“ (Zitatende)

 

Wer 1 Minute und 59 Sekunden Zeit hat, der kann Thorsten Will hier

http://www.torstenwill.com/index.php?seitenID=5984&menueID=607

selber hören – und wird dann doch noch eine schöne Gemeinsamkeit mit Stammapostel Leber finden, in den letzten Worten, die da lauten: „machen und tun, nicht grübeln und drüber nachdenken - machen und tun!“ und dann kippt ihm vor Begeisterung so ein bisschen die Stimme und er klingt so, wie auch Leber manchmal klingt, wenn er den Anvertrauten etwas so richtig begeistert ans Herz legen will.


Zurück zur Versammlung der Bezirksämter und dem 90-minütigen Vortrag Wills: Den anwesenden Amtsträgern rät er für ihren Umgang mit den Gläubigen, sie sollen positiver kommunizieren und Freude und Begeisterung in die Gemeinden tragen. Um die Gemeindemitglieder zu motivieren rät er, „mehr Applaus zu geben und mehr Dankbarkeit für alle Mithilfe zu zeigen.“ - Äh… gibt’s demnächst vielleicht so eine Art „Klatsch-Marsch“ der Amtsträger für Chor, Orchester, Putzgruppe und Lehrkräfte?

Vera Felicitas Birkenbihl - Deutsche Management- und Motivationstrainerin (* 26. April 1946 in München; † 3. Dezember 2011 in Osterholz-Scharmbeck)

Aber fairerweise muss gesagt werden, dass die Ratschläge, die Will auf seinen Seiten erteilt, z.b. seine „Top 10 der Regeln für ein glückreiches Leben“ nicht falsch sind, er selber kann sich ja als Beweis anführen, ist es ihm doch gelungen, ohne Berufsausbildung oder Studium in 19 Ländern ein „Strukturvertriebs-Unternehmensnetzwerk“ (Multi-Level-Marketing, wie z.B. Amway) mit Millionenumsätzen zu realisieren. Und was an Ratschlägen von ihm zu lesen ist, findet sich ganz genau so schon lange bei zahlreichen anderen Autoren der Fachbereiche Psychologie, Lebenshilfe Coaching. – Irgendwo muss er seine Weisheiten ja herhaben – man bezahlt dann wahrscheinlich letztlich für den inspirierenden Funken, der von ihm ausgeht…oder für den Glauben an selbigen.


Wer sich über diese Themen kostengünstiger informieren will, dem seien z.B. Bücher oder CD‘s von Robert Betz empfohlen oder von Vera F. Birkenbihl

http://www.birkenbihl-business.com/pages/vera-f-birkenbihl

Oder, wichtiges Thema bei T. Will, zu „Dankbarkeit“ die im Internet kostenlos abrufbaren Vorträge von David Steindl-Rast.

Dr. phil.habil. Reinhard Kiefer, Literaturwissenschaftler und theolog. Berater des NAK-Stammapostels

Weiter ging es für die versammelten Bezirksämter mit dem habilitierten Literaturwissenschaftler Dr. Reinhard Kiefer, dem theologischen Berater des Stammapostels, der im Nebenstudium evangelische Theologie für das Lehramt studiert hat. Dieser durfte sich zum neuen Katechismus äußern und auf einen Informationsabend des Stammapostels am 4. Dezember hinweisen… - Theologen sind rar in der NAK, und theologische Fragen sind nicht das, womit NAK-Amtsträger sich wirklich gut auskennen! Ein fehlendes theologisches Studium lässt sich nun einmal nicht durch ein paar Wochenend-Seminare ersetzen. Der Stammapostel selbst ist ja bekannt dafür, theologische Fragen bestenfalls aufzuwerfen,  aber nicht zu beantworten (woher sollte er auch die entsprechenden Kenntnisse haben, wenn Dr. Kiefer ihm nichts Entsprechendes ausgearbeitet hat?), sondern sie einfach mit einem „Das muss man glauben!“ vom Tisch bzw. vom Altar zu wischen.

 

Erst kürzlich, im Gottesdienst am 26.10. in Petersburg, kam er auf Hiob zu sprechen, eine Geschichte, zu der den ausgebildeten Theologen allerlei schwierige Fragestellungen einfallen. Die schwierigste wohl die Theodizee-Frage. - Aber das ficht den Mathematiker Dr. Leber nicht an, und auch seinen Zuhörern rät er schlicht, sich nicht von anderen religiösen Meinungen vom rechten Weg abbringen zu lassen. Die NAK-Brandenburg berichtet uns auf ihrer Seite: „Hiob habe feststellen können, nicht vom Weg Gottes abgewichen zu sein. Dies solle auch für die Gläubigen heutiger Zeit Vorsatz sein. Der Weg Gottes sei ein Weg des Glaubens. ‚Wenn wir den Glauben verlieren, verlieren wir alles!‘ erinnerte der Stammapostel. Es gelte, sich nicht von verschiedenen religiösen Meinungen beeinflussen zu lassen, sondern Gott zu vertrauen.“

 

Wie gut, dass alle Gläubigen wissen: Der Weg Gottes ist der Weg der NAK und Gott vertrauen heißt: glauben, was die NAK-Amtsträger predigen.

In diesem Gottesdienst erwähnt Leber sogar, dass von manchen die Notwendigkeit des Apostelamtes bezweifelt wird – seine Antwort darauf ist selbstverständlich nicht mal im Ansatz theologisch, sondern die schlichtest mögliche: „Manche stellten zum Beispiel die Frage, ob das Apostelamt notwendig sei.“ Schließlich habe es ja zur Zeit Jesu Apostel gegeben, das sei vielleicht genug. „Wir wollen nicht abweichen von der Gemeinschaft mit den Aposteln“, das sei Bestandteil des neuapostolischen Glaubens auch wenn nicht alle Menschen diesen Glauben teilten, resümierte Stammapostel Leber. Und der zukünftige Stammapostel Jean-Juc Schneider weicht nicht von dieser Linie ab: „Um vorwärts zu kommen, muss man glauben, auch wenn man den Weg Gottes mal nicht versteht.“

Quelle: http://www.nak-berlin-brandenburg.de/index.php?id=31&tx_ttnews[tt_news]=766&cHash=7cc943a04d

 

Um einen möglichen Einwand vorwegzunehmen: wenn der Heilige Geist es ist, der durch die Amtsträger redet, dann braucht es selbstverständlich keine theologischen Kenntnisse! – Aber warum braucht der Stammapostel dann überhaupt einen theologischen Berater mit Ausbildung in evangelischer Theologie? Und warum finden nun allerorten „theologische Seminare“ für NAK-Amtsträger statt?


Motivationstrainersprüche lassen sich da viel schneller vermitteln, Latein Kenntnisse sind genauso wenig nötig wie Hebraicum und Graecum. Und auch noch ein weiteres Sachgebiet bietet interessante Informationen und ist praktisch anwendbar: Marketing! Ein neuapostolischer Fachmann ist auch greifbar:

Prof Dr. Manfred Krafft kann erklären, wie Kirchenmarketing funktionieren kann: „Kernfrage aus seiner Sicht: Wie muss Kirche aussehen, damit sie auch heute noch attraktiv bleibt, ohne dass sie ihr Profil aufgibt. Und muss Kirche beispielsweise noch mehr auf jüngere Zielgruppen eingehen?“

 

Dazu kündigt BezAp Brinkmann für das nächste Wochenend-Treffen einen Workshop an. – Ausführlichere Informationen zu Kraffts Vortrag werden auf der NAK-Seite nicht gegeben, sind aber nachzulesen auf der Seite „sinnstiftermag.de“ [siehe Bild rechts] unter dem Titel:
Gewonnen, verloren … wie Kirche um Gläubige wirbt“.

 

Hier nur ein kurzer Ausschnitt aus Kraffts Artikel, der deutlich macht, worum es geht:

 

(Zitat) „[...] Aus dem Vorgehen von Unternehmen im Kundenmanagement können Kirchen lernen, dass zu Beginn einer Mitgliedschaft schnell die Befindlichkeit oder Zufriedenheit der neuen Gemeindemitglieder überprüft werden sollte, bspw. durch ein persönliches Gespräch ein paar Wochen nach dem Eintritt. Statt Kundenzeitschriften können Gemeindebriefe eingesetzt werden, um das aktuelle Angebot und die Vielfalt der Aktivitäten allen Mitgliedern nahezubringen. Ein Treueprogramm in Kirchen ist sicherlich schwer vorstellbar, wenngleich die Fairview Baptist Church schon im Juni 1957 ein vergleichbares Konzept umsetzte. Denkbar ist vielmehr, dass besonderes freiwilliges Engagement in angemessener Form gewürdigt wird, wie dies etwa bei der Verabschiedung von Lehrkräften oder langjährigen Chormitgliedern gang und gäbe ist. Im gewissen Sinne wird „Upselling“ betrieben, wenn Gemeindemitglieder bewusst gefördert werden, bspw. Wenn Mitglieder mit musikalischem Talent ermuntert werden, im Kirchenchor mitzuwirken, im Instrumentalspiel gefördert oder später zu Dirigenten ausgebildet werden. „Cross-Buying“ findet bei engagierten Mitgliedern oft wie von selbst statt, wenn zusätzliche Aufgaben übernommen werden. [...]“ (Zitatende)


Quelle: http://www.sinnstiftermag.de/ausgabe_13/pdf/titelstory_13.pdf

 

Auch hier frage ich mich, wie schon bei dem Vortrag des Motivationstrainers Will: Braucht das Werk Gottes Erfolgstrainer und Marketing-Strategen?

Wenn es wirklich Gottes Werk und der Heilige Geist dort wirksam ist, dann ergreift diese Wirksamkeit die Gläubigen und sie bleiben auch dabei, weil sie „geglaubt und erkannt“ haben, dass es sich um die einzige Heilsmöglichkeit handelt!

 

Ist es aber nicht exklusiv das Werk des Herrn, sondern eine christliche Kirche unter anderen, dann könnte man den Gläubigen doch auch die Freiheit der Wahl einer ihnen genehmen Denomination oder Konfession erlauben.

 

Die Mitglieder dennoch speziell an die NAK binden zu wollen, hat dann lediglich den Grund, das System finanzierbar und die hauptamtlichen Funktionäre bezahlbar zu halten: Die Einnahmen (Opfergelder) dürfen nicht sinken, und genau dazu ist die „Kunden-Bindung“ unerlässlich.

 

Dazu muss den Kunden auch ein attraktives Angebot gemacht werden! Nicht nur Predigt und Seelsorge, sondern auch zunehmend Freizeitvergnügen, die „Events“ werden häufiger, größer, professioneller…

 

Es wird auch allerorten überlegt und untersucht, welche unterschiedlichen mitgliedergruppen auf welche Weise am effektivsten zu halten sind, Kindern und Jugendlichen gilt da das besondere Interesse, die Erkenntnisse der Psychologie und Soziologie werden herangezogen, die Institutionalisierung von Konfirmanden – Freizeiten sind ein Ergebnis dieser Überlegung, ebenso wie die intensivierte Förderung von Jugendorchestern und Orchesterfreizeiten.

 

Wird all dies genügen, um den Mitgliederrückgang und das gemeindesterben aufzuhalten?

 

Die Führung der NAK selbst scheint davon nicht überzeugt, wenn sie jetzt für nötig hält, Erfolgstrainer und Marketingstrategen zu verpflichten – dabei: wir alle kennen doch den Hinweis:
„Ist's Gottes Werk, so wird's bestehen, ist's Menschenwerk, wird's untergehen!“

 

Sich darauf zu verlassen – das setzte allerdings voraus, wirklich daran zu glauben, dass es sich bei der NAK um das Werk Gottes handelt! Wer das nicht glaubt, muss natürlich alle erreichbaren Register ziehen…

Mehr Info: (- klick) ins Bild!
Informationen über die NAK von Detlef Streich
veröffentlichte Artikel und Aufsätze über die NAK von Rudolf J. Stiegelmeyr
aktuelle Artikel zur NAK von Dieter Kastl
Creative Commons Lizenzvertrag
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Aktuelles:

26.11.2016

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Update 1:

Es ist schon auffällig, dass die NAK-Funktionäre ihre Methoden seit den 50ern des vorigen Jhdt. nicht geändert haben. - Auch dann nicht, wenn sie scheinbar einen Scherz machen. fcs hat das am Fall eines scheinbren Schenkelklopfers vom Rüdiger Krause aufgezeigt:

 „Von einem der auszug, die Anderen das Fürhten zu lehren“ (- klick)

 

Update 2:

Dass wir das noch erleben durften!
Die bornierten Halbgebildeten der NAK-Gemeinde Hamm-Werries setzen sich unter der Moderation vom auf facebook sattsam bekannten Hardcore-NAKidei Dieter Schulze zu einem Gesprächskreis zusammen und stellen fest, dass Geistesgrößen wie Schopenhauer, Berlin, Fred et al. schwachköpfige Dummschwätzer waren, indem sie auf bestechende Weise deren Erkenntnisse zur Willensfrei
heit des Menschen widerlegen:

„Klartext über die NAKn“ (- klick)

 

Update 3:

Es ist nahezu unglaublich, was für einen Haufen Schwachsinn nur eine Handvoll Apostel im Laufe eines Jahres so von sich gibt!
Und dann sind sie auch noch so stolz auf diesen Blödsinn, dass sie ihn als Zitate veröffentlichen lassen.
Wir haben sie einmal gesammelt und als kommentierte Zitate bei uns eingestellt:

„Die blöden Sprüche der NAK-Granden (Vol.1 + Vol. 2)“ (- klick)

 

Update 4:

Ein unverhoffter Leserbrief hat uns einen völlig neuen Blick auf die NAK eröffnet.
Grund genug, ihn unserer gesamten Leserschaft zur Verfügung zu stellen:

„Unverhofft kommt selten“ (- klick)