Nur Lukas erzählt den Übergang Jesu zu Gott als ausdrücklich sichtbare Entrückungsszene. Dabei entsteht sogar innerhalb des lukanischen Doppelwerkes eine interessante Spannung.
Das zeigt bereits: Wir haben es nicht mit einem stenographischen Terminplan zu tun.
Lukas gestaltet Theologie. Die Entrückung Jesu erinnert dabei an biblische Vorbilder. Besonders deutlich an Elia.
Wie Elia seinem Schüler entzogen wird, bevor dieser seinen Geist empfängt, so verlässt Jesus die Jünger, bevor die Geistgabe erfolgt.
Ob Lukas diese Motive bewusst direkt aus 2. Könige 2 übernommen hat, lässt sich nicht beweisen. - Die Parallele ist jedoch deutlich.
Fünfzig Tage nach Pessach feierte das Judentum das Wochenfest Schawuot. Lukas verlegt die große Geistgabe der jungen Gemeinde genau auf dieses Fest.
Damit entsteht eine theologisch hochkomponierte Gründungsszene.
Auch hier sollte man nicht behaupten, Lukas habe das Ereignis einfach erfunden. Ekstatische Geistphänomene gehörten nachweislich zum frühen Christentum. Paulus berichtet selbst von Zungenrede und prophetischen Erfahrungen.
Lukas bündelt solche Erfahrungen jedoch zu einer symbolischen Ursprungserzählung. Wichtig ist dabei eine Korrektur: Der Geist wird in der Apostelgeschichte nicht exklusiv den zwölf Aposteln verliehen.
Neue Gruppen! – Gerade dadurch wird Pfingsten bei Lukas zum Motor einer immer weiter ausgreifenden Mission.