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Drei-Könige bzw. Epiphanias

Die christliche Überlieferung:

Nach dem Matthäus-Evangelium (Mt 2,1–12) kamen zur Zeit der Geburt Jesu sogenannte magoi aus dem Osten nach Jerusalem und später nach Bethlehem. Das griechische Wort magoi bedeutet Magier, Sterndeuter oder Weise, nicht Könige. Erst viele Jahrhunderte später machte die christliche Tradition aus ihnen „Könige“.

In der kirchlichen Auslegung wurden sie zu drei Gestalten, weil drei Geschenke genannt werden:

  • Gold – Symbol für Königtum
  • Weihrauch – Symbol für Göttlichkeit
  • Myrrhe – Symbol für Leiden, Tod und Heilung

Die Ankunft dieser Männer wird als Epiphanie verstanden, als „Erscheinung“ oder „Offenbarwerden“ Jesu für alle Völker der Welt – also nicht nur für Juden. Deshalb gilt der 6. Januar als Dreikönigstag bzw. Epiphanias und markiert in der westlichen Christenheit das Ende der Weihnachtszeit.

Historische und bibelwissenschaftliche Fakten:

Die historisch-kritische Bibelwissenschaft schaut genauer hin – und kommt zu deutlich nüchterneren Ergebnissen:

  1. Keine Könige, keine Zahl, keine Namen

Im Bibeltext steht:

  • keine Zahl der Magier
  • keine Namen
  • kein Königsstatus

Die heute bekannten Namen Caspar, Melchior und Balthasar tauchen erst im 6. Jahrhundert auf. Sie sind spätere Legenden, keine historischen Personen.

  1. Wer waren die „magoi“ wirklich?

Zur Zeit Jesu bezeichnete magoi meist gelehrte Sterndeuter oder Priester, besonders aus:

  • Babylonien
  • Persien (heutiger Iran)

Dort waren Astronomie und Astrologie hochentwickelte Wissenschaften. Diese Männer wären also eher mit antiken Gelehrten als mit Märchenkönigen vergleichbar.

  1. Nur Matthäus kennt diese Geschichte

Ein wichtiger Punkt:
Die Erzählung von den Magiern steht nur im Matthäus-Evangelium.

  • Markus: kein Weihnachtsbericht
  • Paulus: kein Interesse an Jesu Geburt
  • Lukas: Hirten statt Magier
  • Johannes: rein symbolischer Beginn („Im Anfang war das Wort …“)

Das spricht stark dafür, dass es sich um eine theologisch-symbolische Erzählung handelt – nicht um einen historischen Reisebericht.

  1. Symbolik statt Tatsachenbericht

Matthäus schrieb für eine jüdisch geprägte Leserschaft. Seine Botschaft lautet sinngemäß:

Selbst heidnische Gelehrte erkennen die Bedeutung Jesu – während viele religiöse Autoritäten es nicht tun.

Der „Stern“, die Geschenke und der Weg nach Bethlehem dienen dieser theologischen Aussage, nicht der Geschichtsschreibung.

Epiphanias – Bedeutung damals und heute:

Historisch gesehen ist Epiphanias kein Geburtstagsfest Jesu, sondern ein Deutungsfest:

  • Jesus wird als von Gott gesandt verstanden
  • seine Bedeutung soll alle Völker betreffen

Dass orthodoxe Kirchen Weihnachten am 6. oder 7. Januar feiern, liegt nicht an anderen biblischen Texten, sondern schlicht daran, dass sie weiterhin dem julianischen Kalender folgen, der heute um 13 Tage vom gregorianischen Kalender abweicht.

Aufklärendes Fazit für junge Leser:

  • Die „Heiligen Drei Könige“ sind keine historischen Könige.
  • Die Bibel spricht nur von weisen Sterndeutern, nicht von drei Personen.
  • Namen, Kronen und Königsmäntel sind spätere Ausschmückungen.
  • Die Geschichte will eine religiöse Botschaft vermitteln, keine überprüfbaren Fakten liefern.

? Wer das weiß, verliert nichts, sondern gewinnt etwas:
Man lernt zu unterscheiden zwischen Glaubenserzählung, Symbolsprache und historischer Wirklichkeit.

 

Genau darum geht es uns hier bei „Fakten statt Fabeln“:

 

Nicht um Glaubensverbote – sondern um

kritisches Denken, Wissensgewinn und
mündige Urteilsfähigkeit.

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