Wir bringen Licht ins Dunkel
Wir bringen Licht ins Dunkel 

Es gibt nichts Gutes,             außer man tut es

Gute Vorsätze für 2026?

Beginnen wir mit einer nüchternen Feststellung – mit Paukenschlag-Qualität:
 

Faktum: Es gibt keinen belastbaren Hinweis auf die Existenz von Göttern, Teufeln, Engeln, Dämonen oder sonstigen übernatürlichen Wesen, wie sie in den religiösen Überlieferungen der Welt tradiert werden.

 

Sehr wohl aber existieren stabile, kulturübergreifende Vorstellungen vom Guten und vom Bösen. Beide Begriffe sind dabei relational: Ohne das eine wäre das andere nicht definierbar. Wäre das Böse nicht denkbar, erschiene das Gute lediglich als Normalzustand – ohne Kontur, ohne Kontrast.

 

Versuchen wir also, das Gute indirekt zu bestimmen, indem wir uns dem absoluten Bösen annähern.

Was meint „das absolut Böse“?

Immanuel Kant beschreibt das Böse als einen „Hang“ des Menschen, die moralische Rangordnung bewusst zu verkehren – also das moralische Gesetz dem Eigeninteresse unterzuordnen. Absolut würde dieses Böse dort, wo das moralische Gesetz prinzipiell verworfen wird.

 

In der Tradition von Augustinus und Thomas von Aquin gilt das Böse nicht als eigenständige Substanz, sondern als Privation des Guten – vergleichbar mit Dunkelheit als Abwesenheit von Licht. Absolut wäre das Böse dort, wo jede Spur von Ordnung, Vernunft und Mitgefühl erloschen ist.

 

In modernen politischen und sozialwissenschaftlichen Analysen kristallisieren sich drei Kriterien heraus:

  • Zwecklose Grausamkeit – Gewalt, die keinem rationalen Ziel dient, sondern Leid selbst zum Zweck hat
  • Radikale Entmenschlichung – die systematische Aberkennung des Wertes anderer Menschen
  • Zerstörung von Freiheit – das Bestreben, Individualität, Spontaneität und Selbstbestimmung auszulöschen

Zusammengefasst lässt sich das absolut Böse als Handeln definieren, das die Existenz und Würde des Anderen grundlos und systematisch negiert.

 

Legt man diese Maßstäbe an, ergibt sich ein klares Bild für drei Männer, die derzeit maßgeblich an einer Neuordnung der Weltmachtverhältnisse arbeiten.

Drei Spielarten des Bösen in der Weltpolitik

Donald Trump – das chaotische Böse:

Trump folgt keiner kohärenten ideologischen Vision, sondern einem Prinzip radikalen Eigennutzes. Sein politisches Handeln ist transaktional, situativ und zutiefst personalisiert.

  • Erosion von Institutionen: Die Umsetzung zentraler Elemente von Project 2025 und der geplante Austausch zehntausender Bundesbeamter durch Loyalisten werden von Kritikern als Angriff auf die demokratische Substanz der USA bewertet.
  • Unberechenbarkeit als Methode: Anders als Putin oder Xi agiert Trump nicht langfristig strategisch, sondern sprunghaft. Diese Volatilität destabilisiert internationale Bündnisse und Sicherheitsarchitekturen.
  • Charakterisierung: Während Putin für das destruktive und Xi für das systemische Böse steht, verkörpert Trump das chaotische Böse – die Bereitschaft, etablierte Ordnungen zu opfern, sofern sie dem eigenen Machtkalkül im Weg stehen.

 

Wladimir Putin – das destruktive Böse

Putins Politik folgt einer Logik der Vernichtung. Der Angriff auf die Ukraine zielt nicht nur auf territoriale Kontrolle, sondern auf die Auslöschung nationaler Identität.

  • Primat der Gewalt: Recht wird durch Macht ersetzt, Unterwerfung zum politischen Ziel erhoben.
  • Expansionistische Drohkulisse: Die fortgesetzten militärischen Drohungen gegenüber Europa unterstreichen den Anspruch auf geopolitische Dominanz.

 

Xi Jinping – das systemische Böse

Xi erscheint vielen als der „rationalste“ Akteur – gerade darin liegt seine Gefährlichkeit.

  • Totale Ordnung: Ziel ist die vollständige Integration des Individuums in den Staat.
  • Digitale Kontrolle: Überwachung, Repression und Minderheitenunterdrückung dienen der Eliminierung politischer Abweichung.
    Das Böse zeigt sich hier nicht als Chaos, sondern als perfektionierte Ordnung ohne Freiheit.

Die Angst der Autokraten

So unterschiedlich diese drei Akteure sind, eint sie ein entscheidender Faktor: die Angst vor demokratischer Selbstbestimmung. Der immense Aufwand für Propaganda, Repression und Desinformation zeigt, wie attraktiv Freiheit, Mitbestimmung und Rechtsstaatlichkeit weiterhin sind.

 

Gerade deshalb ist Trump – obwohl weniger blutrünstig als Putin – für die globale Stabilität besonders gefährlich. Sein ethischer Solipsismus betrachtet die Welt lediglich als Bühne für den eigenen Erfolg. Die Konsequenzen seines Handelns für Millionen andere Menschen spielen keine Rolle.

 

Eine Kraft des Guten ist er damit eindeutig nicht.

Wo liegt dann das Gute?

Im Jahr 2025 existiert keine Person und kein Staat, der als personifizierte „Konzentration des Guten“ auftreten könnte. Stattdessen hat sich ein systemisches Gegengewicht herausgebildet.

 

Institutionen und Rechtsstaatlichkeit

Demokratien setzen nicht auf starke Männer, sondern auf Regeln.

  • Die Europäische Union wirkt als regulatorisches Bollwerk gegen Willkür.
  • Resiliente Demokratien wie die baltischen Staaten, Taiwan oder Südkorea zeigen, dass Widerstand gegen Autokratien möglich ist.

 

Die Zivilgesellschaft

Freie Medien, engagierte Bürger und unabhängige Institutionen bilden die letzte Verteidigungslinie. Beispiele wie Polen zeigen, dass autoritäre Entwicklungen auch umkehrbar sind.

 

Ein klassischer Dualismus greift jedoch zu kurz. Die Gegenmacht entsteht nicht zentral, sondern durch Vernetzung – etwa in Bündnissen wie der NATO, selbst ohne die USA.

Die doppelte Herausforderung für 2026

Demokratien müssen gleichzeitig nach außen handlungsfähig und nach innen wehrhaft bleiben.

 

Äußerer Schulterschluss

  • Stärkere Kooperation demokratischer Staaten (z. B. im Weimarer Dreieck)
  • Priorisierung von Sicherheit und wirtschaftlicher Resilienz
  • Verteidigung internationaler Normen gegen autoritäre Willkür

 

Innere Verteidigung

  • Klare Abgrenzung gegenüber rechtsextremen und faschistischen Kräften
  • Stärkung der Zivilgesellschaft
  • Warnung vor der schleichenden Integration antidemokratischer Akteure

 

Der Kern der Krise lautet:

 

Eine Demokratie kann nur glaubwürdig nach außen auftreten, wenn sie ihre Werte im Inneren verteidigt.

Gute Vorsätze für 2026

  1. Intellektuelle Redlichkeit – Fakten verteidigen, Komplexität aushalten
  2. Wehrhafte Solidarität – antidemokratischen Tendenzen widersprechen, auch im Alltag
  3. Radikale Menschlichkeit – die Würde des Individuums als unantastbaren Maßstab bewahren

In diesem Sinne bleibt zu hoffen:

 

Möge das Jahr 2026 mehr Gutes als Böses hervorbringen – und einen gerechten Frieden für die Ukraine.

 

„Слава Україні (Slava Ukraini)“ – „Героям слава (Herojam Slawa)“

Ruhm der Ukraine – Ruhm den Helden

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letzte Updates:

31. Dezember 2025

Nicht Glaube, sondern Haltung entscheidet.
Zwischen chaotischer Macht, zerstörerischer Gewalt und totaler Kontrolle bleibt das Gute eine Frage des Handelns – in Demokratien, Institutionen und der Zivilgesellschaft.

Auf ein 2026 mit möglichst viel Vernunft, Mut und Zivilcourage

20.1​2.2025

17.12.2025

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Auf "Null gesetzt"
am 01.01.2025

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