Wir bringen Licht ins Dunkel
Wir bringen Licht ins Dunkel 

Kindgerecht verpackter Dogmatismus 

Wie man Denken verhindert, bevor es beginnt

Ich werde oft gefragt, warum ich derart verbissen an einer Aufklärung für junge Menschen arbeite, obwohl die Gesellschaft in Deutschland und Mitteleuropa weitgehend kirchenfern sei…

 

Die Erklärung ist ganz einfach: Weil ich als kleines Kind selbst das Opfer einer obskuren Sekte geworden bin. Und solche Sekten bleiben fast immer unter dem Radar und betreiben dort weiterhin ungestört ihren geistlichen Kindesmissbrauch.

 

Neben div. evangelikalen Gemeinschaften und den Zeugen Jehovas ist hier insbesondere die Neuapostolische Kirche zu nennen. Sie ist in Deutschland von einfachen Menschen gegründet und geführt worden. Ihre obersten Führer waren Schuster, Bahnwärter, Bauer und Zigarrenhändler.
Mittlerweile stehen ihr jedoch Akademiker und Führungskräfte aus der Wirtschaft vor… Und die Methoden, mit denen diese Frauen und Männer heute Kinder zu Opfern ihrer Irrlehre machen, haben sich verfeinert.

 

In der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland hat die Leitung sogar eine studierte Lehrerin mit der Spezialaufgabe betraut, Kindern ihre obskure Lehre zu oktroyieren.

Sie heißt Mareike Finnern, ist Lehrerin und Schulseelsorgerin an einer Grundschule in Hamburg, und sie leitet die Arbeitsgruppe Kinder und Unterrichte für die NAK-Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland.

 

Finnern lässt in unregelmäßigen Abständen Anleitungen zur Indoktrination von Kindern in den Medien der neuapostolischen Kirchen veröffentlichen – unter anderem auch im Fakenewsmagazin des internationalen Apostelvereins „NAKI e.V., Zürich“.

 

Ich stelle hier einen Link zu einem aktuell dort erschienenen Beitrag von ihr ein. Mein Kommentar folgt nach dem Button:

Was Frau Finnern hier vorlegt, ist keine Erklärung, sondern eine Suggestion. Sie beginnt scheinbar harmlos, fast aufgeklärt: Die Bibel sei eine Sammlung verschiedener Texte, von unterschiedlichen Autoren, aus unterschiedlichen Zeiten. Das ist – isoliert betrachtet – korrekt und könnte der Einstieg in historisch-kritisches Denken sein.

 

Doch genau an dieser Stelle setzt die intellektuelle Hinterlist ein. - Denn kaum ist das Vertrauen hergestellt, wird der entscheidende Satz eingeschleust:

 

„Gott selbst ist der Urheber dieser Texte.“

 

Damit ist jede zuvor angedeutete Offenheit sofort wieder kassiert. Die Vielfalt der Autoren, ihre historischen Kontexte, ihre politischen Interessen, ihre inneren Widersprüche – all das wird zur bloßen Staffage degradiert. Die eigentliche Botschaft lautet: Am Ende kommt alles doch von Gott. Punkt.

 

Das ist kein pädagogischer Kunstgriff, sondern ein dogmatischer Taschenspielertrick.

Metaphern als Denkverhinderungsmaschinen

Die folgenden Bilder – Künstler und Pinsel, Wind und Segelschiff, Kompass fürs Leben – sind didaktisch nicht harmlos, sondern hochgradig manipulativ. Sie funktionieren nur, wenn man Kindern keine Möglichkeit lässt, sie zu hinterfragen.

  • Der „Künstler mit den Pinseln“ nimmt den Autoren jede Eigenständigkeit.
  • Der „Heilige Geist als Wind“ entmündigt menschliches Denken vollständig.
  • Der „Kompass“ setzt bereits voraus, dass es einen objektiv richtigen Weg gibt – festgelegt von einem unsichtbaren Gesetzgeber.

Das sind keine Erklärungen, sondern Bilder zur Ausschaltung von Skepsis. Kinder lernen hier nicht, wie Texte entstehen, sondern was sie glauben sollen, bevor sie überhaupt gelernt haben, zwischen Behauptung und Begründung zu unterscheiden.

Der eigentliche Skandal:                            Der Missbrauch des Elternvertrauens

Besonders perfide ist, dass Frau Finnern sich explizit an Eltern und Erziehende wendet – also an Personen, die für Kinder epistemische Autoritäten sind. Eltern genießen ein Vertrauensverhältnis, das Kinder nicht relativieren können. Genau dieses Vertrauen wird hier instrumentalisiert, um metaphysische Behauptungen als Selbstverständlichkeiten zu implantieren.

 

Das ist keine religiöse Bildung. - Das ist präventive Immunisierung gegen kritisches Denken.

 

Denn ein Kind, dem früh beigebracht wird, dass Texte „im Kern von Gott stammen“, wird später nicht mehr fragen:

  • Wer schrieb das?
  • Warum gerade so?
  • Wem nützte diese Erzählung?
  • Welche Alternativen gab es?

Die historisch-kritische Bibelwissenschaft – also das einzige Instrument, mit dem man diese Texte ernsthaft verstehen kann – wird damit systematisch unmöglich gemacht, noch bevor sie überhaupt ins Blickfeld geraten darf.

Säkularität ist kein Mangel,                    sondern ein Schutzraum!

Was Kinder und Jugendliche brauchen, ist keine metaphysische Bevormundung, sondern intellektuelle Redlichkeit. Sie haben ein Recht darauf zu erfahren, dass:

  • die Bibel ein menschliches Literaturprodukt ist,
  • entstanden aus Machtkämpfen, Mythenübernahmen, theologischen Interessen und nachträglichen Redaktionen,
  • voller Widersprüche, Brüche und historischer Irrtümer,
  • und dass ihre Deutung immer von Menschen vorgenommen wurde – nie von Göttern.

Säkulare Aufklärung bedeutet nicht, Kindern etwas „wegzunehmen“. Sie bedeutet, ihnen nichts aufzuzwingen, was sie nicht selbst kritisch prüfen können.

F a z i t :

Der Text von Mareike Finnern ist kein Beitrag zur Bildung, sondern ein Lehrstück religiöser Manipulation. Er zeigt exemplarisch, warum religiöse Unterweisung im Kindesalter nicht harmlos, sondern strukturell übergriffig ist: Sie nutzt Vertrauen, Metaphern und Autorität, um Glaubenssätze dort zu verankern, wo noch kein selbstständiges Denken möglich ist.

 

Gerade deshalb eignet sich dieser Text – so bitter das ist – hervorragend als abschreckendes Beispiel. Nicht, weil er besonders plump wäre, sondern weil er zeigt, wie subtil und pädagogisch geschniegelt Indoktrination heute daherkommt.

 

Aufklärung ist hier keine Option. - Sie ist eine dringende Notwendigkeit.

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