Beginnen wir mit einer nüchternen Feststellung – mit Paukenschlag-Qualität:
Faktum: Es gibt keinen belastbaren Hinweis auf die Existenz von Göttern, Teufeln, Engeln, Dämonen oder sonstigen übernatürlichen Wesen, wie sie in den religiösen Überlieferungen der Welt tradiert werden.
Sehr wohl aber existieren stabile, kulturübergreifende Vorstellungen vom Guten und vom Bösen. Beide Begriffe sind dabei relational: Ohne das eine wäre das andere nicht definierbar. Wäre das Böse nicht denkbar, erschiene das Gute lediglich als Normalzustand – ohne Kontur, ohne Kontrast.
Versuchen wir also, das Gute indirekt zu bestimmen, indem wir uns dem absoluten Bösen annähern.
Immanuel Kant beschreibt das Böse als einen „Hang“ des Menschen, die moralische Rangordnung bewusst zu verkehren – also das moralische Gesetz dem Eigeninteresse unterzuordnen. Absolut würde dieses Böse dort, wo das moralische Gesetz prinzipiell verworfen wird.
In der Tradition von Augustinus und Thomas von Aquin gilt das Böse nicht als eigenständige Substanz, sondern als Privation des Guten – vergleichbar mit Dunkelheit als Abwesenheit von Licht. Absolut wäre das Böse dort, wo jede Spur von Ordnung, Vernunft und Mitgefühl erloschen ist.
In modernen politischen und sozialwissenschaftlichen Analysen kristallisieren sich drei Kriterien heraus:
Zusammengefasst lässt sich das absolut Böse als Handeln definieren, das die Existenz und Würde des Anderen grundlos und systematisch negiert.
Legt man diese Maßstäbe an, ergibt sich ein klares Bild für drei Männer, die derzeit maßgeblich an einer Neuordnung der Weltmachtverhältnisse arbeiten.
Donald Trump – das chaotische Böse:
Trump folgt keiner kohärenten ideologischen Vision, sondern einem Prinzip radikalen Eigennutzes. Sein politisches Handeln ist transaktional, situativ und zutiefst personalisiert.
Wladimir Putin – das destruktive Böse
Putins Politik folgt einer Logik der Vernichtung. Der Angriff auf die Ukraine zielt nicht nur auf territoriale Kontrolle, sondern auf die Auslöschung nationaler Identität.
Xi Jinping – das systemische Böse
Xi erscheint vielen als der „rationalste“ Akteur – gerade darin liegt seine Gefährlichkeit.
So unterschiedlich diese drei Akteure sind, eint sie ein entscheidender Faktor: die Angst vor demokratischer Selbstbestimmung. Der immense Aufwand für Propaganda, Repression und Desinformation zeigt, wie attraktiv Freiheit, Mitbestimmung und Rechtsstaatlichkeit weiterhin sind.
Gerade deshalb ist Trump – obwohl weniger blutrünstig als Putin – für die globale Stabilität besonders gefährlich. Sein ethischer Solipsismus betrachtet die Welt lediglich als Bühne für den eigenen Erfolg. Die Konsequenzen seines Handelns für Millionen andere Menschen spielen keine Rolle.
Eine Kraft des Guten ist er damit eindeutig nicht.
Im Jahr 2025 existiert keine Person und kein Staat, der als personifizierte „Konzentration des Guten“ auftreten könnte. Stattdessen hat sich ein systemisches Gegengewicht herausgebildet.
Institutionen und Rechtsstaatlichkeit
Demokratien setzen nicht auf starke Männer, sondern auf Regeln.
Die Zivilgesellschaft
Freie Medien, engagierte Bürger und unabhängige Institutionen bilden die letzte Verteidigungslinie. Beispiele wie Polen zeigen, dass autoritäre Entwicklungen auch umkehrbar sind.
Ein klassischer Dualismus greift jedoch zu kurz. Die Gegenmacht entsteht nicht zentral, sondern durch Vernetzung – etwa in Bündnissen wie der NATO, selbst ohne die USA.
Demokratien müssen gleichzeitig nach außen handlungsfähig und nach innen wehrhaft bleiben.
Äußerer Schulterschluss
Innere Verteidigung
Der Kern der Krise lautet:
Eine Demokratie kann nur glaubwürdig nach außen auftreten, wenn sie ihre Werte im Inneren verteidigt.
In diesem Sinne bleibt zu hoffen:
Möge das Jahr 2026 mehr Gutes als Böses hervorbringen – und einen gerechten Frieden für die Ukraine.
„Слава Україні (Slava Ukraini)“ – „Героям слава (Herojam Slawa)“
Ruhm der Ukraine – Ruhm den Helden