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27. März 2020 - 15:32 Uhr (fcs)

Glaubensbekundung ./. Tatsachenbehauptung

(und wo verläuft die Grenze zum möglichen Straftatbestand?)

Der nachfolgende Text bezieht sich auf unwahre Tatsachenbehauptungen im religiösen Kontext. Wer sich gerne ganz allgemein über das Thema Meinungsäußerung ./. Tatsachenbehauptung informieren will, wird auf den Seiten von RA Plutte [bitte (- klick) ins Bild

Mehr als jeder seiner Amtsvorgänger gibt das amtierende geistliche Oberhaupt aller neuapostolischen Christen weltweit, der sog. Stammapostel Jean-Luc Schneider, vor, zu wissen was „Gott“ (welcher der rund 3.300 behaupten Hauptgötter auch immer gemeint sein mag) will, was er sagt, was er erwartet, was er verlangt…  

 

Und das ist einer meiner Hauptkritikpunkte an den Funktionären der Neuapostolischen Kirchen. Und es ist der Punkt, an dem diese sich wesentlich von den Funktionären der beiden großen Konfessionsgemeinschaften unterscheiden… Allerdings kann man sie durchaus mit Predigern div. fundamentalistischer Evangelikalensekten vergleichen.

 

Einer der häufigsten Kommentare zu meiner Kritik lautet dann:

„Was geht Dich das an? – Schließlich können wir glauben, was wir wollen. – Du glaubst nicht daran, und das darfst Du auch. Aber lass‘ uns gefälligst in Ruhe!“

 

Genau diese Position ist aber falsch! Hier geht es nämlich nicht mehr um Glaube, sondern um Wahrheit oder Lüge, und für die Zuhörer der Funktionäre um Fürwahrhalten oder Fürunwahrhalten. Den Unterschied haben wir im unten folgenden Beitrag vom 25. D.M. erörtert.

Ich will das an einem Beispiel aus meinem Video „Manipulation à la NAK“ (- klick) verdeutlichen – wohl gemerkt an EINEM Beispiel, das für viele vergleichbare Zitate steht, auf die sich die Folgerungen 1:1 übertragen lassen:

 

O-Ton Jean-Luc Schneider (ab Minute 00:30): „[…] ‚Hier bin ich!‘ sagt Gott. Ich bin da für dich, ich liebe dich!‘ Und das erleben wir: Gott ist da, für mich! Und nun sagt uns Gott: ‚Sag das deinem Nächsten, ich bin auch für ihn da!‘ […]“ (Zitatende)  

 

Schauen wir uns zunächst einmal die Faktenlage an: Schneider behauptet zu wissen, dass besagter Gott gegenwärtig sei, und was dieser Gott sagt.

Für denjenigen, der nun diese Behauptung als wahre Tatsachenbehauptung betrachtet, muss aber doch klar sein, dass nicht wirklich ein Gott anwesend ist und etwas sagt!

Wie bereits im vorherigen Artikel festgestellt, gibt es nicht den geringsten Grund für die Annahme, es könne ein Gott existieren, und schon gar nicht gibt es eine Begründung für die Behauptung es existierte tatsächlich ein Gott. Es gibt keinen Beweis dafür, dass jemals ein Gott aufgetreten wäre und sich zu irgendeinem Thema geäußert habe.

 

Also kann die Predigtbehauptung Schneiders keine wahre Tatsachenbehauptung sein. – Aber ist es dann eine Lüge?

 

Schauen wir weiter: Wie kommt Schneider zu seiner Behauptung? Seine Verteidiger führen im Zusammenhang mit diesem Zitat gerne an, in Matthäus 18, 20 stehe geschrieben

(Zitat) „[…] wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Zitatende)

 

Ein äußerst fadenscheiniges Argument! – Denn ob der Wanderprediger Yeschuah von Nazareth, den die Christen „Christus“ nennen, diesen Satz tatsächlich geäußert hat, ist sehr fraglich!

Der Verfasser des Evangeliums nach Matthäus hat sein Werk (und darüber herrscht zwischen Theologen und Wissenschaftlern Einigkeit) etwa im Jahr 80 n.Z. – auf jeden Fall deutlich nach dem Jahr 70 n.Z. verfasst – also gut und gern 40 Jahre nachdem der Wanderprediger von den Römern als Aufrührer zum Tode verurteilt und hingerichtet worden ist.

Das bedeutet also, dass dieses Zitat eine 40-jährige Flüsterpropaganda à la „stille Post“ während der Legendenbildung durchlaufen hat – und das Ganze auch noch beeinflusst von der Entwicklung der paulinischen Theologie [der eigentliche Gründer des Christentums war nämlich nicht Yeschuah von Nazareth, sondern Sha’ul (lat.: Paulus) von Tarsus].

 

Wenn der sogenannte „Christus (hebr.: Maschiach oder Moschiach, also Messias)“ diesen Satz tatsächlich so gesagt haben sollte, wäre es ein wirkliches Wunder, dass er als Jesuswort erhalten geblieben ist.

Aber gut, nehmen wir an, es handele sich tatsächlich um ein authentisches Zitat. Kann man deshalb tatsächlich behaupten, GOTT habe das gesagt? – Ich will das hier nicht vertiefen! Aber jeder sollte sich einmal anschauen, wie es zur Vergottung dieses Wanderpredigers gekommen ist, und wie die Entwicklung der Trinitätslehre vonstattenging.  Den allermeisten dürfte dann auch klar werden, dass der sogenannte Missionsbefehl nach Matthäus 28, 16-20 keinesfalls authentisch jesuanisch sein kann.

 

Jedoch würde, selbst dann, wenn man den Verweis auf Matthäus 18 akzeptiert, immer noch jeglicher biblische Beleg dafür fehlen, dass Gott gesagt habe „Ich bin da für dich, ich liebe dich. Sag das deinem Nächsten, ich bin auch für ihn da!“ – Es gibt keinen Bibeltext, der nahelegt, dass so etwas vom in der Bibel behaupteten Gott geäußert wurde – und schon gar nicht, dass eine solche Äußerung glaubhaft wäre.

Ausweislich der alttestamentarischen Überlieferungen ist dieser Gott nämlich ein hasserfüllter, rachsüchtiger, blutrünstiger und mordlüsterner Dämon ist, der nur ausnahmsweise nett zu solchen Opfern war, die sich ihm bedingungslos unterworfen haben.

 

Sei’s drum…hier geht’s um den Stammapostel der Neuapostolischen Kirchen. Und zu ihm muss man sagen, dass er, wenn er sich denn auf einen Bibeltext bezogen hätte, einen entsprechenden Verweis hätte einbauen müssen.

Hätte er also wahr behauptet, dass in der Bibel an dieser und jener Stelle dies oder das geschrieben steht, wäre an dem kritisierten Zitat nichts auszusetzen gewesen.

 

Hat er nicht, also bleibt es immer noch eine unwahre Tatsachenbehauptung! – Ist es aber denn unter diesen Voraussetzungen eine Lüge?

 

Noch nicht! – Er könnte nämlich – dem mir vorgehaltenen Argument entsprechend – sagen:

„Ich glaube, dass Gott da ist! Ich glaube, dass er für uns da ist und uns liebt!“

Und immer noch wäre das in Ordnung. – Natürlich ist Schneider frei, zu glauben, was er will, für wahr zu halten, was er will. Und natürlich ist er frei, das zu bekennen.

 

Nur: So lautet die Aussage dieses Predigers nun gerade nicht!

 

Schneider hat als aktive Tatsachenbehauptung in die Menge geworfen, was objektiv beurteilt nur dann wahr sein könnte, wenn Gott ihm erschienen wäre, und das entsprechende Zitat geäußert hätte!

Aber wenn das so war… (was – Hand aufs Herz – selbst seine treuesten Fans nicht glauben) …warum hat er das denn nicht so gesagt?

 

Zusammenfassend kann man also sagen: Bei objektiver Beurteilung der Predigtbehauptung Schneiders gibt es ausschließlich ein Fazit:

 

Stammapostel Jean-Luc Schneider ist ein Lügner!

 

Und er nutzt seine Lüge, um die in der Massenveranstaltung entstehende suggestive Kraft dieser Lüge für eine Manipulation zu benutzen:

Er redet seinen Zuhörern ein: „Und das erleben wir: Gott ist da, für mich!“

 

Dies ist dann der Punkt, an dem es spannend wird, weil Schneider die Grenze zum kriminellen Reden berührt:

 

Schneider leitet aus seiner manipulativen Predigtpassage eine Verhaltensanweisung ab: Er fordert seine Zuhörer implizit zum „Zeugnis bringen“ auf, dazu, für seine Organisation zu werben.

Und – auch wenn die Apologeten das abstreiten – auf vergleichbare Weise werden die NAK-Mitglieder zur Erbringung für die Organisation geldwerter Leistungen aufgefordert und auch dazu „dem Herrn“ zu opfern, den Zehnten zu bringen – also 10% seiner Einkünfte an die Kirche abzudrücken.


Der springende Punkt ist: Derartige Forderungen muss ein NAK-Prediger nicht einmal ausdrücklich formulieren. Allerdings tun sie das immer wieder, wie erst jüngst der sog. Bezirksapostel über Berlin und Brandenburg Wolfgang Nadolny im Anschluss an seine Internet-Predigt vom 22.03.’20… Facebook-User können die fragliche Passage unter https://www.facebook.com/groups/280724601942486/permalink/3353750681306514/ anschauen.

 

Normalerweise überlassen die Herren Leitungsfunktionäre das aber den subalternen Amtsträgern. Die bringen das den sich „Gotteskinder“ nennenden NAK-Mitgliedern von frühester Kindheit an bei. Das Vorbild der ihrerseits indoktrinierten Eltern tut ein übriges. Es gilt die Regel:

 

„Was man immer wieder hört, lernt man, ohne es zu lernen“

 

Ein Apostel muss also zum Beispiel im Kontext der weiter oben analysierten Predigtaussage bestimmte Forderungen gar nicht äußern. Jede/r neuapostolisch sozialisierte Kirchgänger/in hat sie internalisiert. – Es ist eine Selbstverständlichkeit.

Eine ebensolche Selbstverständlichkeit ist aber auch, was in Predigten immer und immer wieder ins Spiel gebracht wird: Das Versprechen ewiger Glückseligkeit, der Gemeinschaft mit Gott, die Heimholung bei der Wiederkunft Christi, König und Preister zu werden, und..., und..., und… - Das sind selbstverständliche Bestandteile des Neuapostolizismus. – Das ist sozusagen der versprochene Gegenwert für die erbrachte Leistung.

 

Kurz und böse: Die Neuapostolische Kirche nimmt (natürlich auf freiwilliger Basis) 10% der Einkünfte ihrer Mitglieder und verspricht ihnen als Gegenleistung etwas Unerbringliches!

Gut für die Apostel, dass wer tot und gut neuapostolisch beerdigt ist, nicht mehr klagen kann. Denn dann, wenn den Opfern bewusst werden könnte, dass sie um den Gegenwert ihrer Leistungen betrogen wurden, merken sie eben nichts mehr!

 

Im Prinzip eine geniale Betrugsmasche: Die Mitglieder des NAKI e.V., Zürich, erregen bei den Neuapostolischen Christen durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum, und verschaffen ihrem Verein (und indirekt sich selbst) einen rechtswidrigen Vermögensvorteil. Sie beschädigen so das Vermögen ihrer Opfer. Der NAKI e.V. ist im Prinzip eine Bande, die diesen Betrug fortgesetzt begeht, und dabei eine große Zahl von Menschen in die Gefahr des Verlustes von Vermögenswerten bringt. In einigen Fällen geht das so weit, dass Familien in wirtschaftliche Not geraten. – Zu letzterem sind mir persönliche Beispiele bekannt!

 

Alles in allem sind eigentlich sämtliche Straftatbestandsmerkmale für besonders schweren Betrug nach § 263 des deutschen StGB erfüllt…

 

Aber warum sind denn dann nicht sämtliche Apostel im Knast?

 

Ganz einfach: Es müsste jemand zunächst konkret nachweisen, dass sein Vermögen tatsächlich geschädigt wurde, und zwar aufgrund der Manipulation und direkten Aufforderung durch einen NAK-Funktionär, dem er aber nachweisen müsste, dass a) die Gegenleistung nicht erbracht wurde, und dass dieser b) wusste, dass die Gegenleistung unerbringlich ist. Erst dann liegt ein Anfangsverdacht vor, aufgrund dessen die örtliche zuständige Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufnehmen würde…

 

Ein geniales Geschäftsmodell, dieser Neuapostolizismus. – Oder?

Und nun:  Fragt sich immer noch jemand, was ich gegen die NAK-Apostel habe?

23. März 2020 - 10:10 Uhr

Wie definiert man Glaube?

Oder: Warum es kein Gegenteil von Glaube gibt!

Bildquelle: https://www.swr.de/wissen/1000-antworten/wissenschaft-und-forschung/

Da ich in jüngerer Zeit auf meinem YouTube-Kanal vermehrt von Mitgliedern einer der Neuapostolischen Kirchen angegangen werde, die sich im Besitz der absoluten Wahrheit wähnen, habe ich mich entschlossen, auf dieser Seite zunächst einmal ein paar grundsätzliche Klarstellungen über einige Begriffe zu veröffentlichen.

 

Das Grundproblem bei diesen Debatten sind nicht so sehr die Unvereinbarkeit der Positionen, sondern das geringe theologische Wissen und Bibelwissen der Diskutanten, sowie das Fehlen sämtlicher Kenntnisse, die mit einem Blick über den Tellerrand zu erwerben wären..

Woran das liegt, will ich an dieser Stelle nicht erörtern. Dennoch will ich die Flinte noch nicht ins Korn werfen, und versuchen, zumindest eine Verständnisbasis zu schaffen.

 

Was ist Glaube?

 

Nach I. Kant ist der Glaube ein subjektiv zureichendes, aber objektiv unzureichendes Fürwahrhalten

 

Meines Erachtens liegt er damit falsch, wiewohl er in Bezug auf das, was der deutsche Durchschnittschrist „Glaube“ nennt Recht hat. Wir können uns dem Begriff „Glaube“ eher annähern, wenn wir einen Blick in den englischen Sprachraum werfen:

Dort hat man für das „Fürwahrhalten“ einen eigenen Begriff, nämlich „Belief“ – und für das unbegründete subjektive „Glauben“ den Begriff „Faith“…

 

Der Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen liegt in der Herkunft des glaubens…

 

Fragen wir doch einen Christen von heute einmal, woher sein Glaube kommt. Und ausschließlich ausnahmsweise werden wir eine Antwort erhalten die nicht aussagt, dass man einfach bereits von seinen Eltern wisse…, dass man schon als Kind gehört habe…, dass doch schließlich jeder weiß…, dass der Pfarrer lehrt…, dass in der Bibel steht…

Und diese Antworten sagen nichts anderes aus, als dass man für Wahrheit hält, was einem Dritte vermittelt haben. Es geht um erlernte Inhalte, die nicht nur nicht unbedingt mit den Tatsachen in Einklang zu bringen sind, sondern die darüber hinaus generell nicht überprüfbar sind.

Damit sind wir bei Kant, es geht um  d e n  Begriff, der im englischen „Belief“ lautet.

 

Kurz: Es handelt sich um Fürwahrhalten, dass für das Subjekt durchaus ausreichend sein kann. Aber objektiv ist es unbegründet. Wenn wir dieses Glauben hinterfragen, werden wir feststellen, dass es durch mangelnde Kenntnisse über wissenschaftliche Tatsachen Bestand hat.

So ist es zum Beispiel für jemanden, der noch nie etwas von Abiogenese gehört hat, unvorstellbar, dass Organisches aus Anorganischem entstanden sein soll – er wird auf der Behauptung bestehen, es müsse einen Schöpfer des Lebens geben.

 

Aber wie kommt nun der Glaube zu einem Menschen?

 

Das erfahren wir vielleicht am ehesten, wenn wir uns dem Begriff „Glaube“ aus erkenntnistheoretischer Sicht nähern:

Demzufolge ist Glaube ein Fürwahrhalten  e i g e n e r  Wahrnehmungen, die ohne Zutun Dritter entstanden und nicht objektiv begründbar sind und auch nicht durch eigene Erwartungshaltung hervorgerufen wurden. Im Allgemeinen kennt man so etwas als „lucide Intervalle“… als mystisches Erleben, das jemandem urplötzlich den Blick weitet, das Gefühl einer höheren Dimension vermittelt – das Eingebundensein in etwas Größeres.

 

Vielleicht kann man Glaube als „mit einem Glücksgefühl verbundene unvermittelte und nicht vermittelbare Hellsichtigkeit“ umschreiben?

Der dieses Jahr am 23. Januar im Alter von nicht ganz 90 Jahren verstorbene Wiener Theologe, Religionssoziologe, Publizist und (vom Amt suspendierte) katholische Priester Adolf Holl hat in seinem 1977 erschienen Buch „Mystik für Anfänger“ ein Beispiel gegeben:

 

(Zitat) „[…] Ich erinnere mich an eine Morgenstunde in der Wohnung der Tante Rosa. Die Sonne schien und war schräge Schatten in die Wolf-Dietrich-Straße. Ich stand am offenen Fenster, und der Geruch der frischen Luftvermischte sich in meiner Nase mit dem des Spirituskochers und dem Aroma des Kaffees.

In diesem Augenblick fühlte ich mich glücklich, und das ist der Grund, warum ich mich an ihn erinnere. Ich war 9 Jahre alt. Heute würde ich sagen: Ich hatte damals mein erstes mystisches Erlebnis. […]“ (Zitatende)

 

Etwas vergleichbares kennen wir alle… es ist dies ein Moment in dem wir uns unvermittelt mit dem Universum eins fühlen… Das muss gar nichts mit Gott oder irgendwelchen mystischen Wesenheiten zu tun haben, wenn es um Glaube im religiösen Kontext geht, kann das jedoch dennoch möglich sein.

Befassen wir uns aber mit dem Leben von (religiösen) Mystikern – im deutschen Sprachraum angefangen mit Meister Eckhart bis hin zum noch lebenden Benediktinermönch, Eremit und spirituellen Lehrer David Steindl-Rast, so stellen wir fest, dass deren Glaube so gar nichts mit dem in Talmud, Bibel und Koran tradierten abrahamitischen Gott der Juden, Christen und Muslime zu tun hat.

 

Ich hoffe, dass so weit jeder folgen konnte. – Und das jedem, der mir bis hierher folgen konnte nun auch klar ist, dass ich für 99,9% der Angehörigen einer abrahmitschen Religion – incl. deren Führern, ob nun Papst, Oberrabbiner, Ayatollah, Stammapostel, oder sonstwem -  in Abrede stelle, dass sie tatsächlich Glaubende sind.

Sie folgen tradierten Lehren, halten also (wenn überhaupt) allenfalls für wahr, was über Dritte auf sie gekommen ist.

 

Wenn wir uns nun dem Neuapostolizismus – dem eigentlichen Thema meiner Arbeiten – zuwenden, wird klar, dass das, was uns von dort an Glaubenserlebnissen geschildert wird, nichts mit Glaube zu tun hat. Es handelt sich um glückliche Ereignisse, die jederzeit logisch erklärbar sind und die ausschließlich durch die eigene Erwartungshaltung zu wundern stilisiert werden.

Die Durchschnittsmitglieder der Neuapostolischen Kirche sind keine Glaubenden, sondern lediglich Fürwahrhaltende. Sie halten die Lehrinhalte für wahr, die ihnen vom frühesten Kindesalter an vermittelt wurden. Und das ist insofern problematisch als das, was sie auf diese Weise internalisiert haben, in so gut wie keinem Punkt den objektiven Tatsachen entspricht.

 

Und besonders problematisch ist dieses Vermitteln unwahrer Tatsachen, wenn es von oben nach unten erfolgt und mit einem absoluten Wahrheitsanspruch verknüpft ist, aus dem dann bestimmte Handlungsanweisungen folgen…

 

Noch kurz zum Stichwort Gott:

 

Es gibt im von uns beobachtbaren Teil des uns umgebenden Multiversums nichts, was auf das Vorhandensein mystischer Wesenheiten hindeutet. Insbesondere gibt es keinen stichhaltigen oder unwiderlegbaren Grund für die Annahme, es könne den von den Abrahamiten behaupteten Schöpfergott geben. – Insofern spielt dieser Gedanke in meinem Leben keine Rolle! Warum sollte ich mich auch mit irgendetwas befassen, was nicht existiert?

 

Die von mir immer wieder kritisierten Scharlatane und Irrlehrer der Kirchen – in meinem Fall hauptsächlich die Mitglieder und Mitarbeiter des NAKI e.V., Zürich – bringen nun den Begriff Gott ins Spiel. Sie behaupten, es gäbe einen Gott, und die Mitglieder der ihnen untergeordneten Kirchen sagen, sie würden an Gott glauben.

 

So weit, so gut – aber dann wird es absurd: Da es in meinem Weltbild keinen Gott gibt, erklären sie, ich sei ungläubig und hätte nachzuweisen, dass es keinen Gott gibt!

 

Zunächst einmal: Es gibt ein Gegenteil von Fürwahrhalten – nämlich das Fürunwahrhalten. Aber es gibt kein Gegenteil von Glaube!

 

Insofern bin ich weder Ungläubiger noch bin ich Atheist. Beides sind lediglich von Religionsangehörigen erfundene Kampfbegriffe um Menschen mit einem von ihrem abweichenden Weltbild zu diffamieren. 

Und da mein humanistisch-naturalistisches Weltbild frei ist von Elementen des Übernatürlichen, brauche ich auch nicht zu beweisen, dass es irgendetwas, was die Gottgläubigen als existent erachten, nicht gibt.

 

Vielmehr sind diejenigen, die behaupten, es gäbe diesen Gott – wenn sie denn für glaubwürdig erachtet werden wollen –, verpflichtet, die Wahrheit dieser Behauptung zu beweisen! Das ist nebenbei bemerkt ein uralter Rechtsgrundsatz.

Ich will versuchen, es mit einem (zugegeben: hinkenden) Vergleich zu verdeutlichen:

 

Stellt Euch vor, Ihr werdet bezichtigt einen großen Vorrat an Rauschgift in Eurer Küche zu lagern. Die Polizei steht mit einem Haftbefehl an Eurer Tür… und wenn Ihr dann nicht die Nichtexistenz des Rauschgiftvorrats beweisen könnt, werdet Ihr von einem Gericht verurteilt.

Absurd? – Ja! Denn wie würdet Ihr reagieren, wenn man von Euch fordert, die Nichtexistenz des Rauschgifts zu beweisen?

 

Richtig! Ihr würdet sagen, beweist Ihr mir doch, dass das Rauschgift vorhanden ist. – Unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils.

 

Und so ist es auch mit Eurem Gott: Ihr müsst mir beweisen, dass es ihn gibt, um die von Euch konstruierten Vorwürfe wegen meines von Euch so genannten „Unglaubens“ zu untermauern. - Könnt Ihr das nicht, habe ich das streitige Verfahren gewonnen…

 

Ob es nicht doch die Möglichkeit gibt, es würde ein Gott existieren? Keine Ahnung! Es gibt, wie gesagt, keinen Grund für diese Annahme.

Es gibt durchaus ernstzunehmende, von mir sogar geschätzte, Personen, die diese Möglichkeit in Betracht ziehen. – Wenn sie Recht haben, wird auch die Wissenschaft eines Tages Anhaltspunkte für die Wahrheit dieser Vermutung liefern.

 

Bis dahin kann ich nur sagen: Grundsätzlich ist alles möglich, was denkbar ist. Vielleicht haben diese Freunde Recht…

Aber es ist aufgrund der bisher bekannten Tatsachen absolut und definitiv ausgeschlossen, dass diese Wesenheit auch nur ansatzweise mit der Gottheit der Abrahamiten identisch ist.

 

Un hier nun zum Nachhören auch der Link zum Video zu diesem Beitrag...

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Aufmerksamen Beobachtern ist sicher schon der neue Tabulator "nac.today..." aufgefallen. - Was es mit dem auf sich hat, erschließt sich bei einem Besuch dieser Unterseite:

nac.today - Verrisse

 

06.08.2020 - 10:10 Uhr

Da fcs sich aus dem Geschäft zurückziehen wird, aktualisieren wir diese website ab sofort nicht mehr.
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