Ein Wort vorab
Heute erscheint die Sache selbstverständlich: Man nimmt ein Neues Testament zur Hand, schlägt das Inhaltsverzeichnis auf und findet dort 27 Schriften:
Diese Zusammenstellung wirkt so selbstverständlich, als habe sie von Anfang an festgestanden. – Doch das Gegenteil ist der Fall.
Jesus hinterließ kein Buch, die Apostel hinterließen kein Inhaltsverzeichnis, und es gab kein Konzil der frühen Kirche, auf dem einige Bischöfe aus einem Stapel christlicher Schriftrollen genau 27 auswählten und anschließend erklärten:
Das ist jetzt das Neue Testament.
Der neutestamentliche Kanon entstand vielmehr in einem jahrhundertelangen Prozess.
Und erst allmählich entstand aus dieser Entwicklung jene Sammlung, die wir heute Neues Testament nennen.