Europa ist wirtschaftlich stark – politisch jedoch fragmentiert.
Die Europäische Union verfügt über Binnenmarkt, Währung und Regulierungsmacht.
Doch in den entscheidenden Fragen des 21. Jahrhunderts – Sicherheit, Außenpolitik, strategische Industriepolitik – ist sie strukturell gelähmt.
Das Einstimmigkeitsprinzip blockiert Handlungsfähigkeit.
Ein einzelnes Veto kann 450 Millionen Europäer in geopolitische Passivität zwingen.
Gleichzeitig verschiebt sich die Weltordnung:
Europa reagiert – aber es agiert nicht.
Das ist keine tragfähige Zukunft.
Eine „Föderale Republik Europa“ wäre geopolitisch sinnvoll.
Doch sie ist politisch nicht durchsetzbar.
Nationale Identitäten, divergierende Sicherheitskulturen und institutionelle Hürden machen eine unmittelbare Vollintegration unrealistisch.
Wer heute ausschließlich die Föderation fordert, riskiert Stillstand.
Europa braucht einen realistischen Zwischenschritt.
Die Paneuropäische Allianz wäre:
Kein Superstaat und es gäbe keine Auflösung nationaler Souveränität.
Sondern gezielte Bündelung dort, wo Fragmentierung gefährlich wird.
a. Verteidigungsfähigkeit stärken
Ergänzend zur NATO, nicht als Ersatz.
b. Gemeinsame Außenpolitik koordinieren
Europa muss mit einer Stimme sprechen können.
c. Industrie- und Technologiepolitik bündeln
Halbleiter, KI, Energie, Rüstung – strategische Autonomie entsteht nicht durch Marktkräfte allein.
d. Energie- und Rohstoffsicherheit sichern
e. Demokratien schützen
Rechtsstaatlichkeit als verbindliche Beitrittsbedingung.
Staaten wie:
dürfen nicht in geopolitischer Warteschleife gehalten werden.
Eine Allianz könnte:
Europa darf seine zukünftigen Mitglieder nicht politisch entmutigen
Ein Anfang ist nur mit politischem Gewicht möglich:
Erweitert um nord- und westeuropäische Partner wie:
Eine Koalition dieser Staaten hätte ausreichende wirtschaftliche und militärische Substanz, um glaubwürdig zu sein.
Eine Allianz darf kein exekutiver Klub sein.
Notwendig sind:
Handlungsfähigkeit ohne Demokratie führt zu Misstrauen.
Demokratie ohne Handlungsfähigkeit führt zu Ohnmacht.
Europa braucht beides.
Ja, es gibt Risiken:
Doch die Alternative ist gravierender:
Strategische Irrelevanz!
Ein Europa, das wirtschaftlich reguliert, aber geopolitisch reagiert, verliert langfristig Gestaltungsmacht.
Europa steht an einer Weggabelung:
Eine Paneuropäische Allianz ist kein Bruch mit der Europäischen Union.
Sie ist ein Instrument, um deren strategische Handlungsfähigkeit zu ergänzen – und langfristig zu vertiefen.
Große politische Ordnungen entstehen selten aus Idealismus.
Sie entstehen aus Einsicht in Notwendigkeit.
Diese Einsicht ist heute gegeben.
Europa darf nicht warten, bis äußere Mächte seine Zukunft definieren.