Der sogenannte Stern von Bethlehem erscheint ausschließlich im Matthäus-Evangelium (Mt 2,1–9). Dort heißt es, ein Stern sei „im Osten aufgegangen“ und habe die magoi zuerst nach Jerusalem und anschließend nach Bethlehem geführt, wo sie das Jesuskind fanden.
Für gläubige Christen ist dieser Stern ein Zeichen Gottes:
Er steht für Hoffnung, Orientierung und göttliche Führung. Bis heute schwebt er deshalb über Krippen, Weihnachtsbäumen und Kirchenportalen – oft als
leuchtendes Symbol mitten in der dunklen Jahreszeit.
Aus antiker Perspektive wirkt die Geschichte zunächst gar nicht absurd:
Für antike Leser war die Idee eines „bedeutungsvollen Sterns“ also verständlich und einleuchtend.
Heute wird der Stern von Bethlehem naturwissenschaftlich untersucht – mit ernüchterndem Ergebnis:
Auch eine Sternexplosion wird diskutiert.
Problem:
Die heute beliebte Darstellung mit Schweif stammt aus dem Spätmittelalter (berühmt: Giotto).
Historisch problematisch:
? Keine der astronomischen Erklärungen passt wirklich zur biblischen Beschreibung.
Der Matthäus-Stern:
Kein reales Himmelsobjekt kann das. - Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist damit klar:
? Der Stern ist kein astronomisches Phänomen, sondern ein literarisches
Motiv.
Die Bibelwissenschaft sieht im Stern von Bethlehem ein theologisches Symbol, kein Himmelsereignis.
Matthäus greift bekannte Motive auf:
Seine Botschaft lautet sinngemäß:
Dieses Kind ist von kosmischer Bedeutung
selbst der Himmel „bestätigt“ es.
? Der Stern gehört zur Sprache der Symbole, nicht zur Astronomie.
Wer das erkennt, muss Weihnachten nicht „abschaffen“. - Man lernt nur, zwischen Poesie, Glaubensbildern und Naturwissenschaft zu unterscheiden – und genau das ist der Kern von Aufklärung.
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Im nächsten Schritt wird es deutlich düsterer:
Der Kindermord des Herodes
und die Frage, was Mythos, was Propaganda und was historische Realität ist.