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Der Stern von Bethlehem

(zwischen Himmelsbeobachtung und  religiöser Symbolik)

Die biblische Erzählung:

Der sogenannte Stern von Bethlehem erscheint ausschließlich im Matthäus-Evangelium (Mt 2,1–9). Dort heißt es, ein Stern sei „im Osten aufgegangen“ und habe die magoi zuerst nach Jerusalem und anschließend nach Bethlehem geführt, wo sie das Jesuskind fanden.

 

Für gläubige Christen ist dieser Stern ein Zeichen Gottes:


Er steht für Hoffnung, Orientierung und göttliche Führung. Bis heute schwebt er deshalb über Krippen, Weihnachtsbäumen und Kirchenportalen – oft als leuchtendes Symbol mitten in der dunklen Jahreszeit.

Plausibilität aus damaliger Sicht:

Aus antiker Perspektive wirkt die Geschichte zunächst gar nicht absurd:

  • Reisende orientierten sich tatsächlich an Sonne, Mond und Sternen.
  • Astrologie und Astronomie waren noch nicht getrennt.
  • Man glaubte, dass besondere Himmelsereignisse mit politischen oder religiösen Ereignissen auf der Erde zusammenhängen.

Für antike Leser war die Idee eines „bedeutungsvollen Sterns“ also verständlich und einleuchtend.

Was sagt die moderne Astronomie?

Heute wird der Stern von Bethlehem naturwissenschaftlich untersucht – mit ernüchterndem Ergebnis:

  1. Oft genannt wird eine Jupiter-Saturn-Konjunktion (z. B. im Jahr 7 v. Chr.).
    Problem:
  • Solche Konjunktionen sind nicht selten.
  • Sie sehen nicht wie ein einzelner heller Stern aus.
  • Sie „ziehen“ auch niemanden zielgenau zu einem bestimmten Haus.
  1. Supernova oder Nova

Auch eine Sternexplosion wird diskutiert.
Problem:

  • Für den Zeitraum um Jesu Geburt gibt es keine gesicherten historischen Beobachtungen einer solchen Explosion.
  • Zudem „bleibt“ eine Supernova nicht über einem bestimmten Ort stehen.
  1. Komet

Die heute beliebte Darstellung mit Schweif stammt aus dem Spätmittelalter (berühmt: Giotto).
Historisch problematisch:

  • Kometen galten in der Antike als Unglücks- und Katastrophenboten.
  • Sie passten also denkbar schlecht zu einer freudigen Heilsbotschaft.

? Keine der astronomischen Erklärungen passt wirklich zur biblischen Beschreibung.

Ein entscheidender Punkt:                         Der Stern „verhält sich unnatürlich“

Der Matthäus-Stern:

  • geht auf
  • zieht voraus
  • bleibt stehen
  • zeigt einen exakten Ort an

Kein reales Himmelsobjekt kann das. - Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist damit klar:

 
? Der Stern ist kein astronomisches Phänomen, sondern ein literarisches Motiv.

Die historisch-kritische Einordnung:

Die Bibelwissenschaft sieht im Stern von Bethlehem ein theologisches Symbol, kein Himmelsereignis.

 

Matthäus greift bekannte Motive auf:

  • Sterne als Zeichen großer Herrscher
  • himmlische Beglaubigung königlicher Geburt
  • Führung der Völker zum „wahren König“

Seine Botschaft lautet sinngemäß:

 

Dieses Kind ist von kosmischer Bedeutung

selbst der Himmel „bestätigt“ es.

Aufklärendes Fazit für junge Leser:

  • Der Stern von Bethlehem ist kein nachweisbares Himmelsobjekt.
  • Astronomische Erklärungen sind interessant, aber nicht überzeugend.
  • Die Geschichte wurde erzählt, um Bedeutung zu vermitteln, nicht um Naturphänomene zu beschreiben.

? Der Stern gehört zur Sprache der Symbole, nicht zur Astronomie.

 

Wer das erkennt, muss Weihnachten nicht „abschaffen“. - Man lernt nur, zwischen Poesie, Glaubensbildern und Naturwissenschaft zu unterscheiden – und genau das ist der Kern von Aufklärung.

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Im nächsten Schritt wird es deutlich düsterer:


Der Kindermord des Herodes

und die Frage, was Mythos, was Propaganda und was historische Realität ist.

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