Wir bringen Licht ins Dunkel
Wir bringen Licht ins Dunkel 

Literaturempfehlungen zum Einstieg

Wer die in dieser Reihe dargestellten Zusammenhänge selbst vertiefen möchte, steht schnell vor einem Problem: Die wissenschaftliche Literatur zum historischen Jesus, zu Paulus und zur Entstehung des frühen Christentums füllt ganze Bibliotheken.

 

Die folgenden Bücher bilden deshalb keine Rangliste und selbstverständlich keine vollständige Bibliographie. Sie sind eine persönliche Auswahl wissenschaftlich fundierter Werke, die einen guten Einstieg in die historisch-kritische Beschäftigung mit der Entstehung des Christentums ermöglichen.

 

Dabei muss man keineswegs jedes Buch von Anfang bis Ende lesen. Oft genügt es zunächst, einer Frage nachzugehen, die beim Lesen dieser CANITIES-Reihe entstanden ist.

  • Gerd Theißen / Annette Merz: Der historische Jesus. Ein Lehrbuch
    Ein hervorragender Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit dem historischen Jesus. Das Werk zeigt zugleich sehr anschaulich, wie historische Jesusforschung überhaupt funktioniert: Welche Quellen besitzen wir? Wie werden sie bewertet? Und welche Aussagen lassen sich daraus mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit gewinnen?
  • Gerd Theißen / Annette Merz: Wer war Jesus? Der erinnerte Jesus in historischer Sicht
    Besonders interessant als Ergänzung zur klassischen historischen Rekonstruktion. Das Buch berücksichtigt stärker die neuere Erinnerungsforschung und macht deutlich, dass uns Jesus nicht unmittelbar begegnet, sondern durch die Erinnerungen und Überlieferungen seiner Anhänger.
  • Jens Schröter: Jesus von Nazaret. Jude aus Galiläa – Retter der Welt
    Eine gut lesbare wissenschaftliche Darstellung, die Jesus konsequent in die jüdische Welt Galiläas und Judäas einordnet. Besonders geeignet für Leser, die verstehen möchten, wie groß der Abstand zwischen dem historischen Jesus und manchen späteren christologischen Vorstellungen ist.
  • Gerd Theißen: Soziologie der Jesusbewegung
    Wer verstehen möchte, wie aus der Tätigkeit eines galiläischen Wanderpredigers überhaupt eine Bewegung entstehen konnte, findet hier einen besonders interessanten Zugang. Nicht Dogmen stehen im Mittelpunkt, sondern Menschen, soziale Verhältnisse und Gruppenbildung.
  • Udo Schnelle: Die ersten 100 Jahre des Christentums 30–130 n. Chr.
    Für das Gesamtprojekt vielleicht eine der wichtigsten Empfehlungen. Schnelle verfolgt den Weg von der frühen Jesusbewegung über Paulus und die ersten Gemeinden bis zur zunehmenden Herausbildung des Christentums. Damit berührt das Buch zahlreiche Themen unserer CANITIES-Reihe.
  • Udo Schnelle: Paulus. Leben und Denken
    Wer nach unserem Paulus-Band tiefer einsteigen möchte, findet hier eine umfangreiche Verbindung von Biographie und Theologie. Besonders interessant ist die Frage, wie sich das Denken des Paulus im Laufe seines Wirkens entwickelte.
  • Martin Hengel / Anna Maria Schwemer: Paulus zwischen Damaskus und Antiochien. Die unbekannten Jahre des Apostels
    Eine besondere Empfehlung für diejenigen, die unser Kapitel „Arabien – Die Geburt einer neuen Theologie“ interessant fanden. Gerade jene Jahre, über die unsere Quellen so wenig berichten, werden hier historisch untersucht.
  • Michael Wolter: Paulus. Ein Grundriss seiner Theologie
    Hier steht weniger der Lebenslauf als das Gedankengebäude des Paulus im Mittelpunkt: Wie hängen Christusverständnis, Rechtfertigung, Gesetz, Auferstehung, Gemeinde und Heil miteinander zusammen? Eine ideale Vertiefung zu unserem Kapitel „Der große Entwurf“.
  • Udo Schnelle: Einleitung in das Neue Testament
    Spätestens beim Corpus Paulinum wird dieses Werk besonders interessant. Welche Briefe stammen tatsächlich von Paulus? Wann entstanden die Evangelien? Welche Quellen wurden benutzt? Was bedeutet Pseudepigraphie? Und wie entwickelte sich schließlich der neutestamentliche Kanon? Eine wissenschaftliche Einleitung, die viele vermeintliche Selbstverständlichkeiten plötzlich fragwürdig werden lässt.
  • Martin Ebner / Stefan Schreiber (Hg.): Einleitung in das Neue Testament
    Eine hervorragende Alternative und Ergänzung zu Schnelle. Die unterschiedlichen neutestamentlichen Schriften werden konsequent als historische Dokumente ihrer jeweiligen Entstehungszeit untersucht.
  • Paul Hoffmann / Christoph Heil (Hg.): Die Spruchquelle Q. Studienausgabe Griechisch und Deutsch
    Für besonders neugierige Leser. Hier lässt sich unmittelbar nachvollziehen, wie Wissenschaft versucht, aus Matthäus und Lukas eine ältere Sammlung von Jesusworten zu rekonstruieren. Gerade für unseren Vergleich zwischen jesuanischer Verkündigung und paulinischer Theologie ausgesprochen aufschlussreich.
  • Christoph Markschies: Das antike Christentum. Frömmigkeit, Lebensformen, Institutionen
    Dieses Buch führt über die neutestamentliche Zeit hinaus. Es zeigt, wie aus unterschiedlichen frühchristlichen Gruppen allmählich jene institutionelle Religion entstand, die wir später als Kirche kennen.
  • Hubertus R. Drobner: Lehrbuch der Patrologie
    Wer unserer Reihe bis zu Nicäa und Chalcedon folgt, findet hier die nächste Etappe: Kirchenväter, theologische Auseinandersetzungen und die allmähliche Formulierung jener Lehrsätze, die später als christliche Orthodoxie gelten sollten.

Wer nur drei Bücher lesen möchte …

Hier eine noch kleinere Orientierungshilfe:

 

Für Jesus:
Gerd Theißen / Annette Merz – Der historische Jesus

 

Für Paulus:
Udo Schnelle – Paulus. Leben und Denken

 

Für den Weg von der Jesusbewegung zum frühen Christentum:
Udo Schnelle – Die ersten 100 Jahre des Christentums 30–130 n. Chr.

 

Mit diesen drei Werken hat ein interessierter Laie bereits eine ausgesprochen solide Grundlage, um viele Aussagen unserer CANITIES-Reihe nicht einfach glauben zu müssen, sondern selbst überprüfen zu können.

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letzte Updates:

09. August 2026

Paulus kehrt zurück, aber Jerusalem ist nicht mehr seine Welt.

Jahre zuvor hatte er diese Stadt als überzeugter Pharisäer verlassen. - Nun kehrte er als Verkünder eines Evangeliums zurück, welches längst die Grenzen des Judentums über-schritten hatte.

Was würde geschehen, wenn Paulus auf jene Gemeinde trifft, die Jesus noch gekannt hatte?

Der neue Teil meiner CANITIES-Reihe führt zurück in die Geschichte eines Mannes, dessen Theologie inzwischen größer geworden war als die Bewegung, aus der sie hervorgegangen war. Wodurch sich für uns die Frage stellt:

„Wie viel Judentum vertrug das Evangelium des Paulus – und wie viel Paulus vertrug die Jesus-Gemeinde in Jerusalem?“

07.08.2026

05.08.2026

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am 01.01.2025

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